- 12.06.2024, 11:35:07
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- OTS0111
Bischöfe: Synodale Gesprächskultur soll auf Gesellschaft ausstrahlen
Bischofskonferenz in Erklärung nach Sommervollversammlung: Weltweiter Synodaler Prozess bewirkte "positiven Kulturwandel in der Kirche" - In Österreich-Bericht zu viel Innerkirchliches, zu wenig Fokus auf gesellschaftliche Verantwortung
Utl.: Bischofskonferenz in Erklärung nach Sommervollversammlung:
Weltweiter Synodaler Prozess bewirkte "positiven Kulturwandel
in der Kirche" - In Österreich-Bericht zu viel
Innerkirchliches, zu wenig Fokus auf gesellschaftliche
Verantwortung =
Mariazell (KAP) - Der von Papst Franziskus initiierte weltweite
Synodale Prozess hat die katholische Kirche in Österreich und
weltweit verändert. In einer Presseerklärung im Anschluss an ihre
Sommervollversammlung in Mariazell hat die Bischofskonferenz am
Mittwoch von einem "positiven Kulturwandel in der Kirche" gesprochen,
der in Österreich mit Dankbarkeit und Engagement aufgenommen worden
sei. Besonders bewährt habe sich die immer öfter praktizierte Methode
des "synodalen Gesprächs im Heiligen Geist", die eine "Kultur des
offenen Sprechens" sowie des Hörens aufeinander und "auf das, was
Gott uns heute sagen will", anrege. Unterschiedliche Positionen
würden damit "leichter lebbar". Die Bischöfe würden sich wünschen,
dass diese Haltung auch auf die Gesellschaft ausstrahlt.
Synodalität, die das Miteinander stärke und einen geistlichen Raum
eröffne, "in dem gemeinsame Entscheidungen reifen können", stand
inhaltlich im Mittelpunkt der Sommervollversammlung des Episkopats.
An einem Studienteil am Montag über den weltweiten Synodalen Prozess
hatten neben den heimischen Bischöfen auch die Mitglieder des
nationalen Synodenteams teilgenommen: die Linzer Pastoraltheologin
Prof. Klara Csiszar, die Innsbrucker Caritas-Direktorin Elisabeth
Rathgeb, die Theologen Petra Steinmair-Pösel und Markus Welte sowie
der Europareferent der Bischofskonferenz, Johannes Moravitz.
Thema war der jüngst veröffentlichte Österreich-Bericht, der am 15.
Mai an das vatikanische Synodensekretariat erging. Auf Basis dieser
und anderer Eingaben aus der ganzen Welt werde er derzeit das
Arbeitsdokument ("Instrumentum laboris") für die zweite
Generalversammlung der Bischofssynode erstellt, die im Oktober im
Vatikan stattfinden wird. Aus Österreich werden daran mit Stimmrecht
der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, und
Kardinal Christoph Schönborn teilnehmen. Am vorbereitenden
internationales Treffen von 29. bis 31. August mit den Synodalen und
nicht stimmberechtigten Fachleuten werden aus Österreich werden
Erzbischof Lackner sowie Prof. Csiszar teilnehmen.
Prioritär: Frau, Mission, Partizipation
Der Österreich-Bericht sei "kein Forderungskatalog" der
Bischofskonferenz, sondern biete eine komprimierte Zusammenfassung
vertiefender Gesprächen, die in Österreich in den letzten Monaten zum
Synthese-Bericht der Weltsynode stattfanden. Als "prioritär
qualifiziert" worden seien dabei drei von insgesamt 14 genannten
Themenfeldern: die Stellung der Frau in der Kirche, die
missionarische Ausrichtung der Kirche und mehr innerkirchliche
Partizipation.
Die österreichischen Bischöfe dankten abschließend allen, die sich an
den verschiedenen Phasen des 2021 gestarteten Synodalen Prozesses
beteiligten. Der aktuelle Österreich-Bericht zeichne davon ein
getreues Bild, "das von den Bischöfen geschätzt und mitgetragen
wird". Gleichzeitig gestehen die Bischöfe ein Ungleichgewicht ein: Es
falle auf, dass innerkirchliche Themen vorherrschten "und noch zu
wenig die gesellschaftliche Verantwortung von Gläubigen und das
Gespräch mit Menschen außerhalb des kirchlichen Binnenraumes
wahrgenommen werden".
((ende)) RME/PWU
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