- 22.11.2023, 11:40:34
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„Am Würstelstand“: „Am Schauplatz“ mit einer Milieustudie über die Wiener Vorstadt in Zeiten von Teuerung und Frustration
Am 23. November um 21.05 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 23. November um 21.05 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Bei den Würstelständen abseits des touristischen Wiens
dreht sich alles um die Sorgen und Ängste des sogenannten kleinen
Mannes. Hier versuchen viele, bei Wurst und Bier dem Alltag zu
entfliehen. Am Würstelstand geht es um den Leistungsdruck bei der
Arbeit, Beziehungen oder einfach ums liebe Geld, das bei manchen
nicht bis zum Monatsende reicht. Schuld an all dem sei oft die hohe
Politik, von der sich viele hier weder gehört noch verstanden fühlen.
Für die „Am Schauplatz“-Reportage „Am Würstelstand“ – zu sehen am
Donnerstag, dem 23. November 2023, um 21.05 Uhr in ORF 2 – war Ed
Moschitz in den vergangenen Monaten in der Wiener Vorstadt unterwegs
und lernte einen Ort kennen, an dem neben Würstl und Bier auch
Enttäuschung und Einsamkeit ihren Platz finden.
Herr Jörg hat ein Problem mit all jenen, die hier nicht Deutsch
sprechen. „Wenn es so weitergeht, muss ich noch Türkisch und Serbisch
lernen“, empört er sich. Weil „dieses Österreich“ nicht mehr seines
ist, würde er gern nach Afrika auswandern. Seine Frau, eine
Ghanaerin, und die gemeinsamen Kinder leben dort. Im Urlaub habe er
sie kennengelernt, zwei Tage später waren sie verheiratet. Überhaupt
seien die Menschen in Ghana viel freundlicher als die in Wien. Ob er
die Landessprache von Ghana spreche? „Nein, nicht nötig, dort gibt es
meinen Sohn, der übersetzt.“
Herr Osama, der Würstelbrater vom Wiener Westbahnhof, kommt aus
Syrien. 2015 ist er nach Österreich geflüchtet. Wienerisch habe er
nicht im Sprachkurs, sondern bei der Arbeit gelernt. „Eitrige“ heißt
die Käsekrainer und „Buckel“ sagt man zum Brotscherzerl. Würstel hat
er bis heute noch keines probiert. Er ist Moslem. Sein Chef, ein
Albaner, hat Verständnis dafür.
17 Jahre sei er im Gefängnis gesessen, erzählt Herr Heinz, genannt
Bodo. Wegen Raubes und mehrerer Einbrüche. „Ich mach dir ein Schloss
schneller auf als du mit dem Schlüssel“, erklärt er seine Profession.
Keiner hier beim Stand habe weniger als sieben, acht Jahre Gefängnis
hinter sich. „Doch die Leute hier, alle schwer ok“, ist Herr Heinz
sicher. Nur seine Freundin, die nehme er nicht mit hierher: „Stell
dir vor, die würde da einen anderen kennenlernen, den müsste ich
sofort niederhauen.“
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