- 14.12.2023, 11:50:06
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Starbesetzter Puccini-Hit aus der Wiener Staatsoper: „Turandot“ mit Asmik Grigorian und Jonas Kaufmann am 16. Dezember
Um 20.15 Uhr in ORF 2 – danach: „Weihnachten mit Jonas Kaufmann“ aus der Stille-Nacht-Kapelle
Utl.: Um 20.15 Uhr in ORF 2 – danach: „Weihnachten mit Jonas
Kaufmann“ aus der Stille-Nacht-Kapelle =
Wien (OTS) - Niemandem will sie gehören. Jeder, der sie erobern
möchte, muss erst drei Rätsel lösen. Gelingt das nicht, wird mit dem
Leben bezahlt. Giacomo Puccinis Opernblockbuster „Turandot“ über das
dramatische und geheimnisvolle Spiel der gleichnamigen chinesischen
Prinzessin um Macht, Liebe und Tod feierte kürzlich als starbesetzte
Neuproduktion der Wiener Staatsoper Premiere. In der Partie der
eiskalten Turandot, die alle um sie werbenden Männer ermorden lässt,
wenn diese versagen, gab Asmik Grigorian ihr Rollendebüt.
Publikumsliebling Jonas Kaufmann erobert als Prinz Calàf schließlich
nicht nur seine Angebetete, sondern spätestens mit der berühmten Arie
„Nessun dorma“ auch das Publikum. ORF 2 bringt den Puccini-Hit in der
Neuinterpretation von Regisseur Claus Guth und unter der
musikalischen Leitung von Marco Armiliato im Hauptabendprogramm am
Samstag, dem 16. Dezember 2023, um 20.15 Uhr in ORF 2. Orientierung
beim wohl ältesten Thema tragischer Liebe, der untrennbaren Einheit
von Eros und Thanatos, gibt ORF-Kulturmoderatorin Teresa Vogl. Für
die Bildregie der TV-Aufzeichnung zeichnet Tiziano Mancini
verantwortlich.
Fans von Jonas Kaufmann können den Startenor nach der
Opernausstrahlung (und einer kurzen „ZIB“) in einer Aufzeichnung aus
der Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg erleben: In
„Weihnachten mit Jonas Kaufmann“ (22.50 Uhr) stimmt der
Ausnahmekünstler mit seiner ganz persönlichen Auswahl der schönsten
Weihnachtslieder auf das Fest ein.
„Nessun dorma!“ – „Keiner schlafe!“
Drei Rätsel stellt die geheimnisvolle Prinzessin Turandot jedem Mann,
der um ihre Hand anhält. Als ein namenloser Prinz die teuflischen
Aufgaben löst, gibt er der störrischen Angebeteten seinerseits ein
Rätsel auf: Sie soll ihm seinen Namen nennen. Turandot verhängt über
ihr Volk ein Verbot zu schlafen, bis der Name des Unbekannten
gefunden ist. Mit „Keiner schlafe – Nessun dorma!“, der Arie, mit der
Prinz Calàf seine immer heißer aufflammende Liebe zur gefürchteten
Turandot besingt, gelang Giacomo Puccini einer der beliebtesten Titel
der gesamten Opernliteratur. Wie zahlreiche andere Werke des
italienischen Komponisten gehört sein letztes Werk „Turandot“ zum
ständigen Repertoire aller bedeutenden Opernhäuser.
Durch Puccinis Tod unvollendet, nach seinen Skizzen fertiggestellt
Doch die Entstehung des Opernhits, den Puccini 1920 begann, verlief
nicht ganz so glatt. Verschiedene Varianten dieser persischen
Erzählung existierten bereits, selbst Friedrich Schiller hatte sich
des Stoffes angenommen. Doch bis zuletzt konnte der Komponist keine
musikalische Wendung für die finale Liebesszene finden. Eine endlose
Suche, die nicht nur einen Streit mit den Librettisten zur Folge
hatte, sondern durch Puccinis Tod 1924 abrupt endete und damit auch
sein letztes Werk unvollendet hinterließ.
Erst als sein Freund Franco Alfano, ein italienischer Komponist des
ausgehenden Verismo, das von Puccini noch skizzierte Finale zu Ende
komponiert hatte, wurde die Oper 1926 an der Mailänder Scala unter
Arturo Toscanini uraufgeführt und zu einem bahnbrechenden Erfolg. Bis
heute sind die Worte Toscaninis unvergessen, der nach dem bewegenden
Todes-Lamento der Sklavin Liù die Hände senkte und sich dem Publikum
mit den Worten zuwandte: „Hier endet die Oper, weil der Maestro an
dieser Stelle verstorben ist.“ Ab den Folgevorstellungen wurden die
Aufführungen mit dem ergänzten Finale von Franco Alfano (sowohl in
einer von Toscanini bearbeiteten und gekürzten Version als auch
später als Alfanos Langfassung, die sich durchgesetzt hat) gespielt.
In der Traditionslinie der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts
verwendete Puccini für sein letztes Werk ein bis dahin unbekanntes
Farbspektrum fernöstlicher Melodien und spürte Klängen des einstigen
chinesischen Kaiserreichs nach. Gekonnt hat er Tragik und skurrilen
Witz, pompöse Massenszenen und leidenschaftliches Pathos
gegenübergestellt. Das unerbittliche System der gefühlskalten
Titelfigur Turandot scheint zwischen Zeremonie und Groteske erstarrt
zu sein. Als Treibkraft fungiert die Menge, die wechselweise nach
Blut schreit und um Gnade für die Verurteilten bittet. Sie wird zu
einer unberechenbaren, gefährlichen Größe.
An der Seite von Asmik Grigorian und Jonas Kaufmann sind u. a.
Kristina Mkhitaryan (Liù), Jörg Schneider (Altoum) und Dan Paul
Dumitrescu (Timur), Attila Mokus (Mandarin) und Martin Häßler,
Norbert Ernst und Hiroshi Amako (als Ping, Pang und Pong) zu erleben.
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