- 01.03.2024, 14:30:17
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Quotenregelung Humanmedizin: BM Polaschek für europaweite Lösung
Bundesminister Polaschek schlägt EU-Bildungsministerinnen und -ministern konkreten Fahrplan bis Ende 2025 vor.
Utl.: Bundesminister Polaschek schlägt EU-Bildungsministerinnen und
-ministern konkreten Fahrplan bis Ende 2025 vor. =
Wien (OTS) - „Österreich ist ein äußerst attraktiver Studien- und
Hochschulstandort mit den höchsten Anteilen internationaler
Studierender innerhalb der EU. Damit das so bleibt, müssen wir
gemeinsam eine europaweite Lösung für die negativen Folgen der
sogenannten asymmetrischen Mobilität‘ finden, die längerfristig zu
massiven Problemen führen kann“, betonte Bundesminister für Bildung,
Wissenschaft und Forschung, Martin Polaschek beim informellen Rat der
EU-Bildungsminister in Brüssel am Donnerstag.
Gemeint ist das Ungleichgewicht, dass in bestimmten Studienrichtungen
eine überproportionale Zahl an ausländischen Studierenden an
österreichischen Hochschulen ihr Studium absolviert, aber
anschließend wieder abwandert. In Österreich ist das besonders in
jenen Studienfächern zu beobachten, für die in Deutschland der
Numerus Clausus als Zugangsvoraussetzung verlangt wird, also vor
allem der Human-, der Zahn- und der Veterinärmedizin, aber auch der
Psychologie. 2006 hat Österreich deshalb zur Sicherstellung der
öffentlichen Gesundheitsversorgung die sogenannte Quotenregelung
eingeführt. Demnach stehen zwar 95% der Studienplätze in Humanmedizin
allen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern offen, aber 75% davon sind für
Studierende mit österreichischem Maturazeugnis reserviert. Die
restlichen 5% können frei vergeben werden, wobei darin auch jene
Studienplätze enthalten sind, die heuer erstmals zur besonderen
Sicherstellung der Gesundheitsversorgung durch Bund, Länder und die
Österreichische Gesundheitskasse gewidmet werden können.
Trotz der konsequenten Bemühungen und der Vielzahl an bereits
gesetzten Maßnahmen bezweifelt Bundesminister Polaschek aber, dass
das ausreicht, um die medizinische Versorgung angesichts des starken
Drucks auf das Gesundheitssystem längerfristig sicherzustellen. Er
sprach sich daher im Austausch mit den übrigen 26
EU-Bildungsministerinnen und Bildungsministern für eine EU-weite
Erhebung des Phänomens der asymmetrischen Mobilität aus, auf deren
Basis sie bis Ende 2025 Schlussfolgerungen ableiten. Sein Vorschlag
wurde von seinen Amtskolleginnen und -kollegen gut aufgenommen, allen
voran von den Niederlanden.
Bundesminister Polaschek legte außerdem einen ersten Lösungsvorschlag
vor: die Festlegung einer einheitlichen Berechnungsformel, nach der
eine bestimmte Anzahl an Mindeststudienplätzen für jeden
EU-Mitgliedsstaat bestimmt wird. Jene Länder, die diesen Wert nicht
erreichen, würden danach Ausgleichszahlungen an jene zahlen, die so
wie Österreich ihre Verpflichtung mehr als übererfüllen.
„Es gibt sicher auch noch andere Lösungsmöglichkeiten. Wichtig ist
nur, die Folgen der asymmetrischen Mobilität auf europäischer Ebene
zu lösen. Sie betrifft alle EU-Mitgliedsstaaten und geht uns alle an,
das zeigt auch die lebhafte und angeregte Diskussion des Themas beim
informellen Rat“, so Bundesminister Polaschek abschließend.
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