- 30.12.2023, 15:22:17
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70 Jahre Sternsingen: Van der Bellen würdigt "Friedensbotschaft"
Hofburg-Besuch von Kinder- und Jugendgruppen aus ganz Österreich und Südtirol zum Bestandsjubiläum - Präsident lobt wichtigen Einsatz der bundesweit 85.000 Sternsinger
Utl.: Hofburg-Besuch von Kinder- und Jugendgruppen aus ganz
Österreich und Südtirol zum Bestandsjubiläum - Präsident lobt
wichtigen Einsatz der bundesweit 85.000 Sternsinger =
Wien (KAP) - Sternsingergruppen aus ganz Österreich und Südtirol sind
am Samstag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seiner
Gattin Doris Schmidauer in der Wiener Hofburg empfangen worden. Das
Staatsoberhaupt gratulierte seinen jungen Gästen stellvertretend für
alle 85.000 bundesweit beteiligten Kinder und Jugendlichen zum
diesjährigen 70. Geburtstag der Sternsingeraktion und würdigte deren
"wichtige Friedensbotschaft". Zudem betonte er, das Engagement der
als drei Könige verkleideten Kinder wirke "über alle möglichen
Grenzen hinweg - über jene in unseren Köpfen wie auch über reale".
Das Sternsinger-Jubiläum brachte Van der Bellen mit dem im November
gefeierten 75-Jahr-Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte in Verbindung. Beide seien "Zeichen der Hoffnung".
Auch die Sternsingerinnen und Sternsinger würden sich zudem für die
weltweite Umsetzung der Menschenrechte einsetzen. Besonders hob der
Bundespräsident zudem hervor, dass die an der Aktion beteiligten
Kinder und Jugendlichen zu allen Menschen gingen - "unabhängig von
deren Glauben, Herkunft, sozialer Stellung oder ob sie schon lange
oder erst kurz in Österreich leben". Er sei ihnen dafür dankbar -
ebenso wie auch den Spenderinnen und Spendern für deren "wichtige
Unterstützung für eine bessere Welt".
Wie Van der Bellen weiters auch erwähnte, gehen die Gelder der beim
Sternsingen durchgeführten Haussammlung an Hilfsprojekte in anderen
Kontinenten. Somit werde anderswo wie etwa auf den Philippinen, in
Guatemala oder Tansania geholfen, gemeinsam mit ansässigen
Initiativen vor Ort. Insgesamt 520 Millionen Euro an Hilfsgeldern
wurde seit der ersten Sternsingeraktion im Jahr 1954 dabei
"ersungen", berichtete bei dem bereits traditionellen Besuch in der
Präsidentschaftskanzlei die für die Dreikönigsaktion zuständige
Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar, Teresa Millesi.
Millesi wünschte dem Bundespräsidenten im Namen der Sternsinger ein
"gutes Miteinander, Gesundheit und Wohlergehen", formulierte jedoch
auch den Wunsch nach einem friedlichen und solidarischen
Zusammenleben für ganz Österreich und über die Landesgrenzen hinaus.
Die Politik möge sich für eine "lebenswerte Zukunft" einsetzen und
dafür, dass vor allem für jüngere Generationen ein gutes Leben
möglich sei. Entscheidungen von heute hätten maßgebliche Konsequenzen
für nachfolgende Generationen, was etwa auch die Klimakrise und den
Umweltschutz betreffe. "Ökologisches und soziales Bewusstsein muss
richtungsweisend für politisches Handeln sein", so die
Jungschar-Vorsitzende.
Türsegen für die Hofburg
In der Präsidentschaftskanzlei vertreten waren
Sternsinger-Delegationen der Pfarre Neustift in Tirol, aus dem
steirischen St. Martin im Sulmtal, aus der zur Diözese St. Pölten
gehörenden Stiftspfarre Melk, aus dem oberösterreichischen
Ottensheim, aus Dornbirn-Hatlerdorf in Vorarlberg, aus den
burgenländischen Pfarren Jennersdorf und Rudersdorf, aus der in der
Erzdiözese Wien liegenden Pfarre Strasshof, aus St. Stefan in Gailtal
(Kärnten) sowie auch aus Sand in Taufers, das zur Diözese
Bozen-Brixen gehört.
