- 20.12.2023, 12:51:58
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Landau begrüßt "lang geforderten" Aktionsplan gegen Kinderarmut
Caritas-Präsident begrüßt Ministerratsbeschluss zur Bekämpfung der Kinderarmut im Rahmen der "europäischen Kindergarantie" - Landau: Kinder und Jugendliche am stärksten von Armut betroffen
Utl.: Caritas-Präsident begrüßt Ministerratsbeschluss zur Bekämpfung
der Kinderarmut im Rahmen der "europäischen Kindergarantie" -
Landau: Kinder und Jugendliche am stärksten von Armut
betroffen =
Wien (KAP) - Caritas-Präsident Michael Landau hat den Nationalen
Aktionsplan zur Bekämpfung der Kinderarmut, der via
Ministerratsbeschluss am Mittwoch auf den Weg gebracht wurde,
begrüßt. "Es ist erfreulich und wichtig, dass der lange geforderte
Nationale Aktionsplan zur Bekämpfung der Kinderarmut endlich
vorliegt", betonte Landau gegenüber Kathpress. Die EU hatte bereits
seit 2021 ihre Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, im Rahmen der
"europäischen Kindergarantie" Aktionspläne vorzulegen; Österreich war
dabei das letzte Land, das bisher keinen präsentiert hatte. Noch am
Sonntag nannte Landau das Fehlen eines Plans in der ORF-Pressestunde
eine "Schande" und "kein Ruhmesblatt für die Regierung".
"Wer als Kind in Armut aufwächst, spürt die schlechteren
Startbedingungen noch im Erwachsenenalter", so der Präsident der
katholischen Hilfsorganisation. Schlechtere Bildungschancen,
geringere Möglichkeiten am Arbeitsmarkt und damit verbunden ein
niedrigeres Einkommen seien nur ein paar Beispiele, womit in der
Kindheit von Armut Betroffene später zu kämpfen hätten, so Landau.
Als Ziel definierte Landau, allen Kindern eine altersgerechte
Entwicklung, soziale Teilhabe und ein Leben ohne Armut zu
ermöglichen. "Dazu ist neben der materiellen Absicherung, auch der
Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, nicht zuletzt der
psychischen Gesundheit, unerlässlich", so der 63-Jährige.
Klares budgetäres Bekenntnis gefordert
Die Caritas werde nun die nächsten Schritte "sehr genau verfolgen",
kündigte Landau an. Ein Schlüsselthema sei, ob es ein klares
budgetäres Bekenntnis und Mittel für die Umsetzung des Plans gibt.
Daran lasse sich auch erkennen, ob die Maßnahmen im Lichte der
aktuellen Teuerung, ausreichend seien. Besonderes Augenmerk gelte es
auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen zu legen, so
Landau.
Kinder und Jugendliche seien die Bevölkerungsgruppe, die am stärksten
von Armut betroffen seien, stellte der Caritas-Präsident klar. Eine
Reform der Sozialhilfe sowie eine Kindergrundsicherung sind aus Sicht
der Hilfsorganisation Maßnahmen, von denen Kinder besonders
profitieren würden.
Europäischen Garantie für Kinder
Ziel dieser Europäischen Garantie für Kinder ist es, soziale
Ausgrenzung zu verhindern und zu bekämpfen, indem der effektive
Zugang bedürftiger Kinder zu einer Reihe wichtiger Dienste
gewährleistet wird. Dazu zählen für die Europäischen Kommission
kostenlose frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, eine
kostenlose Gesundheitsversorgung, gesunde Ernährung sowie ein
angemessener Wohnraum. Zur Umsetzung dieser Forderungen haben die
Mitgliedstaaten Nationale Aktionsplänen ausgearbeitet, die den
Zeitraum bis 2030 abdecken.
Noch am Dienstag hatte ein NGO-Bündnis, unter ihnen kirchliche
Hilfsorganisationen wie die Caritas, Diakonie und Katholische
Jungschar, die dringliche Umsetzung der europäischen Kindergarantie
vonseiten Österreichs gefordert. Durch die Langzeitfolgen von
Kinderarmut entstehe der Gesellschaft in Österreich jährlich ein
Schaden von 17,2 Milliarden Euro, verwiesen sie auf eine aktuelle
OECD-Studie. Laut den Hilfsorganisationen leben in Österreich mehr
als 350.000 von Armut betroffene Kinder und Jugendliche.
((forts. mgl.)) TSW/LIL
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