- 27.11.2023, 10:19:54
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„kreuz und quer“-Neuproduktion über Geschwisterbeziehungen
Am 28. November um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Unsere Mütter“
Utl.: Am 28. November um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Unsere Mütter“ =
Wien (OTS) - Die Geschwisterbeziehung gilt weltweit – in allen
Kulturen und Religionen – als die am längsten währende Beziehung im
Leben eines Menschen. Egal ob sie gut oder schlecht, intensiv oder
kaum vorhanden ist, ja sogar wenn man den Kontakt zu seinen
Geschwistern abbricht, bleiben sie ein fixer Bestandteil der eigenen
Identität. Aber sind Geschwister gleich Geschwister? Und inwiefern
prägen sie das eigene Leben? In der „kreuz und quer“-Neuproduktion
„Geschwister“ versucht Regisseurin Karoline Thaler diesen und
ähnlichen Fragen am Dienstag, dem 28. November 2023, um 22.35 Uhr in
ORF 2 filmisch nachzuspüren und spricht mit ganz unterschiedlichen
Geschwistern über ihre Beziehung. Um 23.10 Uhr folgt Jennifer Reznys
Dokumentation „Unsere Mütter“, in der vier Personen ihre persönlich
erlebten Mutter-Kind-Geschichten erzählen.
„Geschwister“ – Ein Film von Karoline Thaler
In Karoline Thalers Film kommen beispielsweise die Brüder Michael und
Daniel Landau zu Wort, die nur vier Jahre voneinander trennen und die
sich bis heute mindestens einmal pro Woche treffen. Oder aber die
Musikerin und Cellistin Sophie Abraham. Sie hat ihr erstes Musikalbum
ihren verstorbenen Brüdern gewidmet: „Da meine Brüder sehr präsent
für mich sind, habe ich mir gedacht, ich widme ihnen meine Musik,
damit ich ihnen – wann immer ich diese Musik dann spiele – einfach
diesen Platz im Jetzt geben kann.“
Für die zweieiigen Zwillinge Adelina Kaikov und Evelina
Barakowa-Davidov ist ein Leben ohne die jeweils andere vollkommen
undenkbar. Sie wohnen nur eine Gehdistanz voneinander entfernt, haben
Kindergarten, Schule und Universität gemeinsam besucht und vor Kurzem
– fast zur selben Zeit – ihr zweites Kind bekommen. „Wir sind wie ein
Package – entweder zusammen oder gar nicht!“ stellt Adelina fest.
„Das ist schon das Besondere an Geschwisterbeziehungen: sie sind
unkündbar. Man sucht sich Geschwister nicht aus und wird sie auch ein
Leben lang nicht mehr los“, sagt der Psychologe Harald Werneck von
der Universität Wien. Seit Jahren beschäftigt er sich mit der
Geschwisterforschung und damit auch mit dem Einfluss, den Schwestern
und Brüder auf die seelische Entwicklung eines Menschen haben.
Elisabeth Ginthör-Kalcsics und Robert Ginthör haben drei Kinder.
Hannah ist das mittlere und mit einer Behinderung auf die Welt
gekommen, die vor allem das aktive Sprachzentrum betrifft. Sie
versteht alles und hat gelernt, auf ihre Weise zu kommunizieren. „Für
uns war einfach das größte Ziel: Es soll ein schönes Miteinander
werden – trotz allem oder gerade deswegen. Und da haben wir Eltern
einfach versucht, jeden so zu lieben, wie er ist, jede so zu lieben,
wie sie ist, und nicht miteinander zu vergleichen“, sagt Elisabeth
Ginthör-Kalcsics.
Auch alle großen Weltkulturen kennen das Motiv der Geschwisterliebe
und alle erzählen in ihren Geschichten vom Brudermord. „Die Bibel ist
voll von Geschwisterbeziehungen und man muss schon sagen, die meisten
sind eher problematisch, eher konfliktbeladen. Also ein Motiv, das
sich durchzieht bei den Geschwistern ist sicher Konkurrenz, Neid,
auch das Buhlen um Aufmerksamkeit, um Liebe. Und da geht es dann
schon auch oft brutal zu“, sagt die evangelische Pfarrerin Julia
Schnizlein. Obwohl zu den berühmtesten Geschwisterpaaren mit
Sicherheit Kain und Abel zählen, ist für sie das Verhältnis der
beiden Brüder im berühmten Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“ eines der
interessantesten der Bibel.
„Unsere Mütter“ – Ein Film von Jennifer Rezny
Die Mutter ist für die meisten Menschen die prägendste Bezugsperson
in der Kindheit, der Ursprung allen Beziehungslebens. Ohne Konflikte
kommt das Verhältnis zwischen Mutter und Kind eigentlich nie aus.
Schließlich geht es in dieser Paarung oft um die elementarsten
Gefühle wie Liebe und Angst, Freude oder Trauer. Es ist eine
Beziehung, die sich im Laufe des Lebens immer wieder verändert und im
besten Fall zu einer reifen Verbindung auf Augenhöhe heranwächst.
Manchmal werden die Rollen aber auch unmerklich getauscht: Die Mutter
wird zum Kind – und das Kind zur Mutter. Themen wie Abhängigkeit,
Loslassen und Verzeihen scheinen dabei eine zentrale Rolle zu
spielen.
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