- 30.12.2023, 10:42:52
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VPNÖ-Zauner/Dammerer: Wer schweigt, stimmt zu – Wo ist der selbst ernannte Kontrolllandesrat?
Kollross ist als GVV-Bundesobmann oberster SPÖ-Gemeindevertreter Österreichs, SPÖ-Bezirksparteiobmann im Heimatbezirk von Babler und Vorsitzender der Kinderfreunde NÖ
Utl.: Kollross ist als GVV-Bundesobmann oberster
SPÖ-Gemeindevertreter Österreichs, SPÖ-Bezirksparteiobmann im
Heimatbezirk von Babler und Vorsitzender der Kinderfreunde NÖ =
St. Pölten (OTS) - „Die SPÖ NÖ darf die Vergewaltigungs-Fantasien
ihres Nationalratsabgeordneten Kollross nicht unter den Tisch kehren.
Eine halbherzige Entschuldigung wird in dieser Sache nicht
ausreichen. Sexuelle Gewalt ist kein Kavaliersdelikt. Erst recht
nicht, wenn sie von einem Spitzenpolitiker geäußert wird“, reagieren
VPNÖ-Landesgeschäftsführer BR Matthias Zauner und Frauensprecherin
LAbg. Silke Dammerer auf die Rechtfertigungsversuche der SPÖ nach der
„widerwärtigen Entgleisung“ von Nationalrat Andreas Kollross auf
Social Media.
„SPÖ NÖ-Vorsitzender Sven Hergovich kann jetzt nicht einfach über
Silvesterfeuerwerke schwadronieren, zur Tagesordnung übergehen und so
tun, als sei nichts passiert. Sein Parteifreund Kollross bekleidet
seit Jahrzehnten wichtige Funktionen in der Partei. Er ist seit knapp
zwei Jahrzehnten Vorsitzender der Kinderfreunde in Niederösterreich
und übt damit eine Vorbildfunktion für sozialdemokratisch geprägte
Familien aus. Kollross ist Nationalrat und Bürgermeister von Trumau.
Er ist SPÖ-Bezirksparteiobmann von Baden – dem Heimatbezirk von
SPÖ-Bundesvorsitzenden Andreas Babler. Zur Krönung des Skandals ist
er auch oberster Repräsentant der SPÖ-Gemeindevertreterinnen und
-vertreter Österreichs. Kollross gehört zu den absoluten
Spitzenfunktionären der SPÖ in Niederösterreich. Wenn er glaubt, dass
mit einer halbherzigen Entschuldigung solch frauenverachtendes
Gedankengut vom Tisch gewischt werden kann, hat er noch immer nicht
die Tragweite seiner eigenen Äußerungen verstanden. Das war kein
Lausbubenstreich – und er ist Politprofi genug, um genau zu wissen,
was er tut. Es braucht Konsequenzen für Kollross und endlich klare
Worte des SPÖ-Landesvorsitzenden Hergovich. Im Gegensatz zu Hergovich
hat zumindest SPÖ-Bundesvorsitzender Babler eine öffentliche
Stellungnahme abgegeben. Eine offizielle Untersuchung und Verwarnung
durch die zuständige Landespartei sind das Mindeste, das noch folgen
muss – andere politische Parteien haben bei sexistischen Vorfällen in
der Vergangenheit hart durchgegriffen. Die SPÖ NÖ wird jedenfalls an
ihren Taten in dieser Causa gemessen werden. Der selbsternannte
Kontrolllandesrat Sven Hergovich fühlt sich offenbar nur für
vermeintlich Missstände außerhalb des eigenen parteiinternen Stalls
zuständig. Doch hier muss er erstmal zeigen, ob sein
Kontroll-Versprechen ernst gemeint oder nur ein leerer
Politik-Marketing-Schmäh ist. Als Landesparteivorsitzender muss er
Stellung beziehen und die Entgleisung von Kollross klar verurteilen“,
so VPNÖ-Landesgeschäftsführer Zauner.
Schämen Sie sich, Herr Kollross – Sie haben damit nicht nur
Ihr eigenes Ansehen beschmutzt
„Regelmäßig diskutieren wir über den Stellenwert von Frauen in
unserer Gesellschaft und warum es so schwierig ist, für echte
Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern zu sorgen. Äußerungen
wie jene von Andreas Kollross zeigen ein Sittenbild der
Sozialdemokratie, das erschreckend ist. Vor allem, wenn sie fast
zeitgleich mit Vorfällen im benachbarten OÖ zusammenfallen, wo
Feuerwehrfrauen bei ihrem Einsatz von Asylbewerbern bedrängt werden.
Dadurch wird ein toxisches Klima begünstigt, das wir hier bei uns in
Niederösterreich wirklich nicht brauchen. Solch frauenverachtendes
Gedankengut können wir bei einem Spitzenpolitiker nicht
stillschweigend akzeptieren. Ein 52-jähriger Mann sollte wissen, dass
derartige frauenfeindliche Äußerungen indiskutabel sind. Ich frage
mich: Wie kann man im Österreich des 21. Jahrhunderts ernsthaft
öffentlich Witze über die Vergewaltigung von Frauen äußern und sein
zuständiger Landesparteivorsitzender zuckt nicht mal mit der Wimper?
Wer schweigt, stimmt zu. Kollross bezieht sich bei seiner Forderung
nach dem ‚Recht auf die erste Nacht’ auf einen Historienfilm aus dem
13. Jahrhundert. Ich frage mich: Stecken die Herren der
Sozialdemokratie mit ihrem Frauenbild wirklich im Mittelalter fest?
Und welches Weltbild vermittelt Kollross als Landesvorsitzender der
Kinderfreunde – einem Verein, der sich für Familien einsetzt – und
als oberster Gemeindevertreter der SPÖ? Enttäuschend ist, dass auch
SPÖ-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, die in der NÖ
Landesregierung für Anti-Diskriminierung und Gleichstellung zuständig
ist, sowie die Frauensprecherin der SPÖ NÖ, Elvira Schmidt, zu so
einer Entgleisung schweigen“, so Frauensprecherin Dammerer, die
abschließend betont: „Schämen Sie sich Herr Kollross. Sie haben nicht
nur Ihr eigenes Ansehen beschmutzt, sondern auch von allen
Institutionen, in denen Sie Spitzenfunktionen bekleiden. Hinter denen
hunderte Frauen und Männer stehen, die sich engagieren und wissen,
wie man sich benimmt. Und: Schämen Sie sich, Herr Hergovich. Sie
machen den Sexismus der Marke Kollross durch ihr Schweigen
salonfähig. Beide Herren sehen es offenbar nicht als notwendig an,
aus den ekelhaften Äußerungen Konsequenzen zu ziehen. Und das ist der
eigentliche Skandal.“
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