• 25.01.2024, 12:51:19
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Van der Bellen und Religionsvertreter setzen Zeichen für Frieden

Bundespräsident lud Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen und Religionen in die Hofburg: "Frieden ist in Österreich eine Selbstverständlichkeit und die Kirchen und Religionen tragen viel dazu bei" - Frieden in Österreich bewahren und sich weltweit noch intensiver dafür einsetzen

Utl.: Bundespräsident lud Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen
und Religionen in die Hofburg: "Frieden ist in Österreich eine
Selbstverständlichkeit und die Kirchen und Religionen tragen
viel dazu bei" - Frieden in Österreich bewahren und sich
weltweit noch intensiver dafür einsetzen =

Wien (KAP) - Zu einer "Stunde für den Frieden" lud Bundespräsident
Alexander Van der Bellen am Donnerstag Vertreterinnen und Vertreter
aller in Österreich anerkannten 16 Kirchen und
Religionsgesellschaften in die Hofburg ein. Dabei betonten sowohl das
Staatsoberhaupt wie auch die Kirchen- und Religionsvertreter die
gemeinsame Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und das
gesellschaftliche Miteinander. Es sei bemerkenswert, so Van der
Bellen in seinem Grußwort, dass die Kirchen und Religionen ein so
besonders gutes Miteinander in Österreich pflegen würden. Das heutige
Treffen sei ein Zeichen dafür.

Bundespräsident Van der Bellen und seine Gattin Doris Schmidauer
begrüßten in der Hofburg u.a. Militärbischof Werner Freistetter, den
lutherischen Bischof Michael Chalupka, die evangelische
Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs, den armenisch-apostolischen
Bischof und Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in
Österreich, Tiran Petrosyan, den koptischen Bischof Anba Gabriel, den
methodistischen Superintendenten Stefan Schröckenfuchs, die
altkatholische Bischöfin Maria Kubin, die Vorsitzende der
Katholischen Frauenbewegung, Angelika Ritter-Grepl, den orthodoxen
Erzpriester Nikolaus Rappert, den syrisch-orthodoxen Chorepiskopos
Emanuel Aydin, Hirte Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche
und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka. Weiters waren
der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural,
IKG-Präsident Oskar Deutsch und der Präsident der Buddhistischen
Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, der Einladung gefolgt.

"Frieden ist in Österreich eine Selbstverständlichkeit und die
Kirchen und Religionen tragen viel dazu bei. Leider ist der Frieden
weltweit keine Selbstverständlichkeit", so Bundespräsident Van der
Bellen wörtlich. Er hob die Bedeutung des Dialogs hervor und rief
dazu auf, diesen weiterhin mit Engagement zu pflegen. Nachsatz: "Ich
vertraue darauf, dass wir ein friedvolles Miteinander bewahren.
Miteinander zu reden ist essenziell für das Wohl unserer
Gesellschaft. In Zeiten globaler Unsicherheiten ist es wichtig, dass
wir einander zuhören und uns nicht vor anderen Überzeugungen
fürchten."

Bedeutung der Religionen nimmt zu

Bischof Werner Freistetter, der in seiner Funktion als
Referatsbischof für den interreligiösen Dialog in der
Bischofskonferenz an erster Stelle die katholische Kirche vertrat,
hob in seinen Ausführungen das Friedenspotenzial der Religionen
hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf Papst Franziskus wie
auch auf eigene Erfahrungen. Die Bedeutung der Religionen für die
Bewältigung der aktuellen Krisen und Herausforderungen nehme sogar
zu, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Entgegen der verbreiteten Ansicht, dass Religionen oder Religion
überhaupt die Ursache vieler bewaffneter Konflikte sind und die Welt
ohne Religion wesentlich friedlicher wäre, hätten der aktuelle Papst
wie auch seine Vorgänger immer wieder auf das Friedenspotential der
Weltreligionen hingewiesen. "Religion kann und darf nie als
Legitimation für Kriege und die gewaltsame Durchsetzung
wirtschaftlicher oder politischer Interessen herangezogen werden", so
Freistetter.

Als ehemaliger Leiter des Instituts für Religion und Frieden und
Militärseelsorger in verschiedenen Konfliktgebieten, besonders auf
dem Balkan, aber auch im Libanon und auf dem Golan, habe er
miterlebt, so Freistetter weiter, "wie wichtig die Rolle der
Religionsgemeinschaften für den Erhalt oder die Wiederherstellung
eines dauerhaften Friedens in einer Gesellschaft ist". Er habe aber
auch erfahren, "wie schwer es für manche religiösen Repräsentanten
ist, ihr gesellschaftliches und politisches Engagement von der
innersten Substanz ihres Glaubens her zu bestimmen und nicht
umgekehrt". Oft sei die Versuchung groß, "das Trennende zwischen
Gruppen von Menschen im Rückgriff auf religiöse Unterschiede
hervorzustreichen, um ganz andere Interessen damit zu verfolgen und
bestehende Konflikte noch zu verfestigen", räumte der Bischof ein.

Er sei deshalb sehr froh, "dass die Vertreter der
Religionsgemeinschaften in Österreich einen freundschaftlichen Umgang
miteinander pflegen und auf vielen Ebenen zum Wohl der Menschen in
diesem Land und darüber hinaus zusammenarbeiten".

Mehr: https://www.kathpress.at/goto/meldung/2341304

((ende)) GPU
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