- 03.11.2023, 12:15:57
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„Thema“ traf Familienangehörige von Holocaust-Überlebenden zum Gespräch
Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „85 Jahre Novemberpogrome“ am 6. November um 21.10 Uhr in ORF 2
Utl.: Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „85 Jahre
Novemberpogrome“ am 6. November um 21.10 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in „Thema“ am Montag,
dem 6. November 2023, um 21.10 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:
Femizide – wenn Männer entscheiden, dass Frauen nicht mehr leben
dürfen
„Niemand im Ort kann es fassen, wie das passieren konnte“, erzählt
Leopold Pointner aus Langenlois. Er wohnt in der Nähe des Ortes, an
dem sich David G. das Leben genommen hat, nachdem er Elisabeth P. in
ihrem Reitstall erschossen haben soll. Es war der vierte Femizid im
vergangenen Oktober. „Der Mord ist nur die Spitze des Eisbergs. Fast
allen Femiziden geht eine lange Geschichte an Gewalt voraus“, sagt
Isabel Haider vom Institut für Strafrecht und Kriminologie. Meist
stehen die Täter in einem engen Verhältnis zum Opfer. „Thema“ spricht
mit Manuel, der seiner Freundin gedroht hat, sie umzubringen. „Ich
bin wie ein Eiskasten. Wenn ich meine Gefühle zeige, dann bin ich
angreifbar.“ Sonja Hochecker und Leon Hoffmann-Ostenhof berichten.
Schweres Erbe – Nachkommen Holocaust-Überlebender in Österreich
„Meine Mutter war erst elf Jahre alt, als sie alleine flüchten
musste“, erzählt Mort Soroka. Seine Mutter floh nach den
Novemberpogromen 1938 in die USA. 85 Jahre ist es her, dass in der
Nacht vom 9. auf den 10. November Jüdinnen und Juden ermordet,
ausgeraubt und denunziert wurden. Auch die Mutter von Michelle Green
flüchtete, als sie merkte, dass ihr Leben in Wien nicht mehr sicher
ist. Im Rahmen des Jewish Welcome Service werden Familienangehörige
von Holocaust-Überlebenden nach Wien eingeladen. Savanka Schwarz hat
sie für „Thema“ getroffen und spricht mit ihnen über ihre
Familiengeschichten, Österreich und Schuld. Details zum
ORF-Programmschwerpunkt „85 Jahre Novemberpogrome“ sind unter
presse.ORF.at abrufbar.
Was darf Heimat kosten? – ein Schweizer Bergdorf rutscht ab
„Türen und Fenster gehen nicht mehr richtig zu, denn das ganze Haus
ist schief. Ich habe hier meine fünf Kinder großgezogen und wenn ich
nicht muss, dann gehe ich nicht weg.“ Das sagt Elisabeth Arpagaus,
die ihr ganzes Leben in Brienz in der Schweiz verbracht hat. Das Dorf
befindet sich auf einer Bergkuppe, die seit der letzten Eiszeit
langsam Richtung Tal rutscht. Die 85 Bewohnerinnen und Bewohner
müssen mit den Schäden leben und diese selbst beheben. Jetzt soll ein
40 Millionen Franken teurer Entwässerungsstollen unter dem Dorf die
Rutschung stoppen. „Heimat kann man nicht mit Franken und Rappen
aufwiegen“, sagt Bürgermeister Daniel Albertin. Eine
„Thema“-Reportage von Marion Flatz-Mäser.
Tomaten vom Gottesacker
„Wenn ich Tomaten vom Grab ernte, dann finden das viele Menschen
seltsam oder pietätlos“, erzählt Martin Ruzicka, Gärtner am
Matzleinsdorfer Friedhof in Wien. Gemüseanbau auf Gräbern ist eine
von vielen Ideen, um den Ort der Toten neu zu beleben. Weil sich
immer mehr Menschen für eine Feuerbestattung oder Naturbestattung
entscheiden, wird es auf Friedhöfen immer einsamer. „Friedhöfe sind
in einer Zeit des Umbruchs und müssen sich neu erfinden“, meint
Direktor Walter Pois. Susanne Kainberger und Fred Lindner haben für
„Thema“ recherchiert.
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