Jede Gruppe präsentierte ein Lied, zudem gab es auch
Sternsingersprüche, Fotos der Könige mit dem Staatsoberhaupt und den
an die Tür geschriebenen Jahressegen "20+CMB+24". Letzterer steht für
"Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus),
bezeichnet jedoch auch die Initialen für Caspar, Melchior und
Balthasar, die überlieferten Namen der Heiligen Drei Könige bei der
Krippe in Bethlehem. Bundespräsident Van der Bellen überreichte
seinen Gästen eine Spende für die heuer beworbenen Hilfsprojekte und
lud abschließend alle Anwesenden zu Krapfen und Wurstsemmeln.
Guatemala ist Schwerpunktland
Bei der Sternsingeraktion 2024 steht der Kinderschutz und die
Ausbildung für Jugendliche in Guatemala im Fokus. Kinder und
Jugendliche sind in dem zentralamerikanischen Land besonders von
Armut und Ausbeutung betroffen: Jedes zweite Kleinkind in Guatemala
ist chronisch unterernährt, wobei die gesundheitlichen Schäden oft
eine Beeinträchtigung für das ganze Leben nach sich ziehen.
Unterstützt werden von der Aktion auch Familien, Schulen und
kirchliche Einrichtungen, die zu sicheren Räumen werden, in denen
Kinder und Jugendliche vor Gewalt geschützt sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Bildung. Berufliche Ausbildung
und wirtschaftliche Projekte von Jugendlichen schaffen Einkommen und
ermöglichen eine gesicherte Zukunft, heißt es seitens der
Dreikönigsaktion. So könnten die Jugendlichen in ihrer Region leben
und müssten nicht in die gefährliche Migration aufbrechen. Die
Unterstützung erfolgt mit berufsbildenden Kursen und mit Starthilfe
für die Kleinprojekte der Jugendlichen, etwa für das Züchten von
Nutztieren, die Herstellung von Lebensmitteln oder die Reparatur von
Elektrogeräten.
Weitere Prominenten-Besuche
Nach bereits absolvierten Besuchen bei Kardinal Christoph Schönborn,
den Ministern Klaudia Tanner und Gerhard Karner und
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sowie nunmehr in der Hofburg
werden Sternsingergruppen in den kommenden Tagen auch noch weiteren
bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft einen
Besuch abstatten. Geplant sind u.a. Termine bei Bundeskanzler Karl
Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler, bei den Ministern Norbert
Totschnig, Karoline Edtstadler, Martin Kocher und Leonore Gewessler,
bei Nationalratspräsidentin Doris Bures und den verschiedenen
Klubobleuten im Nationalrat.
Der Kern der größten entwicklungspolitischen Spendenaktion
Österreichs sind jedoch die Hausbesuche, die die als drei Könige mit
Sternträger verkleideten Kinder und Jugendliche in den Tagen zwischen
Weihnachten und Dreikönig absolvieren. Mehr als 85.000 Sternsinger
aus 3.000 österreichischen Pfarren sind jedes Jahr im Dienst der
guten Sache unterwegs und haben im vergangenen Jahr über 19,3
Millionen Euro für den guten Zweck gesammelt. Unterstützt werden
damit insgesamt 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika, die
sich der Bekämpfung von Armut und der Schaffung von
Zukunftsperspektiven für junge Menschen widmen.
(Spenden auch möglich über das Konto der Dreikönigsaktion IBAN: AT23
6000 0000 9300 0330, oder online auf www.sternsingen.at/spenden;
www.sternsingen.at)
((ende)) PER/HKL
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