• 19.11.2023, 11:04:28
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  • OTS0015

Landau: "Thema Armut gehört ins Parlament"

Caritas-Präsident erinnert bei Gottesdienst zum "Welttag der Armen" im Wiener Stephansdom Regierung an vorgesehenen "Unterausschuss Armutsbekämpfung" und Vorhaben eines Grundrechtskatalogs

Utl.: Caritas-Präsident erinnert bei Gottesdienst zum "Welttag der
Armen" im Wiener Stephansdom Regierung an vorgesehenen
"Unterausschuss Armutsbekämpfung" und Vorhaben eines
Grundrechtskatalogs =

Wien (KAP) - "Das Thema Armutsbekämpfung gehört ins Parlament und
nicht zum Heurigen": Das hat Caritas-Präsident Michael Landau
anlässlich des "Welttags der Armen" betont und zugleich zwei Wünsche
in Richtung Regierung formuliert, wie dies dauerhaft gewährleistet
und Armutsbekämpfung effizienter gestaltet werden könne. So regte
Landau die Umsetzung des im Regierungsprogramm vorgesehenen
"Unterausschuss Armutsbekämpfung" im Parlament an. "Wann, wenn nicht
jetzt, wäre dafür der richtige Zeitpunkt?", fragte Landau bei einem
Gottesdienst am Sonntag im Wiener Stephansdom. Zudem erinnerte er
daran, dass die Regierung die Erarbeitung eines umfassenden
Grundrechtskatalogs angekündigt hatte. "Wäre es nicht hoch an der
Zeit, die Verfassung auch um die sozialen Menschenrechte zu
vervollständigen?"

Armut sei auch in Österreich eine "Realität", mit der man sich nicht
abfinden dürfe. Immer mehr Menschen könnten sich das alltägliche
Leben nicht mehr leisten, was sich in steigenden Zahlen in den
Sozialberatungsstellen der Caritas zeige. "Niemand tut das zum Spaß".
Notwendig seien Verbesserungen bei der Sozialhilfe, Erhöhungen bei
Ausgleichszulage und Arbeitslosengeld und "armutsfeste
Familienleistungen" sowie ein Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen samt
Rechtsanspruch. "Geleistetes ist anzuerkennen" - gleichzeitig zeigten
die steigenden Armutszahlen, dass auch in Österreich noch vieles
offen sei. "Armut wirksam zu bekämpfen, ist gerade in Österreich
nicht eine Frage des Könnens, sondern des Wollens."

Der heuer zum siebten Mal gefeierte "Welttag der Armen" zählt laut
Landau zu den "bleibenden Verdiensten von Papst Franziskus", da er
damit die Aufmerksamkeit der Weltkirche auf ein zentrales Problem und
einen zentralen Aspekt der Botschaft des Evangeliums gelenkt habe.
Der Welttag erinnere an drei wesentliche Aspekte, die es auch bei der
praktischen Bekämpfung von Armut zu beachten gelte: Armut sei stets
"konkret" und habe "das Gesicht von Frauen, Männern und Kindern" -
sie erschöpfe sich also nicht in Statistiken; weiters, dass es einen
"Vorrang des Tuns" gebe, christliche Nächstenliebe sich also in der
Tat zeige; und schließlich, dass es gelte, "von den Armen zu lernen".
Landau: "In den Armen begegnen wir Christus. Lassen wir uns unsere
Empathie nicht nehmen. Wir werden mehr Mensch, wo wir für andere da
sind."

Am 19. November wird der kirchliche "Welttag der Armen" weltweit zum
siebten Mal begangen. In Österreichs Pfarren wird an diesem Tag die
traditionelle "Elisabethsammlung" der Caritas-Inlandshilfe
durchgeführt, zudem gibt es zahlreiche weitere
Solidaritätsinitiativen zum Welttag in den katholischen Diözesen des
Landes. Ins Leben gerufen wurde der "Welttag der Armen" 2016 von
Papst Franziskus, mit dem Ziel, über die eigene Lebensweise und die
vielen Formen der Armut der Gegenwart nachzudenken und die
christliche Glaubensüberzeugung in persönlichem Einsatz für
Benachteiligte sichtbar zu machen. Der Welttag steht heuer unter dem
biblischen Motto "Wende dein Angesicht von keinem Armen ab".

((ende)) HKL
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