- 20.11.2023, 11:36:25
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„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“
Teschl-Hofmeister und Königsberger-Ludwig präsentieren Maßnahmen
Utl.: Teschl-Hofmeister und Königsberger-Ludwig präsentieren
Maßnahmen =
St. Pölten (OTS/NLK) - „Die Zahlen sprechen eine grauenvolle
Sprache“, sagte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister am heutigen
Montag in St. Pölten, wo sie gemeinsam mit Landesrätin Ulrike
Königsberger-Ludwig und Elisabeth Cinatl, der Sprecherin der NÖ
Mädchen- und Frauenberatungsstellen, anlässlich der Initiative „16
Tage gegen Gewalt an Frauen“ eine Bilanz der Maßnahmen in
Niederösterreich und einen Ausblick auf bevorstehende Projekte
präsentierte.
„2022 hat es in Österreich 28 mutmaßliche Frauenmorde gegeben, sechs
davon in Niederösterreich; 2018 sind es österreichweit überhaupt 41
Femizide gewesen. Die Morde – meist von Tätern im nahen Umfeld
begangen, wie auch die vier bisherigen im Jahr 2023 zeigen, bei denen
es sich um den Sohn, den Bruder, einen Ex-Lebensgefährten etc.
handelte – sind aber nur die Spitze des Eisberges. So sind zwischen
Jänner und Oktober des heurigen Jahres insgesamt 2.413 Betretungs-
und Annäherungsverbote ausgesprochen worden. Das sind
durchschnittlich 56 pro Woche oder acht pro Tag. Das macht deutlich,
es passiert jeden Tag etwas“, betonte dabei Teschl-Hofmeister.
Vor diesem Hintergrund sei es Pflicht der Politik, das Thema immer
wieder aufzugreifen und zu sensibilisieren, wo immer es möglich sei –
und zwar nicht nur die Opfer, sondern auch das Umfeld und die Täter,
fuhr die Landerätin fort. Es gebe zwar in Niederösterreich ein
dichtes Hilfs- und Beratungsnetz, das Wissen darüber gehöre aber noch
verbreitert. „Gewalt gehört verhindert, dazu braucht es aber auch
eine Gesellschaft, die sie nicht zulässt“, unterstrich
Teschl-Hofmeister und nannte an aktuellen Maßnahmen eine
Profilbild-Vignette für Social Media, die Spar-Kassenbons mit allen
Anlaufstellen, über die Bildungsdirektion, die Ärzte- und
Apothekerkammer affichierte Plakate, eine Medienkampagne und ein
eigenes Gemeindepaket mit Infomaterialien zu regionalen Runden
Tischen sowie kostenlosen Fahnen, wovon aktuell schon 150 Kommunen
Gebrauch gemacht hätten.
Ulrike Königsberger-Ludwig nannte Gewalt gegen Frauen ein komplexes
Phänomen quer durch alle Gesellschaftsschichten – unabhängig von
Einkommen, Alter, Kultur und Religion: „Die Gewalt ist ein
schleichendes Phänomen, ein Femizid oft das Ende einer langjährigen
Gewaltbeziehung. Frauen Wege aus Gewaltbeziehungen aufzuzeigen, ist
daher eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die drei zentralen
Botschaften des Gewaltschutzes sind: Häusliche Gewalt ist nicht
privat, sondern geht die gesamte Gesellschaft an. Die Schuld liegt
immer beim Täter, und es gibt immer einen Weg aus einer
Gewaltbeziehung“.
Die sechs niederösterreichischen Frauenhäuser verfügten aktuell über
58 Zimmer mit 145 Familienplätzen, erläuterte die für diese
Einrichtungen zuständige Landesrätin. 90 Prozent der hier
aufgenommenen Frauen hätten tatsächlich bereits Gewalt erfahren,
dennoch seien 2021 etwa 22 Prozent zu ihren Misshandlern
zurückgekehrt, während rund es rund ein Viertel nach dem Aufenthalt
geschafft habe, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Die Auslastung, die
2018 noch 65,29 Prozent betragen habe, sei bis 2022 auf 80,68 Prozent
gestiegen, sodass im Vorjahr insgesamt 174 Frauen und 178 Kinder in
den NÖ Frauenhäusern Schutz gefunden hätten. Aktuell seien 19 Plätze
frei, was sich in den nächsten Zagen und Wochen aber erfahrungsgemäß
ändern werde.
Eine Evaluierung der Finanzierung der Frauenhäuser habe, so
Königsberger-Ludwig weiter, eine Erhöhung der Mittel von 2,4
Millionen Euro im Jahr 2021 auf 2,75 Millionen Euro im Jahr 2022 und
damit um 14,4 Prozent gebracht. „Bis 2027 werden wir zusätzlich 17
Übergangswohnungen schaffen. Auch das Projekt, sogenannte
Hochrisikofrauen bundesländerübergreifend aufnehmen zu können, um so
die Distanz zu den Gefährdern zu vergrößern, ist bis zum Jahr 2027
verlängert worden. Pro Jahr liegt das Kontingent für Niederösterreich
dabei bei sechs Frauen, aktuell haben wir vier aus anderen
Bundesländern aufgenommen und eine Frau in ein anderes Bundesland
vermittelt“.
Elisabeth Cinatl betonte: „Von Gewalt betroffen zu seien, ist die
Lebensrealität von Frauen und Mädchen. Frauen, die von Gewalt
betroffen sind, sind extrem stark, weil sie es schaffen zu überleben.
Die gesamte Präventionslast wird immer nur bei den Frauen verortet;
ihr Zurückgehen in Gewaltbeziehungen argumentieren sie mit
ökonomischen Gründen, gesellschaftlichen Erwartungen und der
Reminiszenz an eine ehemalige Liebesbeziehung“.
Nähere Informationen beim Büro LR Teschl-Hofmeister unter
02742/9005-12655, Dieter Kraus, und e-mail [email protected]
bzw. beim Büro LR Königsberger-Ludwig unter 02742/9005-12576, Anton
Heinzl, und e-mail [email protected] sowie
www.land-noe.at/stoppgewalt.
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