- 14.12.2023, 12:36:27
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Leben retten auf sicheren Beinen: Zusätzliche Mittel stärken Rettungs- und Zivilschutzorganisationen
22 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr dank Bundesgesetz – Rotkreuz-Präsident Schöpfer: „Resilienz und Einsatzbereitschaft werden gestärkt.“
Dank des Bundesgesetzes zur Unterstützung von Rettungs- und Zivilschutzorganisationen erhalten Rettungs- und Zivilschutzorganisationen 22 Millionen Euro jährlich an zusätzlichen Unterstützungen. 18 Millionen Euro gehen über die Bundesländer an die Organisationen, zwei Millionen Euro an die Dachorganisationen, weitere zwei Millionen Euro jährlich an den Österreichischen Zivilschutzverband.
„Diese zusätzlichen Mittel sind richtig und wichtig, um die Resilienz und Einsatzbereitschaft der Rettungs- und Zivilschutzgesellschaften zu stärken. In Zeiten steigender Anforderungen müssen wir auf zusätzliche Herausforderungen adäquat reagieren können, allein schon wegen Extremwetter-Ereignissen, die immer häufiger werden“, erklärt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer beim Medientermin von insgesamt sieben Rettungs- und Zivilschutzorganisationen im Katastrophenhilfezentrum des Österreichischen Roten Kreuzes.
Statements Innenminister, Gesundheits- und Sozialminister, Freiwilligensprecher
Innenminister Gerhard Karner: „Das ehrenamtliche Engagement ist ein wichtiger Teil für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Gerade das zu Ende gehende Jahr hat uns gezeigt, mit welch großen Herausforderungen im Zuge von Naturkatastrophen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Blaulichtorganisationen umzugehen müssen. Ich danke allen Freiwilligen für ihren unermüdlichen Einsatz.“
Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch: „Die Extremwetterereignisse diesen Sommer haben die Wichtigkeit einer gut aufgestellten Katastrophenhilfe verdeutlicht. Den Einsatzkräften war es zu verdanken, dass Hochwasserregionen evakuiert, Infrastruktur wiederhergestellt und Bewohner:innen ausreichend versorgt werden konnten. Ich freue mich, dass wir als Bund den Rettungsorganisationen 20 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stellen, damit sie bestehende Vorkehrungen für Krisen- und Katastrophenfälle beibehalten und an gestiegene Anforderungen anpassen können. Gleichzeitig fördern wir die Information und die Aufklärung der Bevölkerung mit weiteren zwei Millionen Euro. Wir setzen damit einen wichtigen Schritt, um die Versorgung der Zivilgesellschaft in Katastrophenfällen nachhaltig zu verbessern.“
Andreas Hanger, Freiwilligensprecher ÖVP: „Das neue Gesetz zur Unterstützung unserer Rettungsorganisationen ist ein Meilenstein in der Stärkung der Krisenfähigkeit in Österreich. Besonders freut mich dabei die hervorragende Zusammenarbeit der gesetzlichen Regel- und Sonderrettungsdienste, die hier mit Ihren unzähligen ehrenamtlichen und hauptberuflichen MitarbeiterInnen an einem Strang ziehen.“
David Stögmüller, Ehrenamts- und Katastrophenschutzsprecher der Grünen: „Die Klimakrise ist unübersehbar auch in Österreich angekommen. Überflutungen, Hitzewellen und Murenabgänge führen uns vor Augen, wie wichtig ein moderner und resilienter Katastrophenschutz ist, um die Bevölkerung vor den Folgen der Klimakrise zu schützen. Ich freue mich daher sehr, dass wir mit diesem Unterstützungspaket die Rettungs- und Zivilschutzorganisationen und die Ehrenamtlichen, die tagtäglich unermüdlich im Einsatz sind, stärken und ihnen die Unterstützung zukommen lassen, die sie verdienen.“
Weitere Statements der Rettungsorganisationen
Wolfgang Dihanits, Stellvertretender Bundessekretär Samariterbund Österreich: „Der Samariterbund hat schon lange gefordert, dass die Blaulichtorganisationen mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Daher begrüßen wir die Bereitstellung von 22 Millionen Euro pro Jahr für die Rettungs- und Zivilschutzorganisationen als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass die Klimakrise Europa fest im Griff hat. Naturkatastrophen wie Hochwasserereignisse, Stürme oder Hitzewellen werden zunehmen. Diesen Herausforderungen kann man nur mit genügend finanziellen Ressourcen für die Einsatzkräfte begegnen.
