- 09.02.2024, 11:25:58
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- OTS0059
Europäische Volkspartei schlägt Kuhhandel mit Ewigkeits-Chemikalien vor
GLOBAL 2000 fordert von der Regierung klare Unterstützung eines Verbotes der ganzen PFAS-Gruppe.
Die als „Ewigkeits-Chemikalien“ bekannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) finden sich überall auf der Welt und lassen sich bereits im Körper von 99% aller Menschen nachweisen. Wegen der besorgniserregenden gesundheitlichen Auswirkungen dieser Chemikaliengruppe legte die EU Kommission einen Vorschlag für eine umfassende Beschränkung vor. Nun läßt der Umweltsprecher der Europäischen Volkspartei (EVP), Peter Liese, im Vorfeld zum EU-Klimaplan durchblicken, dass die EVP – und damit die derzeit größte Fraktion im Europaparlament - ihre Zustimmung zum wichtigen Klima-Ziel einer 90%-CO2-Reduktion an die Bedingung knüpfen könnte, dass auf eine Beschränkung der PFAS verzichtet wird.
Gefährlicher Deal
Waltraud Novak, Chemikalien-Expertin bei GLOBAL 2000 dazu: „Ein derartiger Kuhhandel mit unserer Gesundheit ist verantwortungslos. Sollte es dazu kommen, wäre das nicht nur beschämend für die EVP, sondern auch für die EU-Kommission.“
Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000 ergänzt: „PFAS sind eine tickende Zeitbombe, da sie sich zusehends in der Umwelt und im Menschen anreichern. Je länger wir mit einem Verbot warten, desto unlösbarer wird das Problem, das wir uns mit diesen gefährlichen Stoffen einhandeln. Wir fordern daher, dass sich Umweltministerin Gewessler für ein rasches und umfassendes Verbot der ganzen PFAS-Gruppe einsetzt und auch die Volkspartei ihre Verantwortung für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt anerkennt.“
Einige PFAS-Substanzen sind von der EU bereits als fortpflanzungsschädigend und krebserregend eingestuft. Novak dazu: „Erst zwei der über 4700 verschiedene PFAS-Substanzen sind in der EU verboten, zu den restlichen gibt es noch große Wissenslücken“. Immer mehr Studien zeigen jedoch, dass sich PFAS überall finden, so zum Beispiel kürzlich in Outdoorkleidung für Kinder oder in Fastfood-Verpackungen. „Deshalb hat GLOBAL 2000 den Vorschlag der EU Kommission für eine Gruppenbeschränkung begrüßt. Eine Einzelbewertung wäre wenig zielführend, um diese schädlichen Substanzen zu kontrollieren. Nur ein Verbot der ganzen PFAS-Gruppe kann uns und die Umwelt schützen“, ist Novak überzeugt.
Exposition verringern: Ausbildung bei GLOBAL 2000
Um das Bewusstsein über problematische Chemikalien zu steigern, bietet GLOBAL 2000 eine Ausbildung zu sogenannten Chemikalien-Botschafter:innen an. Im Rahmen des europäischen Projekts „LIFE ChemBee“ werden engagierte Freiwillige gesucht, die in der kostenlosen Kurzausbildung alles über Giftstoffe im Zuhause erfahren. Im Rahmen von zweistündigen Online-Kursen werden innerhalb von 8 Wochen praktisches Chemikalien-Wissen und Methoden der Umweltkommunikation vermittelt. Das erlernte Wissen soll im Anschluss im Freundes- und Bekanntenkreis weitergegeben werden.
Rückfragen & Kontakt
Waltraud Novak, Chemikalien-Expertin GLOBAL 2000, [email protected], +4369914200029
Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker GLOBAL 2000, [email protected], +4369914200034
Marcel Ludwig, Pressesprecher GLOBAL 2000, [email protected], +4369914200020
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