• 04.10.2023, 10:44:16
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Papst eröffnet Synode in Rom mit Zukunftsvision für die Kirche

Franziskus fordert bei Gottesdienst auf dem Petersplatz eine Kirche mit offenen Türen für alle, "die mit Barmherzigkeit auf die Menschheit schaut" - Kirche darf sich laut dem Papst aber auch nicht "den Moden der Welt" ergeben

Utl.: Franziskus fordert bei Gottesdienst auf dem Petersplatz eine
Kirche mit offenen Türen für alle, "die mit Barmherzigkeit auf
die Menschheit schaut" - Kirche darf sich laut dem Papst aber
auch nicht "den Moden der Welt" ergeben =

Vatikanstadt (KAP) - Zum Start der Welt-Bischofssynode in Rom hat
Papst Franziskus seine Zukunftsvision für die katholische Kirche
umrissen. Beim feierlichen Eröffnungsgottesdienst der Synode am
Mittwochvormittag auf dem Petersplatz forderte er eine Kirche, "die
mit Barmherzigkeit auf die Menschheit schaut". Er sprach von einer
geeinten und geschwisterlichen Kirche, die zuhöre, in den Dialog
trete, ermutige, helfe, aufrüttele und Wege zum Glauben eröffne.
"Eine Kirche, die Gott als ihren Mittelpunkt hat und die sich deshalb
im Inneren nicht spaltet", sagte Franziskus. Zugleich dürfe sie nach
außen niemals abweisend wirken.

Bei der knapp vierwöchigen Synode im Vatikan gehe es nicht um
Strategien und ideologische Kämpfe, betonte der Papst. Die
Versammlung sei kein polarisiertes Parlament und verfolge keinen
Reformplan. Stattdessen müsse der einladende Blick Jesu im
Mittelpunkt stehen.

Franziskus ermutigte zu einer gastfreundlichen Kirche, die offene
Türen für "alle, alle, alle" habe. Gleichzeitig warnte er davor,
"gefährlichen Versuchungen" zu verfallen: "Eine starre Kirche zu
sein, die sich gegen die Welt wappnet und rückwärts schaut; eine laue
Kirche zu sein, die sich den Moden der Welt ergibt; eine müde Kirche
zu sein, die über sich selbst gekrümmt ist".

Mit dem Gottesdienst leitete der Papst die Bischofs-Synode im Vatikan
ein. Die rund 450 Teilnehmer und Teilnehmerinnen rief er auf, den
gemeinsamen Weg demütig, leidenschaftlich und fröhlich zu gehen. Am
Nachmittag sollten die Synodalen zu ihrer ersten Sitzung in der
vatikanischen Audienz-Halle zusammenkommen. Unter ihnen sind aus
Österreich Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof
Franz Lackner. Unter den nichtstimmberechtigten theologischen
Beratern der Versammlung ist auch die Linzer Pastoraltheologin Klara
Csiszar.

Vierwöchige Beratungen

Bis zum 29. Oktober beraten die Synoden-Teilnehmer abwechselnd im
Plenum und in Kleingruppen über neue Formen der Beratung und der
Mitbestimmung in der Kirche. Dabei geht es auch um Hierarchien, eine
Aufwertung von Frauen und den Platz für Angehörige sexueller
Minderheiten. Zu den Themen, die sich im bisherigen zweijährigen
weltweiten Befragungs- und Beratungsprozess der Weltsynode zunächst
auf Ebene der Ortskirchen und dann der Kontinente
herauskristallisiert haben, zählen unter anderem auch mehr
Aufmerksamkeit für junge Menschen und soziale Probleme sowie das
Vorgehen gegen Missbrauch in der Kirche.

Die nun beginnende Versammlung ist die erste von zwei
Sitzungsperioden der Bischofs-Synode im Rahmen der 2021 vom Papst
gestarteten "Weltsynode über Synodalität". Für Oktober 2024 ist ein
weiteres mehrwöchiges Treffen im Vatikan geplant.

Erste Messe mit neuen Kardinälen

Der Gottesdienst am Mittwoch auf dem Petersplatz war auch die erste
Messe mit den neuen Kardinälen, die der Papst vergangenen Samstag
ernannt hatte. Für Mittag war zudem die Veröffentlichung der
Fortführung von Franziskus' Sozial- und Umweltenzyklika "Laudato si"
in Form eines päpstlichen Schreibens zur Umweltkrise geplant.

(Kathpress-Themenschwerpunkt mit allen aktuellen Meldungen zur
bevorstehenden Synode in Rom abrufbar unter
www.kathpress.at/synodenversammlung2023)

((forts. mgl.)) GUT/PWU
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