• 21.06.2024, 14:09:52
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„kulturMontag“: Milo Raus Festwochen-Bilanz, „Pussy Riot“-Aktivistin Nadya Tolokonnikovas Kunst in Linz, Dialektserie #sogamoi in Tirol

Danach: Doku „Visionen bauen – Auroville/ Indien“ – am 24. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Utl.: Danach: Doku „Visionen bauen – Auroville/ Indien“ – am 24.
Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON =

Wien (OTS) - Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“
am 24. Juni 2024 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zieht u. a.
Bilanz der zu Ende gehenden ersten Ausgabe der Wiener Festwochen
unter Neo-Intendant Milo Rau, befasst sich mit der Arbeit der
russischen Künstlerin und „Pussy Riot“-Aktivistin Nadya
Tolokonnikova, der eine Ausstellung im Linzer OK, Ausstellungshaus
und Labor für zeitgenössische Kunst, gewidmet ist, und präsentiert
eine weitere Folge der neunteiligen Dialektserie #sogamoi, die
diesmal in Tirol unterwegs ist. Anschießend an das Magazin steht die
erste Ausgabe der vierteiligen Reihe „Visionen bauen“ (23.30 Uhr) auf
dem Programm. Das Format stellt Architektinnen und Architekten ins
Rampenlicht, die Antworten suchen auf die großen Fragen, die sich
unserer Zivilisation heute stellen: Klimawandel, rasant wachsende
Städte, Bildung und Ressourcenverbrauch, das Miteinbinden lokaler
Communities und Vernetzung. In dieser Folge unternimmt Regisseur
Diego Breit Lira eine filmische Reise nach Auroville in Indien.

Provokateur oder Schlawiner? Bilanz der ersten Wiener Festwochen
unter Milo Rau

„Die politischsten Festwochen aller Zeiten“ hat Intendant Milo Rau im
Vorfeld angekündigt. Nun geht das erste von ihm kuratierte Theater-,
Musik- und Performance-Festival zu Ende und klar ist: Es waren
außergewöhnliche und heiß diskutierte Wiener Festwochen. Schon vor
der Eröffnung erregte die Rede des Philosophen Omri Boehm die
Gemüter, es folgten Diskussionen über die Zusammensetzung des von Rau
ins Leben gerufenen „Rats der Republik“. Ebenso polarisierte die
Festwochen-Eröffnung, bei der der Neo-Intendant die „Freie Republik
Wien“ ausrief. Die größte mediale Aufmerksamkeit erhielten aber die
sogenannten Wiener Prozesse. Auch künstlerisch wurden die Festwochen
zum Stadtgespräch. Von Florentina Holzingers Performance-Oper
„Sancta“ über die Bühnenadaption von Kim de l’Horizons Roman
„Blutstück“ bis zur ersten Opern-Regie von Milo Rau – Mozarts
„Clemenza“ – die Vorstellungen waren ausverkauft, die Kritik uneins.
Der „kulturMontag“ bittet Kulturjournalistinnen und -journalisten um
ihre Einschätzung der Wiener Festwochen 2024 und ihr Resümee und
bilanziert mit Milo Rau seine erste Festival-Ausgabe.

Putins Staatsfeindin Nr. 1 – Die Künstlerin Nadya Tolokonnikova im
Linzer OK

Mit ihrem „Punkgebet“ in der Moskauer Erlöser-Kirche im Jahr 2012
verfluchte Nadya Tolokonnikova Russlands Präsidenten und landete
dafür zwei Jahre in Lagerhaft. Als ausländische Agentin gebrandmarkt,
floh sie ins Exil. Die russische Künstlerin, weltbekannt geworden als
einer der Köpfe der feministisch-aktionistischen Punk-Band „Pussy
Riot“, zeigt jetzt erstmals ihre Arbeiten in Europa, genauer im
Linzer OK. Den Widerstandsgeist der heute 34-Jährigen haben die
Gefängnismauern aber nicht zu brechen vermocht. Doch bis heute kämpft
Tolokonnikova, die 2016 das Putin-kritische Buch „Anleitung für eine
Revolution“ herausbrachte, psychisch mit den Folgen der Trennung von
ihrer damals vierjährigen Tochter. In ihrer Kunst setzt sie sich
eindringlich mit Widerstand und Repression auseinander und hat dafür
eine ganz eigene visuelle Sprache entwickelt: anarchistisch, radikal
und gleichzeitig berührend. Die Ausstellung ihrer Kunst im Linzer OK
unter dem Titel „Rage“ zeigt auch eine Auswahl der Aktionen von Pussy
Riot. Über Kunst, ihre Performance „Punk Prayer“, die der britische
Guardian unter die wichtigsten Kunstwerke des 21. Jahrhundert
einreiht, ihr Leben im Exil und Putins Russland spricht Nadya
Tolokonnikova mit Peter Schneeberger live im Studio.

