- 05.06.2024, 18:27:58
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Abschaffung Nostrifizierungsverfahren: Bundesminister Polaschek im Reformdialog mit Expertinnen & Experten
Der bisherige Prozess bei Nostrififizierungen in Österreich soll abgeschafft und neu aufgesetzt werden. BM Polaschek diskutiert Pläne in Reformdialog mit Expertinnen und Experten
Utl.: Der bisherige Prozess bei Nostrififizierungen in Österreich
soll abgeschafft und neu aufgesetzt werden. BM Polaschek
diskutiert Pläne in Reformdialog mit Expertinnen und Experten =
Wien (OTS) - Martin Polaschek, Bundesminister für Bildung,
Wissenschaft und Forschung:
„Der heutige Reformdialog Nostrifizierung war ein voller Erfolg. Denn
er hat gezeigt, dass alle Institutionen und Stakeholder, die mit dem
Thema Nostrifizierung und Anerkennung von Fachkräften zu tun haben,
an einem Strang ziehen. Deshalb freut es mich, dass uns die Einigung
auf die gemeinsame Sicht gelungen ist, dass die Nostrifizierung
grundlegend zu überarbeiten ist. Ziel ist es, den Prozess zu
standardisierter und deutlich transparenter zu machen. Beispielsweise
dadurch, dass die Zuständigkeit für die Nostrifizierung für eine
bestimmte Berufsgruppe an eine bestimmte Universität bzw. Hochschule
übertragen wird. Zudem werden bis Jahresende nötige Schritte für eine
One-Stop-Shop-Lösung in die Wege geleitet, damit diese in der
nächsten Legislaturperiode so rasch wie möglich umgesetzt werden
kann“.
Bundesminister Martin Polaschek hat Expertinnen und Experten des
Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF)
des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) und des
Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutzes (BMSGPK), sowie Vertreterinnen und Vertreter der
Universitätenkonferenz (uniko) und der Fachhochschulkonferenz (FHK)
und Wirtschaftskammer (WKÖ) zu einem Reformdialog zu den
Nostrifizierungen im Hochschulbereich geladen. Als externer Berater
wurden Julian Hadschieff, CEO und Eigentümer der Humanocare Group
genauso wie ausgewiesener Gesundheits- und Sozialexperte und Carola
Dörfler, Referatsleiterin der Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe
im Sekretariat der Kultusministerkonferenz eingeladen.
In dem zweistündigen Dialog wurde intensiv darüber diskutiert, wie
die von der Bundesregierung bereits beschlossene zentrale
Kompetenzstelle für Nostrifizierung ausgestaltet sein kann und wie
eine Neugestaltung des Nostrifizierungsverfahren aussehen könnte.
Ziel muss sein, das momentane Nostrifizierungsverfahren langfristig
abzuschaffen und neu aufzusetzen. Nostrifizierungen sollen künftig
standardisiert und transparent gestaltet werden, damit sie rascher
abgeschlossen werden können. Derzeit können derartige Verfahren oft
bis zu mehrere Jahre dauern, weil eine Vielzahl an Dokumenten
übersetzt, überprüft und danach fehlende Kompetenzen durch
Ergänzungsprüfungen und den Besuch von Lehrveranstaltungen nachgeholt
werden müssen.
Die Eckpunkte des Reformdialogs – mögliche Wege, im Umgang mit
Nostrifizierungsverfahren:
- Novellierung des Studienrechts: Nostrifizierungen verbleiben
weitern in der Kompetenz der Hochschulen: Dabei würde Österreich
einen anderen Weg wählen als Deutschland und behält zwar die
Nostrifizierung an Hochschulen bei, vereinfacht aber den Prozess.
Konkret heißt das, ein Weggehen vom 1:1-Vergleich einzelner Anträge
und stattdessen hin zu hin zu Feststellungsbescheiden über das
hochschulische Bildungsniveau und die Fachrichtung.
- Ausweitung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) auf
Drittstaatsqualifikationen
- Zentralisierte Nostrifikationen – zentrale Zuständigkeit einer
Universität bzw. Fachhochschule für eine bestimmte Berufsgruppe
- Einrichtung einer zentralen Kompetenzstelle für Nostrifikationen
als One-Stop-Shop
Julian Hadschieff, Humanocare Group, Gesundheits- und Sozialexperte:
„Um für internationale Fachkräfte attraktiv zu sein und im Wettbewerb
mit weiteren Ländern bestehen zu können, ist es notwendig, die
Nostrifizierungen deutlich zu beschleunigen, um raschestmöglich in
Österreich arbeiten können. Daher wird die zentrale Stelle zur
Koordination und Standardisierung einer kompetenzorientierten
Nostrifizierung begrüßt. Die Abwicklung der Nostrifizierung
einschließlich erforderlichem Kompetenzerwerb und Ausgleichsmaßnahmen
sollte allerdings über spezialisierte (Fach-)Hochschulen in
Zusammenarbeit mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern erfolgen.
Darüber hinaus wäre es wünschenswert, dass die gesamten Kosten zur
Erreichung der Nostrifizierung - wie in vielen Ländern üblich - vom
Staat übernommen werden.“
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