- 01.03.2024, 13:29:31
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„kulturMontag“: Machtmissbrauch in der Kulturbranche, bezaubernde Mentalmagier, unterschätzte Komponistinnen
Paulus Manker und „Clairvoyants“ live im Studio; danach: „Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener Moderne“– am 4. März ab 22.30 Uhr in ORF 2
Utl.: Paulus Manker und „Clairvoyants“ live im Studio; danach:
„Frauenbilder – Gegenbilder: Die Künstlerinnen der Wiener
Moderne“– am 4. März ab 22.30 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“
am 4. März 2024 um 22.30 Uhr in ORF 2 thematisiert u. a. den
Machtmissbrauch in der Kulturbranche, der einmal mehr durch eine
kürzlich veröffentlichte TV-Dokumentation diskutiert wird. Dazu nimmt
der u. a. betroffene Theater- und Filmregisseur Paulus Manker im
Studio Stellung. Live zu Gast ist auch das unter dem Namen
„Clairvoyants“ in den USA erfolgreiche und mittlerweile dort auch
lebende österreichische Weltklasse-Mentalmagier-Duo Thommy Ten und
Amélie van Tass, das sein jüngstes Programm dennoch in seiner Heimat
Niederösterreich vorstellt. Im Studio geben sie eine Kostprobe ihres
„bezaubernden“ Könnens. Anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags
(Details zum ORF-Schwerpunkt unter presse.ORF.at) stellt das
Kulturmagazin weiters geniale, aber unterschätzte Komponistinnen der
Musikgeschichte in den Mittelpunkt. Anschließend steht außerdem die
themenaffine Dokumentation „Frauenbilder – Gegenbilder: Die
Künstlerinnen der Wiener Moderne“ (23.25 Uhr) von Barbara Weissenbeck
auf dem Spielplan.
Denn sie wissen (nicht), was sie tun – Machtmissbrauch in der
Kulturbranche
Seit „MeToo“ und dem Skandal rund um Harvey Weinstein ist das Thema
Machtmissbrauch nicht nur im Filmbusiness ein offenes Geheimnis. Auch
am Theater beschreiben Betroffene ein Klima der Angst, zeichnen das
Bild einer toxischen Arbeitsatmosphäre, das von verbalen,
gewalttätigen bis sexistischen Übergriffen geprägt ist. In der Film-
und Theaterszene, die vom sogenannten „Geniekult“ und von der
magnetischen Wirkung seiner Stars lebt, ist das Machtgefälle groß.
„Gegen das Schweigen“ heißt eine neue deutsche TV-Dokumentation, die
den Machtmissbrauch in der Kulturbranche thematisiert. Drei Jahre
lang haben die beiden investigativen Journalistinnen Kira Gantner und
Zita Zengerling recherchiert und mit mehr als 200 Betroffenen
gesprochen. Auch wenn die Erlebnisse und Situationen
unterschiedlicher Natur sind, scheint sich das System dahinter
offenbar ähnlicher Mechanismen zu bedienen. Schwere Vorwürfe werden
in der Doku u. a. auch gegen die österreichischen Regisseure Paulus
Manker und Julian Pölsler erhoben. Manker, der mit seiner „Alma – A
Show Biz ans Ende“ rund um den Globus Furore machte, wird eines
verbal wie körperlich gewaltsamen Verhaltens von Ex-Mitarbeiterinnen
und Ex-Mitarbeitern beschuldigt. Pölsler, bekannt für seine
Marlen-Haushofer-Verfilmung „Die Wand“, die „Polt“-Krimis und aktuell
die „Altaussee Krimis“ in ServusTV wird der anzüglichen wie
sexualisierten Grenzüberschreitung beschuldigt. Der „kulturMontag“
hat mit Betroffenen gesprochen und ist der zentralen Frage der
Dokumentation nachgegangen, wie viel Verantwortung Täter:innen tragen
und wie viel Verantwortung bei Kolleginnen und Kollegen, Geldgebern,
Produktionsfirmen, Sendern und dem Publikum liegt. Im Gespräch mit
Peter Schneeberger nimmt Paulus Manker live im Studio erstmals
Stellung zu den Vorwürfen.