Neben einer ausreichenden Finanzierung der Einsatzorganisationen spielt im Katastrophenschutz aber auch die Eigenverantwortung eine große Rolle! Katastrophen können jeden treffen – und jeder von uns ist gefordert, in den eigenen vier Wänden für den Ernstfall gerüstet zu sein. Denn Sicherheit beginnt im Kleinen: Je besser jeder einzelne vorbereitet ist, desto einfacher haben es Rettungskräfte im Katastropheneinsatz! Dafür sind Informationskampagnen und breit angelegte Schulungen für die Bevölkerung notwendig. Präventionsmaßnahmen können viel Leid ersparen.“
Manuel Weinberger, Generalsekretär Malteser Hospitaldienst Austria: „Dieses Gesetz ist ein erster, wichtiger Schritt und schafft erstmals die Möglichkeit, rechtzeitig zielgerichtet und koordiniert mit allen anderen Organisationen Vorkehrungen zu treffen, um in Krisensituationen vorbereitet zu sein und bestmöglich Hilfe für die Bevölkerung unseres Landes leisten zu können. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses wichtigen Vorhabens beigetragen haben.“
Johannes Bucher, Präsident Johanniter-Unfall-Hilfe: „Nicht vorhersehbare Krisen und die dafür nötigen Einsätze von Hilfsorganisationen können nicht über die laufenden Spendeneinnahmen oder Förderungen geplant und mitkalkuliert werden. Sie stellen immer eine große Herausforderung dar. Wir sind daher froh über die jetzt festgeschriebene jährliche Dotierung von insgesamt 22 Millionen Euro zur Unterstützung von Freiwilligen- und Hilfsorganisationen für den Krisen- oder Katastrophenfall. Mit diesen Mitteln können wir jetzt planen und uns besser vorbereiten. Denn wir müssen in Zukunft verstärkt darauf vorbereitet sein, dass durch den Klimawandel Umweltkrisen öfter eintreten werden - etwa Überschwemmungen, Murenabgänge, lange Hitzewellen – im Extremfall sogar verbunden mit einem längeren Blackout. Durch die jetzt beschlossenen Budgetmittel für den Katastrophen- und Kriseneinsatz werden wir künftig solche Herausforderungen noch besser und noch schneller bewältigen können.“
Stefan Hochstaffl, Präsident Österreichischer Bergrettungsdienst: „Als Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes möchte ich die Bedeutung des kürzlich beschlossenen Rettungs- und Zivilschutzorganisationen-Unterstützungsgesetzes für unsere Organisation und die rund 13.000 ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter hervorheben. Es anerkennt und würdigt die entscheidende Rolle, die unsere Freiwilligen in der Gesellschaft spielen. Diese Anerkennung ist nicht nur moralisch wichtig, sondern hat auch praktische Auswirkungen. Durch die finanzielle Unterstützung wird es uns im Österreichischen Bergrettungsdienst erstmals ermöglicht, sich auch der Steigerung der Resilienz unserer Organisation zu widmen und entsprechende Ausbildungen und Anschaffungen über die nächsten fünf Jahre zu tätigen. Darüber hinaus stärkt dieses Gesetz das Bewusstsein für die Bedeutung des Bergrettungsdienstes und unsere Tätigkeiten im unwegsamen und alpinen Gelände. Unsere Freiwilligen opfern ihre Zeit und setzen sich Risiken aus, um anderen in Not zu helfen. Abschließend möchte ich betonen, dass das Rettungs- und Zivilschutzorganisationen-Unterstützungsgesetz ein klares Signal der Wertschätzung und des Respekts gegenüber all jenen ist, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Wir sind dem Gesetzgeber für diese wichtige Anerkennung unserer Arbeit sehr dankbar.“
Alexander Pamer, 1. Vizepräsident Österreichische Wasserrettung: „Im Namen der Österreichischen Wasserrettung bedanke ich mich bei allen Parteien für den einstimmigen Beschluss des Bundesgesetzes zur Unterstützung von Rettungs- und Zivilschutzorganisationen im Nationalrat. Ziel des Gesetzes ist die Resilienz und Leistungsfähigkeit der Rettungsorganisationen für den Krisen- und Katastrophenfall zu stärken. Mit diesem Gesetz ist es gelungen, dass wir als ehrenamtlich tätige Hilfs- und Rettungsorganisation auch mittel- und langfristig über die notwendigen Mittel verfügen, um für den Ernstfall bestens gerüstet zu sein. Durch die hervorragende Zusammenarbeit aller Rettungsorganisationen bin ich überzeugt, dass sie die finanziellen Mittel in besten Händen geben und wir alle gemeinsam das Ziel verfolgen, allen Personen in Österreich im Krisen- und Katastrophenfall bestmöglich zu helfen. Bei den befreundeten Rettungsorganisationen darf ich mich für die konstruktive, offene und ehrliche Herangehensweise im Vorfeld bedanken. Nur gemeinsam werden wir die kommenden Herausforderungen bewältigen.“
Erich Hofmann, Präsident Österreichische Höhlenrettung: „Die Österreichische Höhlenrettung ist sehr erfreut über die gesetzlich beschlossene Förderung zur Stärkung unserer Einsatzfähigkeit. Durch diese Förderung sind wir in der Lage, bisher aufgeschobene Investitionen für Großeinsätze anzuschaffen und die notwendige höhlenbezogene Infrastruktur bei einem Höhlenrettungseinsatz sicherzustellen. Speziell in der Kommunikation, die ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Höhlenrettungseinsatzes ist, sind Telefon und Funk nur im Außenbereich einsetzbar, in der Höhle sind entsprechende Spezialgeräte erforderlich. Wir sind auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen angewiesen, da unser Aufgabenfeld natürlich in der Höhle liegt und die notwendige Infrastruktur im Talbereich, für einen unter Umständen mehrere Tage dauernden Rettungseinsatz, besser von örtlichen Organisationen abgedeckt werden kann.“
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