- 11.04.2024, 09:44:16
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„Ich pariere der Sprache aufs Wort“: Ö1 und ORF 2 zum 150. Geburtstag von Karl Kraus
Wien (OTS) - Am 28. April jährt sich der Geburtstag von Karl Kraus
zum 150. Mal. Ö1 widmet dem österreichischen Schriftsteller aus
diesem Anlass „Diagonal“ (13.4.), einen „Ö1 Essay“ (26.4.), „Die
letzten Tage der Menschheit“ als zweiteiliges „Hörspiel“ (27.4. &
1.5.) und „Du holde Kunst“ (28.4.). ORF 2 zeigt im „kulturMontag“ am
22. April die Dokumentation „Karl Kraus – Die Macht des Wortes“.
Unter dem Titel „Ich pariere der Sprache aufs Wort“ ist am
Samstag, den 13. April ab 17.05 Uhr ein „Diagonal zur Person: Karl
Kraus“ in Ö1 zu hören. Karl Kraus beschäftigt uns bis heute aus
vielen Gründen intensiv. Seine Texte, nicht nur jene aus seiner
epochalen Zeitschrift „Die Fackel“, haben eine monumentale Wirkung
bis in die Gegenwart. In „Die letzten Tage der Menschheit“ stellte
Kraus die Absurdität und Unmenschlichkeit des Krieges dar, ein Werk,
das heute wie eine Mahnung aus der Vergangenheit schreit.
Im Mittelpunkt des „Ö1 Essay“ am Freitag, den 26. April ab 11.05
Uhr steht der Text „Dritte Walpurgisnacht“ von Karl Kraus. Der 1933
geschriebene Text gilt als wichtigste zeitgenössische Analyse des
Beginns nationalsozialistischer Herrschaft.
„Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus steht als
zweiteiliges „Hörspiel“ am Samstag, den 27. April und am Mittwoch,
den 1. Mai jeweils ab 14.00 Uhr auf dem Programm von Ö1. Geschrieben
hat Kraus „Die letzten Tage der Menschheit“ in den Jahren 1915 bis
1922, als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg. Dabei geht es nicht
zuvorderst um die Ereignisse an, sondern hinter der Front. Kraus
zeichnet ein Bild einer Gesellschaft, die entfesselt, wahnhaft und
euphorisch in einen Krieg zieht, der einmal als die Urkatastrophe des
20. Jahrhunderts bezeichnet werden wird. Er richtet seinen Blick
dabei auch auf das Verhalten jener Menschen, die vom Krieg
profitieren und ihn mit patriotischen Phrasen beschönigen - die
Journalisten, die Waffenhändler und die hohen Offiziere. Aus den mehr
als 200 Szenen, die alltägliche und fantastische Situationen
beschreiben, haben Franz Schuh und Erwin Steinhauer eine Auswahl
getroffen und unter der Regie von Peter Rosmanith eine
Hörspielfassung erarbeitet. Mehr als ein Drittel des Stücks besteht
aus Montagen von Zeitungsartikeln, Militärberichten,
Gerichtsurteilen, mitgehörten Gesprächen und anderem Material. In der
Autorenproduktion aus dem Jahr 2014 wirkt Erwin Steinhauer mit, die
Musik kommt von Joe Pinkl, Georg Graf, Peter Rosmanith und Pamelia
Stickney.
Nicholas Ofczarek liest unter dem Titel „Ich beherrsche die
Sprache nicht; aber die Sprache beherrscht mich vollkommen“
Aphorismen von Karl Kraus über das Theater, die Sprache und die
Schauspieler – am Sonntag, den 28. April ab 8.15 Uhr in „Du holde
Kunst“. Den musikalischen Rahmen bilden Klaviersonaten von Ludwig van
Beethoven in der Interpretation von Glenn Gould. Das Programm im
Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/karlkraus.
„Karl Kraus – Die Macht des Wortes“ in ORF 2
Auch das ORF-Fernsehen würdigt Karl Kraus und zeigt am 22. April
im „kulturMontag“ die neue Dokumentation „Karl Kraus – Die Macht des
Wortes“ (23.15 Uhr, ORF 2). In einer Ära des Umbruchs und der
Unsicherheit um 1900, in der etablierte Institutionen versagten,
erhob sich der scharfzüngige Kritiker, Medienmacher sowie
Schriftsteller gegen die vermeintlichen Wegweiser der Gesellschaft:
die Zeitungen. Mit furchtloser Haltung und unerbittlicher Kritik
entlarvte er die Presse als korrupt und opportunistisch. Der Film von
Franz Gruber setzt Karl Kraus‘ Vermächtnis in Bezug zur modernen
Medienlandschaft und stellt die Frage, wie aktuell seine Gedanken
heute angesichts von Desinformation, politischer Manipulation und
Fake News sind. Auch Kraus‘ facettenreiche Persönlichkeit wird
beleuchtet: vom streitbaren Einzelgänger bis zum humorvollen
Familienmenschen. Experten analysieren seine Medienkritik und stellen
diese in den Kontext der aktuellen Nachrichtenlandschaft. Die
Dokumentation zeigt, wie Karl Kraus‘ Erbe die heutige Gesellschaft
weiterhin formt und inspiriert.
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