Ein bezaubernd-zauberhaftes Duo – Die Mentalisten Thommy Ten und
Amélie van Tass
Sie sind Weltmeister der Mentalmagie, schafften den zweiten Platz in
der renommierten „America’s Got Talent“-Show und verzauberten unter
dem Namen die „The Clairvoyants“ – die Hellseher – mit ihrem Programm
„Zweifach zauberhaft“ bisher ein Millionenpublikum zwischen Las
Vegas, dem Broadway und St. Pölten. In einem Atemzug werden Thommy
Ten und Amélie van Tass mit David Copperfield und Siegfried & Roy,
die das zauberhafte Paar für ihre Shows entdeckt hatten, genannt. Nur
wenige Österreicher:innen vor ihnen haben eine derartige
Bilderbuch-Karriere hingelegt. Obwohl sie ihren Lebensmittelpunkt
nach Las Vegas verlegt und einander dort auch mittlerweile das
Ja-Wort gegeben haben, sind sie ihrer Heimat Niederösterreich treu
geblieben. So wundert es nicht, dass die Welt-Uraufführung des neuen
Programms „Dreifach zauberhaft“ heute, am 1. März, in St. Pölten
stattfindet. Peter Schneeberger begrüßt das Paar im Studio, spricht
über ihre Anfänge bei der ORF-Show „Die große Chance“, ihre Erfolge,
ihr Leben zwischen Las Vegas, Krems sowie dem Rest der Welt und
stellt live im „kulturMontag“ ihr Hexen-Einmaleins auf die Probe.
Zum Weltfrauentag: Genial und unterschätzt – Komponistinnen im Fokus
Mozart, Mahler, Verdi, Strauss, Bach oder Beethoven – sie stehen auf
den Spielplänen der Opern- wie Konzerthäuser in aller Welt. Ihre
weiblichen Kolleginnen führen hingegen immer noch ein Schattendasein,
sind doch die Programme nach wie vor männlich dominiert. Zu Unrecht
findet Musikwissenschafter Arno Lücker und stellt in seinem neuen
Buch 250 Komponistinnen ins Rampenlicht. Denn selbstverständlich gab
es Frauen, die den tonangebenden Widrigkeiten ihrer Zeiten trotzten
und Musik schrieben, allerdings blieben sie meist im Hintergrund. Zu
Lebzeiten ignoriert, in der Musikgeschichte oft übersehen – und vom
Musikmarkt sowieso. Sieht man von der Entdeckung Clara Schumanns oder
Fanny Mendelssohns – als Ausnahmen, die die Regel bestätigen – ab,
gab es eben keine Meisterinnen. Lücker, der selbst komponiert,
tauchte für sein Buch tief in die Archive der Musikgeschichte und
holt die Frauen in Kurzporträts vor den Vorhang. Dabei spannt er den
Bogen vom byzantinischen Zeitalter bis in die Gegenwart. Der
„kulturMontag“ bittet die Komponistinnen Katharina Klement und Keren
Kagarlitsky zum Gespräch und geht der Frage nach, was es braucht,
damit ihre bisher noch ungehörte Musik häufiger erklingt.
Zum Weltfrauentag: Doku „Frauenbilder – Gegenbilder: Die
Künstlerinnen der Wiener Moderne“
Wien um 1900: Kunst und Geistesleben entfalten sich geradezu
explosionsartig. Kurz vor dem Untergang der Doppelmonarchie prunkt
und protzt ihre Metropole mit revolutionärer Architektur und Musik,
mit Neuentdeckungen in Wissenschaft und Philosophie. Die bis heute
bedeutendsten Künstler der Wiener Moderne bilden das Dreigestirn
Klimt-Kokoschka-Schiele. Und die Künstlerinnen jener Jahre? Sie
leisten mutige Pionierarbeit, kämpfen darum, sich zu emanzipieren –
und sind doch oft zum Scheitern verurteilt, weil Männer sie
boykottieren und diskriminieren. Barbara Weissenbecks Dokumentation
porträtiert die zu Unrecht Vergessenen und erzählt großteils sehr
persönliche Geschichten des Kampfes um Anerkennung in einer männlich
dominierten Kunstwelt. Der Film skizziert ein ebenso vielschichtiges
wie ambivalentes Bild der damaligen Gesellschaft.
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