• 28.08.2023, 08:32:53
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Welttag der Verschwundenen – wie das Rote Kreuz ungeklärte Schicksale aufklärt

30. August im Zeichen der Vermissten – Rotkreuz-Suchdienst-Leiterin: „Es ist ein fundamentales Recht, das Schicksal von vermissten Angehörigen zu kennen!“

Wien (OTS) - 

Krieg, Gewalt, Hunger, Naturkatastrophen – es sind stets schwerwiegende Gründe, warum sich die Lebenssituation von Menschen schlagartig ändert, Familien auseinandergerissen werden, die Heimat überstürzt verlassen werden muss. Nicht selten reißt in diesen Extremsituationen der Kontakt zu Angehörigen plötzlich ab und kann aus eigener Kraft nicht mehr wiederhergestellt werden.

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts – eine von mehr als hundert bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit – steigt die Zahl der Anfragen an den Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes weiter. „Nicht nur die durch den Ukraine-Konflikt bedingten Anfragen beschäftigen uns stark“, sagt Claire Schocher-Döring, Leiterin Suchdienst und Familienzusammenführung, anlässlich des Welttags der Verschwundenen am 30. August. „Auch Menschen aus anderen Konfliktgebieten wie Afghanistan, Iran oder Syrien hoffen, mit unserer Hilfe ihre Angehörigen zu finden.“ 

Rotes Kreuz hilft mit weltweitem Netzwerk

„Wir stehen im ständigen Kontakt mit der ‚Central Tracing Agency‘ (CTA) des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf, wo auch sämtliche Suchanfragen aus der Ukraine und Russland aufgenommen und koordiniert werden“, so Schocher-Döring. „Anfragen von Personen, die sich in Österreich aufhalten, werden von uns betreut und nötigenfalls weitervermittelt.“

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ukraine gingen bei der „Central Tracing Agency“ mehr als 57.000 Anrufe, E-Mails und Online-Anfragen von Familien ein, die Informationen über ihre Angehörigen in diesem Konfliktgebiet suchen. Leiterin der „Central Tracing Agency“ ist Florence Anselmo. Sie erklärt: “Wir leben in einer Welt im ständigen Wandel. Was sich nie ändert, ist, dass Krieg, Gewalt, Naturkatastrophen und Flucht Familien auseinanderreißen und sie damit großes Leid erleben müssen. Ihr größtes Bedürfnis in dieser Krisensituation ist es, den Kontakt zu ihren Liebsten wieder herzustellen.”  

Jeden Tag werden Schicksale geklärt und Familien vereint

Der Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes ist somit Teil eines globalen Netzwerks von Rotkreuz-Suchdiensten. Allein im Jahr 2022 konnte dieses Netzwerk 12.519 verschwundene Personen ausfindig machen und 4.774 Familien zusammenführen. Jede Minute können mehr als vier Familien, die wegen bewaffneten Konflikten, Gewalt oder Flucht auseinandergerissen wurden, miteinander Kontakt aufnehmen. Jede Stunde wird das Schicksal von einer vermissten Person geklärt. Jeden Tag werden 13 Personen mit ihrer Familie wieder vereint.

„Die Klärung von ungewissen Schicksalen ist eine der grundlegendsten Aufgaben des Roten Kreuzes, die bereits in der Genfer Konvention 1949 festgehalten wurde. Unser Service ist kostenlos. Nichts, was uns anvertraut wird, geben wir ohne Zustimmung weiter“, erklärt Schocher-Döring. Sie stellt klar: „Es ist ein fundamentales Recht, das Schicksal von vermissten Angehörigen zu kennen!“ 

Weitere Informationen zum Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes: Hier klicken
Informationen zu „Trace the Face“: Hier klicken
Informationen zur Familienzusammenführung: Hier klicken
Informationen zur „Central Tracing Agency” des IKRK in Genf: Hier klicken

Fotos: Hier klicken

Rückfragen & Kontakt

Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Gerald Richter
Presse- und Medienservice
+43158900153 +436645444619
[email protected]
www.roteskreuz.at

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