• 05.02.2024, 10:35:16
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Rotes Kreuz und FGM/C-Koordinationsstelle: „Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit!“

Leistungen zur Beratung und Prävention weiter ausgebaut – Rotkreuz-Generalsekretär Opriesnig: „Genitalverstümmelung durch nichts zu rechtfertigen!“

Wien (OTS) - 

Starke Schmerzen beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr, lebensbedrohliche Komplikationen bei der Geburt, Angststörungen und Depressionen. Das sind nur einige der schweren Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C). Dennoch wird diese Art der Beschneidung weiterhin illegal praktiziert – das Einschneiden, Wegschneiden, Verändern und/oder Nähen von Klitoris, Klitorisvorhaut, inneren und/oder äußeren Vulvalippen aus nicht medizinischen Gründen. In Österreich sind laut einer laufenden Studie der Medizinischen Universität Wien in Kooperation mit dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd (im Auftrag des Bundeskanzleramts der Republik Österreich) bis zu 11.000 Frauen von dieser Form der geschlechterspezifischen Gewalt betroffen, weltweit sind es mehr als 200 Millionen. Die Dunkelziffer dürfte noch weit größer sein. 

„Betroffene Frauen und Mädchen leiden ihr Leben lang“

Anlässlich des Internationalen Tags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar appelliert Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes: „Jeder Mensch hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist durch nichts auf der Welt zu rechtfertigen und in Österreich eine Straftat. Betroffene leiden ihr Leben lang darunter. Wir müssen alles dafür tun, um Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen endlich ein Ende zu setzen.“ 

Erweitertes Angebot der FGM/C-Koordinationsstelle mit Rotkreuz-Beteiligung

Betroffene können sich bei der österreichweiten FGM/C-Koordinationsstelle beraten, begleiten und informieren lassen. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss aus FEM Süd, dem Österreichischen Roten Kreuz, den Frauengesundheitszentren Linz und Salzburg und dem MEN Männergesundheitszentrum. Als erste nationale FGM/C-Koordinationsstelle ist diese Institution einzigartig in Europa. Das Angebot wurde zuletzt ausgeweitet: In der Steiermark wurde im Universitätsklinikum Graz (Auenbruggerplatz 14) eine neue FGM-Ambulanz geschaffen, in Kärnten eine neue Beratungsstelle der FGM/C-Koordinationsstelle (Grete-Bittner-Straße 9). Sie ergänzen die österreichweiten Anlaufstellen in Wien, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Übersicht über alle Anlaufstellen: Hier klicken. 

Beratung und Präventionsarbeit

„Im Jahr 2023 wurden in diesen Einrichtungen mehr als 1.000 Beratungsgespräche geführt. Die betroffenen Frauen waren im Schnitt 29 Jahre alt, 48 Prozent von ihnen alleinstehend, 28 Prozent verheiratet oder in einer Beziehung“, erklären Hilde Wolf und Umyma El Jelede, Projektleiterinnen der FGM/C-Koordinationsstelle vom Frauengesundheitszentrum FEM Süd. „Uns ist es im Zuge der Bewusstseinsbildung ein Anliegen, neben den betroffenen Frauen und Mädchen auch Männer zu erreichen. Dazu führen wir Workshops und Schulungen durch, die 2023 noch stärker als in den Jahren zuvor in Anspruch genommen wurden.“

Beratung für Männer

Romeo Bissuti, Leiter des MEN-Männergesundheitszentrums, ergänzt: „Männer zu erreichen spielt eine sehr wichtige Rolle im Einsatz gegen FGM/C. Gezielte Aufklärung und Sensibilisierung wirkt auch präventiv. Im MEN-Männergesundheitszentrum besteht die Möglichkeit der männerspezifischen persönlichen Beratung zu allen Themen rund um Gewalt gegen Frauen und weibliche Genitalverstümmelung. Männer, die das strukturelle Problem einmal erkannt haben, werden oft zu Multiplikatoren und damit zu wichtigen Verbündeten im Kampf gegen diese Form der Gewalt.“ 

Infotelefon

Für die FGM/C Koordinationsstelle als erste Anlaufstelle in Österreich wurde ein Infotelefon installiert, an das sich sowohl betroffene und gefährdete Frauen und Mädchen als auch Fachkräfte, Expert:innen oder Interessierte wenden können: +43 1 267 7 267, Mo - Do von 9-16 Uhr, Fr von 9-12 Uhr 

Dieses Projekt wird durch das Bundeskanzleramt (ko)finanziert.

Tätigkeitsbericht 2023: Hier klicken 

Mehr Infos zur FGM/C-Koordinationsstelle: Hier klicken

FEM Süd: Hier klicken

MEN-Männergesundheitszentrum: Hier klicken

Linzer Frauengesundheitszentrum: Hier klicken

Frauengesundheitszentrum Salzburg: Hier klicken 

Fotos: Hier klicken

Rückfragen & Kontakt

Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Gerald Richter
Presse- und Medienservice
+43158900153 +436645444619
[email protected]
www.roteskreuz.at

Mag.a Hilde Wolf, MBA
FGM/C Koordinationsstelle
T: +43/650/2628411
E: [email protected]
W: www.femsued.at

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