- 06.02.2024, 15:26:27
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oecolution austria zu EU-Klimazielen 2040: Realistische Ziele statt unrealistischer Ankündigungen
Balance zwischen ambitionierten Zielen und machbaren Lösungen entscheidend
Anlässlich der heute verkündeten Zielvorgaben der EU-Kommission, bis 2040 eine Reduktion der Klimagase um 90 Prozent zu erreichen, äußert sich oecolution-Geschäftsführerin Elisabeth Zehetner kritisch: "Es ist bereits jetzt klar, dass ein Großteil der EU-Mitgliedsstaaten die Zielvorgaben bis 2030 verfehlen wird. Angesichts dessen nun noch höhere und unrealistische Zielsetzungen vorzugeben, ist mehr als fragwürdig. Eine Balance zwischen ambitionierten Zielen und machbaren Lösungen ist entscheidend, um Fortschritte zu erzielen, die weder unseren Wohlstand gefährden noch unrealistische Erwartungen wecken."
Eine aktuelle Analyse im Auftrag von oecolution zeigt, dass unter Berücksichtigung aller geplanten und realistischerweise umsetzbaren Maßnahmen (WAM-Szenario) eine erhebliche Lücke in der CO2-Reduktion bestehe. "18 Länder werden ihre Ziele um insgesamt 552 Millionen Tonnen CO2 verfehlen, während elf Länder ihre Ziele um 264 Millionen Tonnen übererfüllen. Dies verdeutlicht, dass ohne eine solide Basis und klare Umsetzungsstrategien die Zielsetzungen zum Scheitern verurteilt sind," erklärt Zehetner. Auch unter Nutzung von Flexibilitätsmechanismen bleibt eine Lücke von etwa 288 Millionen Tonnen. Insbesondere die großen Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und Italien werden ihre Ziele um mehr als 400 Millionen Tonnen verfehlen. Österreich könnte durch Flexibilitätsnutzung seine Lücke von 21,2 auf 13,6 Millionen Tonnen verringern, was finanzielle Einsparungen bedeutet.
Zehetner betont, dass nach der EU-Wahl das System überarbeitet werden muss, insbesondere hinsichtlich des Handels mit Zertifikaten und der Kompensation von Emissionslücken, auch außerhalb der EU. „Es ist nicht zu Ende gedacht, was passiert, wenn – wie derzeit absehbar – viele Länder ihre Ziele nicht erreichen?“, so Zehetner. „So gut gemeint die überambitionierten Vorsätze der EU sein mögen, so sehr gefährden sie durch Realitätsverweigerung auch die wichtige und richtige weltweite Vorreiterrolle der EU und ihre Glaubwürdigkeit", schließt Zehetner.
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