• 13.09.2023, 12:23:04
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  • OTS0124

6.950 neue Wildwarngeräte für mehr Sicherheit

Bis zu 70 Prozent weniger Nachtunfälle mit Rehwild

Utl.: Bis zu 70 Prozent weniger Nachtunfälle mit Rehwild =

St. Pölten (OTS) - Rund 30.000 Wildtiere sterben pro Jahr als Folge
eines Wildunfalls auf Niederösterreichs Straßen. Um diese Zahl zu
senken, arbeiten das Land Niederösterreich, der NÖ Jagdverband und
die Land & Forst Betriebe Österreich (LFBÖ) in Kooperation mit der
Universität für Bodenkultur beim Projekt „Wildtiere und Verkehr –
Reduktion von verkehrsbedingtem Fallwild“ zusammen. Dabei bringen die
Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit dem NÖ Straßendienst
Wildwarngeräte und Wildwarnreflektoren aus. Allein heuer sind es
6.950 optische Wildwarnreflektoren, 492 optisch/akustische
Wildwarngeräte und andere Schutzmaßnahmen wie Duftstoffe, die in 31
neuen und 45 bestehenden Revieren installiert werden. Damit werden 83
Kilometer Straße neu ausgerüstet, 21 Kilometer erhalten ein Upgrade.

Die Geräteinvestitionssumme von 99.000 Euro tragen die Jägerinnen und
Jäger sowie das Land Niederösterreich. Die Planung der Maßnahmen und
die wissenschaftliche Betreuung des Projektes wird vom NÖ Jagdverband
finanziert und von den Land & Forst Betrieben in Abstimmung mir den
Jägerinnen und Jägern in den Revieren übernommen. Zudem setzen die
Projektpartner in den Revieren wildbiologische, jagdwirtschaftliche
und straßenbauliche Begleitmaßnahmen.

Das Projekt „Wild und Verkehr“ wird mittlerweile seit 14 Jahren
durchgeführt. In 485 Revieren wurden dabei 125.000
Wildwarnreflektoren, 6.350 Wildwarngeräten und 37 Vergrämer
installiert. „Die Verkehrssicherheit auf Niederösterreichs Straßen
hat für mich oberste Priorität. Mit der Anschaffung von zusätzlichen
7.440 Wildwarngeräten können wir präventiv Wildunfälle verhindern und
somit Autofahrer und Wildtiere schützen. Das ist eine einzigartige
Offensive in ganz Österreich, die den aktiven Wildtierschutz und die
Erhöhung der Verkehrssicherheit zum Ziel hat. Ich bedanke mich bei
allen Projektpartnern für die hervorragende Zusammenarbeit,
insbesondere mit dem NÖ Jagdverband und kann versichern, dass wir
diese wichtige Offensive zum Schutz von Mensch und Tier weiter
fortsetzen werden“, so der für den Verkehr zuständige
LH-Stellvertreter Udo Landbauer.

Landtagsabgeordneter Josef Edlinger betont dazu: „Die Sicherheit der
Menschen und der Schutz von Natur und Wildtieren steht für uns an
erster Stelle. Wir folgen dabei dem Motto Tun statt Reden. Die Zahlen
des Projekts sprechen für sich: über 1.800 Kilometer Landesstraße und
hier besonders neuralgische Stellen wurden mit Wildwarngeräten und
Reflektoren ausgestattet und die Wildunfälle um bis zu 70 Prozent
reduziert. Davon profitieren die Autofahrerinnen und Autofahrer, aber
auch die Wildtiere.“

Die Jägerinnen und Jäger unterstützen das Projekt seit Beginn an.
„Sie leisten im Rahmen des Projekts ‚Wildtiere & Verkehr‘ einen
wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und erbringen
damit einen enormen Nutzen für die Allgemeinheit. Sie setzen
Präventionsmaßnahmen, suchen aber auch mit Jagdhunden, um eine
schnelle Versorgung der Wildtiere zu ermöglichen“, sagt NÖ
Jagdverband- Generalsekretärin Sylvia Scherhaufer, die auch betont:
„Der NÖ Jagdverband setzt zudem weitere Maßnahmen, um das Risiko für
Wildunfälle und Tierleid zu reduzieren: Er sensibilisiert
beispielsweise mit Spots im Fernsehen. Kommt es trotzdem zu einem
Unfall, ermöglicht die Zusammenarbeit mit der Exekutive beim Projekt
‚Gemeinsam. Sicher‘ eine schnellere Versorgung verletzter Wildtiere.
Heuer haben die Jagdaufseher zusätzlich eine Warnweste erhalten, die
die Sicherheit an der Wildunfallstelle erhöht. Das zeigt, dass der NÖ
Jagdverband sowie die Jägerinnen und Jäger ihrer Verantwortung
nachkommen.“

LFBÖ-Generalsekretär Bernhard Budil unterstreicht den vielseitigen
Ansatz des Projekts: „Eine Maßnahme für sich kann meist noch keine
umfassende Wirkung entfalten. Nur das Zusammenspiel vieler Aspekte
bringt die gewünschten Ergebnisse. So ist etwa neben dem Anbringen
von Wildwarngeräten auch das Wildtier- und Lebensraummanagement ein
wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit und trägt nicht nur zu
einer nachhaltigen Bewirtschaftung, sondern auch zu mehr
Verkehrssicherheit bei.“

Der Projektverantwortliche, Wolfgang Steiner, sieht die Lebensräume
der Wildtiere durch Neu- und Ausbauten von Verkehrswegen immer mehr
zerstückelt, wodurch die Wildtiere beim Wechsel von Ruheräumen zu
Wasser und Nahrung zunehmend Straßen queren müssen. „Aufgrund der
schlechten Sicht kommt es vor allem in der Dämmerung und Nacht zu
Unfällen. Unser Ziel ist es daher, mit den Wildwarngeräten und
Reflektoren das Wild am Queren der Fahrbahn zu hindern, wenn ein
Fahrzeug kommt, um so die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wir sammeln
zudem Erfahrungswerte der Unfallprävention und werten sie
wissenschaftlich aus. Das steigert die Effizienz künftiger Maßnahmen
und der Geräte.“

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte
stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden, denn
Ausweichmanöver stellen ein hohes Risiko für die Insassen und andere
Verkehrsteilnehmer dar. Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die
Fahrzeuglenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern.
Nach der Versorgung von verletzten Personen müssen Polizei und im
Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder
Unfall – also auch wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet
werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, von
der dann die Bergung übernommen wird. Das Tier darf keinesfalls
mitgenommen werden.

Nähere Informationen beim Amt der NÖ Landesregierung, NÖ
Straßendienst, Gerhard Fichtinger, Telefon 02742/9005-60141, E-Mail
[email protected]

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