Dem Tiroler Dialekt auf der Spur – Neue Folge der #sogamoi-Serie

Die jüngste Ausgabe der „kulturMontag“-Dialektserie #sogamoi ist in
Tirol unterwegs. Für die einen klingt der dort gesprochene Dialekt
wie eine Halskrankheit, den anderen schenkt das Tirolerische ein
wohliges Gefühl. Das kehlig ausgesprochene „K“ wird am häufigsten mit
diesem Bundesland in Verbindung gebracht, doch von Landeck bis Lienz,
von Ischgl bis Kitzbühel gibt es eine unglaubliche Vielfalt an
sprachlichen Besonderheiten und Lautunterschieden. Während die Täler
vor 100 Jahren noch abgeschlossener waren und alte Dialekte bewahrt
blieben, verschwinden oder verändern sich heute viele Begriffe durch
die zunehmende Mobilität und Technologisierung der Menschen. Der
„kulturMontag“ begleitet Sprachwissenschafterin Yvonne Kathrein, die
für das Tiroler Dialektarchiv unterwegs ist und Dialektaufnahmen von
sogenannten Gewährspersonen sammelt. Der Autor und Filmemacher Händl
Klaus erzählt von seinen Erlebnissen als Tiroler in Berlin und den
Erfahrungen, in seiner Kindheitssprache zu schreiben. Aufrührende
Themen wie die Rückkehr des Wolfs und Après-Ski in Ischgl behandelt
das aus dem Tiroler Oberland stammende und im Dialekt performende
Rap-Trio „Von Seiten der Gemeinde“ in seinen kritischen Songs.

Dokumentation „Visionen bauen – Auroville/Indien“ (23.30 Uhr)

Indiens Megacitys platzen aus allen Nähten. Das Land hat 1,4
Milliarden Einwohner:innen und jährlich kommen mehr dazu. Die Kräne
und Bagger auf den Baustellen stehen niemals still. Um neuen Wohnraum
zu schaffen, bläst die Bauindustrie Tag für Tag gigantische Mengen
CO2 in die ohnehin schon verpestete Luft. Die Bevölkerung kann kaum
noch atmen.
Im Süden des Landes liegt Auroville. Eine wahre Oase, verglichen mit
Städten wie Mumbai oder Neu-Delhi. Auroville versteht sich als
Versuchslabor und zieht faszinierte Architekt:innen aus aller Welt
an. Anupama Kundoo ist eine von ihnen und forscht seit vielen Jahren
an alternativen Bausubstanzen.
Die Architektin aus Mumbai arbeitet mit Ziegeln, die in Töpfereien
der Region hergestellt werden. Und zwar nicht mit energiefressenden
Maschinen, sondern in Öfen, die aus dem Material bestehen, das sie
brennen sollen. Die regionalen Ziegel mögen weniger hart sein als
industriell gefertigte Stücke, dafür sind sie dünner und leichter.
Klug eingesetzt tragen auch sie schwere Lasten. Außerdem
experimentiert Kundoo mit Ferrozement: Wie kann man ihn sparsam und
mit möglichst geringem Stahlverbrauch einsetzen?
Auroville wurde 1968 am Reißbrett entworfen und versteht sich nicht
nur in Sachen Architektur als Experimentierfeld. Privatbesitz gibt es
nicht, das Individuum ist Teil der Gemeinschaft. Und der Gemeinschaft
gehört hier alles. Anupama Kundoo fühlt sich von der Kreativität und
der Spiritualität des Ortes beflügelt. „Die Stadt ist ein Labor, in
dem wir uns ohne Angst vor dem Scheitern den Fragen der Zukunft
stellen.“ Der Film fängt diesen Geist ein.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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