- 06.02.2024, 11:51:34
- /
- OTS0087
Gemeinsam stiften – Neues Modell für gesellschaftliche Initiativen in der Region
Gemeinschaftsstiftung als langfristig angelegte Alternative zum Verein international im Aufwind.
Gemeinnütziges Engagement ist in der österreichischen Gesellschaft tief verankert. Neben dem Verein als verbreitetste Organisationsform für Initiativen, die dem Gemeinwohl gewidmet sind, erfreut sich das Konzept der Gemeinschaftsstiftung in zahlreichen Ländern steigender Beliebtheit. In 23 europäischen Nationen ist dieses Modell bereits verbreitet. Auch in Österreich wächst das Interesse angesichts der seit 2024 verbesserten Rahmenbedingungen für gemeinnütziges Stiften. Großer Vorteil der Stiftungsstruktur ist, dass die gemeinnützigen Interessen durch eine Vermögensausstattung finanziell langfristig abgesichert werden können.„Die vielen neuen Herausforderungen unserer Zeit werden wir nur gemeinsam meistern können. Quer durch alle Regionen Österreichs entstehen laufend ambitionierte gemeinnützige Initiativen. Doch viele davon versanden leider rasch wieder, weil nicht rechtzeitig eine tragfähige Struktur geschaffen wird“
, bringt Günther Lutschinger, Geschäftsführender Vorstand des Verbandes für gemeinnütziges Stiften, die Problematik vieler Vereine auf den Punkt. Auf 131.377 Vereine belief sich der Bestand hierzulande per Ende 2023 – die meisten in Wien (30.211), gefolgt von Niederösterreich (24.890) und Oberösterreich (18.254). „Auf 70 Menschen in Österreich kommt im Schnitt ein Verein – ein beeindruckendes Zeugnis für die Fülle an zivilgesellschaftlichen Initiativen! Doch allein innerhalb des Vorjahres wurden auch fast 3.500 Vereine freiwillig und rund 1.400 behördlich aufgelöst – unter anderem aufgrund von fehlenden Mitteln und Handlungsunfähigkeit.“
Gesicherte Grundstruktur als Plus der Gemeinschaftsstiftung
Da Vereine nur sehr eingeschränkt Reserven zur Absicherung zukünftiger Herausforderungen anhäufen dürfen, ist die Finanzierung für sie jährlich aufs Neue ein entscheidendes Thema. Demgegenüber ermöglichen Gemeinschaftsstiftungen eine langfristige wirtschaftliche Absicherung. Denn das gemeinschaftlich in die Stiftungsstruktur eingebrachte Vermögen bleibt nachhaltig den gemeinnützigen Ideen zweckgewidmet und verleiht dieser Organisationsform von Grund auf eine stabile Basis.
Franz Karl Prüller, Vizepräsident des Verbandes für gemeinnütziges Stiftungen und langjähriger Mitgestalter der österreichischen und europäischen Zivilgesellschaft, erklärt das Modell: „Gemeinschaftsstiftungen sind eine stabile Form des gemeinsamen Gestaltens: Gemeinsame Verantwortung, gemeinsame Führung und gemeinsame Mittelaufbringung und -verwaltung ermöglichen einer größeren Zahl an Menschen, niedrigschwellige Beteiligung mit einer langfristigen Organisationsform zu verbinden. Einbringen kann man sich sowohl mit Finanzmitteln als auch mit ehrenamtlichem Engagement.“
Probleme langfristig lösen
In Deutschland wird dieses Modell Bürgerstiftung bezeichnet und ist bereits weit verbreitet als Organisationsform für regionales bürgerschaftliches Engagement – sei es für soziale, kulturelle, bildungsbezogene oder Umweltbelange in der jeweiligen Community. Rund 440 solcher Stiftungen sind im Nachbarland bereits aktiv. Aber auch in Österreich gibt es bereits eine Hand voll Initiativen, die bei ihren gemeinnützigen Zielen auf gemeinschaftliches Stiften setzen: Erst im Vorjahr wurde in der Kärntner Stadt Gmünd die „Künstler:innenstadt Gmünd gemeinnützige Privatstiftung“ gegründet. Dahinter stehen Hans Peter Haselsteiner und rund 30 weitere Stifterinnen und Stifter, die gemeinsam mit dem Land Kärnten, der Stadtgemeinde Gmünd und der Strabag SE rund 1,3 Mio. Euro eingebracht haben, um u.a. langfristig den Betrieb eines Kulturhauses zu sichern.
Ein überregional wirkendes Beispiel für gemeinsames Stiften ist die MINTality Stiftung, die Mädchen und junge Frauen nachhaltig für technische Ausbildungen begeistern und damit einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten möchte. Gegründet wurde die Stiftung von der Unternehmerin Therese Niss gemeinsam mit neun Unternehmen und zwei Interessensvereinigungen. Im Rahmen ihres Förder-Calls 2023 hat die Stiftung sechs Projekte mit insgesamt 500.000 € unterstützt.
Jetzt für Einführungsprogramm 2024 bewerben!
Um regionale Gemeinschaftsinitiativen wie diese zu fördern, hat der Verband für gemeinnütziges Stiften das Einführungsprogramm ins Leben gerufen. Menschen aus ganz Österreich, die sich der Idee für eine Gemeinschaftsinitiative zugunsten des Gemeinwohls versschrieben haben, sind aufgerufen jetzt bis 15. Februar ihre Konzepte einzureichen. Eine Fachjury wählt aus den Bewerbungen die vielversprechendsten Teilnehmer*innen für das im März 2024 startende Einführungsprogramm aus. Dieses bietet bis Oktober kostenlose Workshops gemeinsam mit Expert*innen. Ziel ist es, in einem Entwicklungsprozess auf Basis erfolgreicher Praxisbeispiele aus ganz Europa die Rahmenbedingungen für regionale Gemeinschaftsstiftungen auszuarbeiten.
Alle Informationen zu Bewerbung und Ablauf unter: www.gemeinsam-stiften.at.
Anmeldung zu den Info-Webinaren am 9.2. und 12.2. unter: info@gemeinsam-stiften.at.
Rückfragen & Kontakt
Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführender Vorstand des Verbandes für gemeinnütziges Stiften, T: +43 676 4410108, E: guenther.lutschinger@gemeinnuetzig-stiften.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGS