- 07.05.2024, 11:30:16
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ORF-Korrespondentenmagazin „WeltWeit“ zum Thema „Betonwüsten. Wenn kein Gras mehr drüber wächst?“
Diana Weidlinger, Jörg Winter und Patrick A. Hafner berichten aus den Niederlanden, Großbritannien und Griechenland – am 10. Mai um 21.20 Uhr in ORF 2
Utl.: Diana Weidlinger, Jörg Winter und Patrick A. Hafner berichten
aus den Niederlanden, Großbritannien und Griechenland – am 10.
Mai um 21.20 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Die verheerenden Folgen der Bodenversiegelung kann man
jedes Jahr deutlicher sehen: Hochwasser, weil Regen nicht ausreichend
versickern kann, sogenannte Hitzeinseln mit Temperaturen bis über 60
Grad in den Städten, weil sich Beton und Asphalt aufheizen. Und
trotzdem: Rund zwölf Hektar Boden – das entspricht 17 Fußballfeldern
– werden in Österreich im Schnitt pro Tag verbraucht. Nach einem
vorübergehenden Rückgang hat der Flächenfraß seit 2022 wieder
zugenommen. Bodenverbrauch bedeutet, dass immer mehr Grün- und
Agrarland durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke
verlorengeht. Vergangenes Jahr war Österreich Europameister im
Bodenverbrauch. Eine traurige Bilanz. Wie sieht die Bilanz in unserem
europäischen Umfeld aus? Lässt sich das EU-Ziel, bis 2050 den
Bodenverbrauch auf null zu senken, noch erreichen? Für die aktuelle
Ausgabe des ORF-Korrespondentenmagazins „WeltWeit“ zum Thema
„Betonwüsten. Wenn kein Gras mehr drüber wächst?“ berichten am
Freitag, dem 10. Mai 2024, um 21.20 Uhr in ORF 2 Diana Weidlinger,
Jörg Winter und Patrick A. Hafner aus den Niederlanden,
Großbritannien und Griechenland:
Diana Weidlinger ist in den Niederlanden unterwegs, wo knapp 18
Millionen Menschen auf einer Fläche, die nur halb so groß ist wie
Österreich, leben. Die Folge: ein Bodenverbrauch, der im europäischen
Spitzenfeld liegt. Sie spricht mit einem Stadtplaner über die
Möglichkeiten des „Entsiegelns“, erfährt vom Amsterdamer
Wassernetzbetreiber, wie sogenannte „intelligente“ Dächer die Stadt
vor Hitze und Überschwemmungen schützen, und packt beim sogenannten
„Tegelwippen“ mit an: ein landesweiter Wettbewerb mit dem Ziel, so
viele alte Waschbetonplatten und Steinklinker wie möglich zu
entfernen und durch Pflanzen zu ersetzen.
Jörg Winter geht der Frage nach, wie es im bevölkerungsreichen
Großbritannien, das nur sehr begrenzt Raum zu Verfügung hat, um die
Bodenversiegelungsbilanz steht. Die Städte hier fressen sich viel
weniger ins Umland und die Zersiedelung ist sichtbar geringer als in
Österreich oder den Niederlanden. Wie kann das sein? Im Umland der
9-Millionen-Stadt London beleuchtet er aber auch die Kehrseite
idyllischer, unverbauter Landschaften: den eklatanten Wohnungsmangel
mit den höchsten Immobilienpreisen Europas. Und er trifft im
gewaltigen Grüngürtel rund um die britische Hauptstadt Menschen, die
Bauprojekte verhindern wollen, damit alles so bleibt, wie es ist:
landschaftliche Schönheit für einen hohen Preis.
In Griechenland folgt Patrick A. Hafner der Spur des Geldes. Auf
Mykonos bekommt, wer eine Investition ab 100 Millionen Euro tätigt,
eine Baugenehmigung im Schnellverfahren. Inzwischen gibt es auf der
kleinen Insel 73 Fünf-Sterne Hotels und innerhalb der vergangenen
zehn Jahre hat sich die versiegelte Fläche vervierfacht. Der
Bevölkerung geht die Bauwut der Groß-Investoren inzwischen zu weit.
Der Widerstand gegen den Ausverkauf ihrer Heimat wird täglich größer.
Doch es ist ein Kampf David gegen Goliath: Das nächste Großprojekt am
letzten unverbauten Küstenabschnitt soll bereits Ende des Jahres
realisiert werden: 55 Bungalows mit eigenem Pool, ausnahmslos für
eine zahlungskräftige Klientel.
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