- 02.04.2024, 06:00:02
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Greenpeace-Analyse: 230.000 Wohnungen in Österreich stehen leer - GRAFIK
Leerstehende Wohneinheiten Österreichs könnten ganz Graz beherbergen - Greenpeace fordert Nationalrat auf, gesetzliche Grundlagen für effektive Leerstandsabgabe zu beschließen
Utl.: Leerstehende Wohneinheiten Österreichs könnten ganz Graz
beherbergen - Greenpeace fordert Nationalrat auf, gesetzliche
Grundlagen für effektive Leerstandsabgabe zu beschließen =
Wien (OTS) - Eine aktuelle Greenpeace-Berechnung
(https://act.gp/Factsheet-Leerstand) zeigt: Etwa 230.000 Wohnungen
und Häuser in Österreich stehen leer. Damit könnte locker der gesamte
Wohnbedarf der Stadt Graz gedeckt werden. Gleichzeitig werden
jährlich rund 60.000 neue Wohnungen gebaut und damit fruchtbare Böden
zubetoniert. Greenpeace fordert, dass schnellstmöglich eine
Leerstandsabgabe beschlossen und von den Ländern verpflichtend
umgesetzt wird. Morgen endet die Begutachtungsphase für den
Gesetzesentwurf, der den Bundesländern ermöglicht, eine effektive
Leerstandsabgabe einzuheben.
Melanie Ebner, Bodenschutz-Sprecherin bei Greenpeace: „In Österreich
stehen tausende Wohnungen leer. Gleichzeitig werden hektarweise
fruchtbare Böden verbaut und enorme Mengen an Ressourcen aufgewendet,
um neuen Wohnraum zu schaffen. Das ist ein absurdes,
umweltschädliches System, von dem in erster Linie
Immobilienspekulanten profitieren.” Greenpeace hat basierend auf den
verfügbaren Daten und Studien zu Wohnungsbau und Leerständen
berechnet, dass rund 230.000 Wohnungen mit 17,4 Millionen
Quadratmeter Wohnungsfläche leer stehen. Gleichzeitig werden pro Jahr
durchschnittlich 60.000 Wohnungen neu gebaut. Die Bevölkerung nimmt
hingegen viel langsamer zu als die neu gebaute Wohnfläche: Während
diese im Zeitraum von 2011 bis 2021 um 6,3 Prozent gewachsen ist, hat
der Wohnraum im selben Zeitraum um beinahe das Doppelte (12,4
Prozent) zugelegt.
Im Schnitt beträgt die Leerstandsquote in Österreich 4,7 Prozent. Die
höchsten Leerstandsquoten finden sich in Kärnten (5,7 Prozent), Tirol
(5,6 Prozent) und Salzburg (5,2 Prozent). Die niedrigsten
Leerstandsquoten haben Wien mit 3,4 und Vorarlberg mit 3,9 Prozent.
Laut Greenpeace-Erhebung sind zudem 11,5 Prozent aller Wohnungen in
Österreich als Nebenwohnsitz angemeldet – und stehen damit ebenfalls
temporär leer. Die höchsten Nebenwohnsitz-Quoten befinden sich in
Burgenland, Niederösterreich und Salzburg.
Wie effizient eine Leerstandsabgabe ungenutztem Wohnraum
entgegenwirken kann, zeigt das französische Modell: Die 1999 in
Frankreich eingeführte Leerstandsabgabe konnte die Anzahl der
Leerstände ab der Einführung bis 2013 um 13 Prozent reduzieren. Auf
Österreich umgelegt entspräche das rund 40.000 Wohnungen, die wieder
bewohnt wären. Mit dem Steuererlös einer Leerstandsabgabe könnten
anschließend dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen finanziert
werden. „Wenn leer stehende Wohnungen und sporadisch genutzte
Zweitwohnungen reaktiviert werden, könnten wir bis zu 4.170 Hektar an
Fläche für Neubauten einsparen - das ist etwa der gesamte Boden, den
Österreich in einem Jahr verbraucht”, sagt Ebner. Greenpeace fordert
die Bundesländer auf, eine Leerstands- inklusive Nebenwohnsitzabgabe
verbindlich und rasch umzusetzen, sobald die gesetzliche Grundlage
beschlossen ist.
Factsheet und Grafik zum Thema: https://act.gp/Factsheet-Leerstand
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