- 01.09.2023, 08:27:24
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Wie kann Schule trotzdem gelingen?
Ausblick auf ein neues Schuljahr. Nüchtern betrachtet:
Erfahrene PädagogInnnen, ausgebrannt wegen belastenden Arbeitsbedingungen ergreifen die Flucht.
QuereinsteigerInnen, SeiteneinsteigerInnen, MilizsoldatInnen, AssistenzpädagogInnen – in Schnellsiedekursen „ausgebildet“ – ersetzen das fehlende, fachkundige Unterstützungspersonal.
Interessierte Studierende, zu früh eingesetzt und allein gelassen mit der Klassenführung, werfen entmutigt und desillusioniert das Handtuch.
Ambitionierte SchulleiterInnen, überlastet mit Bürokratie, empfinden Ratlosigkeit und Verzweiflung.
Unterbesetzte Bildungsdirektionen, überfordert mit Erhebungen und Kontrollen, sind nicht greifbar.
Motivierte SchulanfängerInnen, frustriert durch hohen Leistungsdruck, gehen wegen fehlender pädagogischer Unterstützung unter.
Wohlwollende Eltern, verunsichert durch Abweisung, wenden sich enttäuscht von Schule ab.
Auch ein Ausblick auf ein neues Schuljahr. Mutig betrachtet:
PädagogInnen – zuversichtlich, optimistisch, unerschrocken.
Naiv? Realitätsfern?
Nein, sondern gut befähigt mit fundiertem Wissen über Lernwege und Lernschritte, die aufeinander folgen müssen. So ist es möglich, SchülerInnen dort abzuholen, wo sie mit ihren Kenntnissen stehen.
Der Frage, welche Art von Begleitung SchülerInnen auf ihrem individuellen Lernweg brauchen, müssen sich PädagogInnen ständig neu stellen und entsprechend handeln. Deswegen ist eine Pädagogik vom Kinde aus unabdingbar.
Die Selbstbildungskraft des Kindes muss wirksam werden können, z.B. durch die aktive Auseinandersetzung mit Lernmaterialien. Es braucht ein Be-greifen, um in weiterer Folge echtes Verständnis, Wissen und Können aufzubauen.
Eine zukunftsfähige Schule bietet dem neugierigen Schulkind Lernsettings, in denen es sich selbständig und aus freien Stücken für eine bestimmte Tätigkeit entscheiden kann. Durch die eigenständig getroffene Wahl bindet das Kind seine Aufmerksamkeit. Die Arbeit wird ihm ein echtes Anliegen. Die eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten, aber auch die eigenen Grenzen werden erfahren und erkannt.
Das Kind bildet sich und baut seine Persönlichkeit auf.
Auf diese Weise ist es möglich, Kindern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und verschiedenen Begabungen die – im Lehrplan schon längst geforderte – Individualisierung zu bieten. Jede und jeder arbeitet und lernt im eigenen Tempo, mit der Hilfe, die nötig ist, um selbständig weiterzuarbeiten.
Das macht PädagogInnen nicht überflüssig, sie übernehmen nur eine andere Rolle: Lernen so zu gestalten, dass echte Bildung möglich wird. Schule kann gelingen.
Für alle.
Beitrag verfasst von: Romana Fitz und Dr. Franz Hammerer
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