• 28.08.2023, 11:20:13
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  • OTS0057

„Der Karawankenbär“: „Universum“ auf den Spuren eines Grenzgängers

Am 29. August um 20.15 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 29. August um 20.15 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Geliebt, geschützt und gefürchtet: Der Bär bewegt den
Menschen seit jeher. Wie schon vor 200 Jahren ist der größte
Beutegreifer Europas auch jetzt wieder im Dreiländereck
Italien-Slowenien-Österreich anzutreffen. Die
„Universum“-Dokumentation „Der Karawankenbär – Auf den Spuren eines
Grenzgängers“ von Regisseurin Eva Gressel begleitet am Dienstag, dem
29. August 2023, um 20.15 Uhr in ORF 2 ein junges Braunbärenmännchen
auf seinen Abenteuern in der pittoresken Alpenregion der Karawanken
und der Julischen Alpen. Der Film entstand als Koproduktion von
dreiD.at Filmproduktion, ORF und ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE und
ORF-Enterprise, gefördert von Fernsehfonds Austria und Land Kärnten –
Carinthia Film Commission und FVG Film Commission.

Kaum 20 Kilometer von der Adriaküste entfernt lebt die dichteste
Bärenpopulation der Welt: Rund 1.000 Braunbären tummeln sich in den
weitläufigen Wäldern des kroatisch-slowenischen Grenzgebiets. Und sie
vermehren sich. Doch Braunbären sind Einzelgänger – und zu viel Nähe
führt unweigerlich zu Streit. Die Konkurrenz um den Lebensraum, die
Suche nach einem Weibchen, die mediterrane Sommerhitze, vielleicht
auch nur ihre angeborene Neugierde treibt jedes Frühjahr rund ein
halbes Dutzend männliche Bären nordwärts über das Nanos-Gebirge in
Richtung der Julischen und Karnischen Alpen bis zur Karawankenkette.
Fast wie eine Wand steht das Gebirge zwischen dem mediterranen Süden
und dem alpinen Norden. Autos und Lkw donnern unablässig auf der
Autobahn durch das Kanaltal. Dennoch findet der Bär in den
Bergwäldern Nischen und Wege, auf denen er sich unbemerkt und
„barrierefrei“ zwischen den Staaten bewegen kann.

Eine derartige Wanderung im Verborgenen fordert alle Talente des
„Super-Allrounders“: Geruchssinn, Gehör, Ausdauer und Kraft. Steile,
unwegsame Hänge sprintet er scheinbar mühelos hinauf – über 100 Meter
nimmt er es mit jedem Leichtathletik-Rekordhalter auf. Und sein
Orientierungssinn steht einem modernen GPS um nichts nach. Bis zu 60
Kilometer kann das Braunbärenmännchen pro Tag zurücklegen, dabei ist
es ständig auf Nahrungssuche. Vorwiegend Vegetarisches steht auf dem
Speiseplan, aber auch Würmer und Larven aus morschen, umgefallenen
Bäumen und Ameisenhaufen. Doch auch manch gepflegte Kulturlandschaft
scheint dem wandernden Bären wie ein „Land, wo Honig fließt“ – im
wahrsten Sinn des Wortes. Zum Leidwesen der Imker hinterlässt der
Braunbär hier deutliche Spuren der Zerstörung.

Die Rückkehr des Bären wird im Dreiländereck mitunter mit gemischten
Gefühlen aufgenommen. Hier hat man weitgehend verlernt, ihn zu
tolerieren. Dabei lohnt es sich, das Nebeneinander mit dem großen
Wildtier wieder neu zu lernen, hilft doch seine Anwesenheit
erwiesenermaßen, die biologische Vielfalt einer Region zu erhalten.
Der Film zeigt etwa seltene Aufnahmen der kroatischen
Gebirgseidechse, die ebenfalls aus dem Süden zugewandert ist, oder
den Jahreszyklus der Hornviper – von Kommentkampf und Paarung bis zu
Geburt und Winterstarre. Das Dreiländereck ist heute Schauplatz einer
wahren Natur-Renaissance und wird immer mehr auch von Luchs und Wolf
als Korridor nach Mitteleuropa genutzt.

Der junge Braunbär, an dessen Fersen sich das „Universum“-Kamerateam
geheftet hat, verschwindet gegen Jahresende aus der Berglandschaft.
Kehrt er in die slowenisch-kroatischen Grenzwälder zurück? Oder hat
er sich für den Winter in eine Karawanken-Höhle zurückgezogen?
Möglicherweise ist er weitergewandert, ins nahe gelegene Trentino, wo
sich bereits ein paar Bärinnen niedergelassen haben.

Regisseurin Eva Gressel zu den Dreharbeiten: „Mich hat am meisten
fasziniert, wie unterschiedlich Bären in Gestalt, Mienenspiel und
Kopf aussehen. Jeder Bär hat seinen Charakter und so ist eine
Assoziation mit dem Menschen naheliegend. Daraus erklärt sich auch,
warum der Bär in der Mythologie aller Völker eine große Rolle
spielt.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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