• 02.11.2023, 10:47:09
  • /
  • OTS0066

„Abgehört – Hitlers Telefon“: „Universum History“-Doku über einen außergewöhnlichen Lauschangriff im Zweiten Weltkrieg

Am 3. November um 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 3. November um 22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - April 1942. Mitten im Krieg kommt es im Keller eines
unscheinbaren Hauses in einem Pariser Vorort zu einer waghalsigen
Aktion: Unter den Augen der deutschen Besatzer leitet eine Gruppe
französischer Telefontechniker mit immensem technischen Aufwand eine
Fernmeldeleitung um, die Paris mit Berlin verbindet. Der
Lauschangriff gelingt und über mehrere Monate hinweg werden die
Telefonverbindungen der Nationalsozialisten abgehört. Sogar Hitler
selbst wird belauscht. Die neue „Universum History“-Dokumentation
„Abgehört – Hitlers Telefon“ von Laurent Bergers und Marie Gatard
(ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann) erzählt am Freitag, dem 3. November
2023, um 22.35 Uhr in ORF 2 die packende Geschichte einer
außergewöhnlichen Abhöraktion nach.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Geschichte der
Widerstandsgruppe um den französischen Fernmeldetechniker Robert
Keller bekannt: Gemeinsam mit Mitarbeitern des französischen
Geheimdienstes und der Post- und Telegraphengesellschaft PTT setzt
Keller eine unvorstellbare Abhöraktion um, in deren Fokus die
militärische Kommunikation der deutschen Wehrmacht steht. Mit
immensem technischen Aufwand gelingt es der Gruppe, die beiden
Fernmeldeleitungen anzuzapfen, die die Telefone in Paris und Berlin
verbinden. Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine und Gestapo tauschen auch
auf diesem Weg sensible Informationen aus. Der französische
Widerstand hört dank Keller und seinen Männern über Monate mit.
Zunächst schöpfen die Nationalsozialisten keinen Verdacht.
Kriegsrelevante Informationen werden über verschlungene Wege an die
Engländer weitergeleitet. Schließlich wird Robert Keller in einem
anonymen Schreiben denunziert. Die Gestapo nimmt zunächst ihn fest,
dann weitere Mitarbeiter der Gruppe. Das wahre Ausmaß der Aktion
bleibt den Deutschen jedoch bis zuletzt verborgen. Keller und seine
Männer entgehen zwar der Todesstrafe, werden jedoch in
Konzentrationslager der Nationalsozialisten deportiert. Keller stirbt
am 14. April 1945 im KZ Bergen-Belsen, kurz vor der Befreiung durch
britische Truppen. Nach dem Krieg wird Keller posthume Ehrung zuteil.
Er gilt heute als ein Held der französischen Résistance.

Der Historiker Georg Hoffmann vom Heeresgeschichtlichen Museum Wien
ordnet die Geschehnisse in einen politischen und zeitgeschichtlichen
Kontext ein und beschreibt etwa, wie der französische Geheimdienst in
der unbesetzten Zone, in Vichy-Frankreich im Untergrund gegen die
Deutschen gearbeitet hat. Gerhard Fürnweger vom Historischen
Telekomarchiv erklärt für „Universum History“ die technischen Details
der aufwendigen Abhöraktion und macht so die große Leistung der
Männer um Robert Keller verständlich. „Das Unternehmen war eine
mutige, anspruchsvolle, technische Meisterleistung“, lautet sein
Urteil.

Die „Universum History“-Doku erzählt mit Hilfe von spannenden
Reenactments die Geschichte jener waghalsigen Abhöraktion nach – von
der ersten Idee über die minutiöse Planung und die komplexe
technische Umsetzung bis hin zum traurigen Ende. Historisches
Bildmaterial macht die Zeit und die handelnden Personen lebendig. Der
Film ermöglicht so einen seltenen Detailblick in eine Aktion des
französischen Widerstands.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel