- 10.09.2023, 10:29:28
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Historikerkommission bestätigt: Text der NÖ Landeshymne ist unproblematisch
LH Mikl-Leitner/LR Schleritzko: „Unsere Hymne ist Teil unserer Landes-Identität - das ist gut so und das werden wir auch nicht ändern“
Utl.: LH Mikl-Leitner/LR Schleritzko: „Unsere Hymne ist Teil unserer
Landes-Identität - das ist gut so und das werden wir auch
nicht ändern“ =
St. Pölten (OTS/NLK) - Im April 2023 problematisierten Autorinnen und
Autoren in einem Protestbrief die Vita des Verfassers der
Niederösterreichischen Landeshymne, Franz Karl Ginzkey, und forderten
eine textliche Neufassung. Das Land Niederösterreich setzte daraufhin
eine Historikerkommission unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.
Stefan Karner ein, um die Historie der Landeshymne und des Verfassers
lückenlos aufzuarbeiten. Nunmehr hat die Kommission einen 91-Seitigen
Bericht vorgelegt, der bestätigt, dass keinerlei
nationalsozialistisches oder rassistisches Gedankengut im Text der
Landeshymne ausgewiesen wurde. Die Kommission sieht keine
Notwendigkeit, die Landeshymne zu ändern, jedoch empfiehlt sie eine
weitere kritische Auseinandersetzung mit dem Autor der Hymne im Zuge
eines wissenschaftlichen Symposiums.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zum Bericht der
Historikerkommission: „Niederösterreich ist ein stolzes Land.
Ausdruck unserer Verbundenheit mit Niederösterreich ist unsere
Landeshymne. Ich bin sehr froh, dass wir in unserer Haltung
Rückenwind durch diese angesehene Historiker-Kommission erhalten
haben. Der Alarmismus der Protestbriefverfasserinnen und -verfasser
hielt einer sachlichen Prüfung nicht stand. Damit steht fest: Unsere
Hymne bleibt unsere Hymne und die lassen wir uns nicht umtexten.“
Landesrat Ludwig Schleritzko bedankt sich als zuständiger Landesrat
bei der Kommission und dem NÖ Landesarchiv für die Aufarbeitung: „Die
Vergangenheit von Ginzkey weist dunkle Flecken auf. Diese Flecken
wurden von der Kommission fundiert und transparent aufgearbeitet.
Wichtig ist dabei aber, dass uns die Expertinnen und Experten
bestätigen, dass der Hymnentext absolut unbedenklich ist. Das
bestärkt uns in unserer Entscheidung, den Text unserer Hymne nicht zu
ändern. Denn wenn es um unsere Landeshymne geht, lassen wir uns nicht
von Emotionen leiten, sondern entscheiden auf Basis historischer
Fakten.“
Kommissions-Vorsitzender Stefan Karner: „Der Hymnen-Text ist weder
fremdenfeindlich noch antisemitisch, er ist konventionell und eher
typisch für die 1950er Jahre. Die Kommission fordert daher keine
Neuausschreibung. Ihr Autor Ginzkey ist allerdings problematisch: Mit
70 trat er 1942 der NSDAP bei, war zuvor u.a. Freimaurer und
Funktionär im ‚Ständestaat‘ - ein politisches Chamäleon. Als
‚Minderbelasteter‘ kam er nach 1945 zu höchsten Ehren der Republik.
Die Kommission empfiehlt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der
Person Ginzkeys durch eine Konferenz und eine Publikation.“ Diese vom
NÖ Landesarchiv organisierte Tagung wird im November dieses Jahres in
St. Pölten stattfinden.
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