• 13.07.2023, 10:46:41
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Zwischen Saustall, Schnitzel und sommerlichem Platzregen: „dokFilm: Weites Land – Niederösterreich“ am 16. Juli

Um 22.15 Uhr in ORF 2; danach: „Alltagsgeschichte – Grenzbummel“

Utl.: Um 22.15 Uhr in ORF 2; danach: „Alltagsgeschichte –
Grenzbummel“ =

Wien (OTS) - Die 2022 gestartete zehnteilige ORF-Kulturdokureihe
„Weites Land“ untersucht die österreichische Seele sowie die
Besonderheiten jedes Bundeslandes und seiner Bevölkerung. Im
Mittelpunkt von neun Ausgaben stehen Menschen aller
Gesellschaftsschichten, die im jeweiligen Bundesland verortet sind.
Eine abschließende Österreich-Folge rundet die filmische
Entdeckungsreise ab. Nach einem neuen Film über die Steiermark und
einem Dacapo der Vorarlberg-Ausgabe in den vergangen zwei Wochen
bringt ORF 2 im „dokFilm“ am Sonntag, dem 16. Juli 2023, um 22.15 Uhr
ein Wiedersehen mit „Weites Land – Niederösterreich“. In dieser
filmischen mentalitätsgeschichtlichen Landvermessung überprüft
Regisseurin Jennifer Rezny Österreichs größtes Bundesland auf
Klischees, vermeintliche Wahrheiten und unwidersprochene Eigenheiten.
Prominente Protagonistin ist Schauspielerin Erni Mangold.

Anschließend steht um 23.05 Uhr ein weiterer, 1998 produzierter
Klassiker aus Elizabeth T. Spiras Kultreihe „Alltagsgeschichte“ auf
dem Programm: Darin unternimmt das Filmteam einen „Grenzbummel“ an
die österreichisch-tschechische Grenze und befragt Passanten, was sie
im Grenzbereich suchen. Fans finden alle 60 Folgen von Elizabeth T.
Spiras „Alltagsgeschichte“ zum Streamen auf Flimmit (flimmit.at).

Mehr zum Inhalt von „Weites Land – Niederösterreich“:

Was macht die Menschen in den neun Bundesländern aus, was
unterscheidet sie von den Bewohnerinnen und Bewohnern anderer
Regionen bzw. wo gibt es gar Unterschiede innerhalb eines Landes?
Diesmal geht es um Niederösterreich – Land der landschaftlichen
Kontraste, der vier Viertel, der Kreisverkehre. Ist etwas Wahres
daran, wenn man Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern
mangelndes Selbstwertgefühl attestiert oder ist dies längst
überwunden? Und wenn doch nicht, wo liegen die historischen Wurzeln?
Stimmt es, dass in St. Pölten die erotischsten Frauen leben? Und
warum ist der Karpfen der Professor unter den Fischen? Zu Wort kommen
Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Prominente Mitwirkende
dieser Folge ist Schauspielerin Erni Mangold. Wonach riecht
Niederösterreich, will Filmemacherin Jennifer Rezny u. a. wissen.
Nach einem Saustall, nach Schnitzel und Fett im besten Sinne oder
prickelnd wie kurz vor einem sommerlichen Platzregen, sagen die von
ihr Befragten. So divers die Antworten, so unterschiedlich sind auch
die Mentalitäten in den unterschiedlichen Regionen des Bundeslandes.

Früher habe man sich geschämt, Waldviertler zu sein, sagen Thomas und
seine vier Söhne, die einen Karpfenteich besitzen. In ihrer Region
würden die Menschen „losern“, ein Dialektausdruck für horchen. Erst
würden sie innehalten und abwarten, mit wem sie es zu tun bekommen,
und sich erst dann öffnen. Nicht anders verhalte sich der Professor
unter den Fischen, der Karpfen. Ob seiner Intelligenz überlege er
genau, ob er bei einem ausgeworfenen Köder zubeißt.

In ganz Niederösterreich wie auch im übrigen Bundesgebiet wirke das
Trauma der Ersten Weltkrieges nach, als ein Weltreich zu seiner
heutigen Größe zusammenschrumpfte, analysiert Erika, die Plüsch zu
Leben erweckt. Die Starzingerin ist Tierkostümschneiderin.

Der Auslöser des Ersten Weltkriegs ist in ihrer Familiengeschichte
eingeschrieben, erzählt Alix, Schlossherrin in Artstetten. In ihrem
feudalen Heim hängt nicht von ungefähr ein Porträt von Erzherzog
Franz Ferdinand, ist sie doch seine Ururenkelin. Auch wurde der beim
Schussattentat von Sarajewo ermordete Thronfolger in der
Familiengruft bestattet. Sie bezeichnet die Niederösterreicher:innen
als „gebremst herzlich“.

Die Menschen in St. Pölten seien Auskenner. Sie würden bei aller
Anerkennung selbst Marcel Hirscher erklären, wie man „richtig“ Ski
fährt oder Luciano Pavarotti, wie man „richtig“ singt, meint der
Autor und Liedermacher Roul. Warum dies so sei? Vielleicht weil man
in St. Pölten unbedingt mit dem Rest der Welt mithalten wolle.

Queer zu sein sei im „Landeshauptdorf“ noch viel schwieriger als in
der Großstadt, wissen Elektrikerin Lex und IT-Techniker Oskar, die
einander „typisch niederösterreichisch“ bei der Vereinsarbeit
kennengelernt haben.

Er bräuchte Niederösterreich eigentlich nie zu verlassen, denn das
Land biete landschaftlich alles – von Bergen, über die Hügel bis hin
zur flachen Ebene, schwärmen der Weinviertler Mittelalter-Musiker
Arnulf und seine Frau Karin.

Sie sei froh, dass sie im Waldviertel lebe, sagt Schauspielerin Erni
Mangold. Die Menschen hier seien angenehm, schweigsam und „niemand
geht dir auf den Hammer“.

„Weites Land“ ist eine Koproduktion von ORF und Feuer & Flamme Film,
gefördert von Fernsehfonds Austria, Filmfonds Wien, Kultur
Niederösterreich, Kultur Oberösterreich, Cinestyria Filmcommission
and Fonds, Kärnten Film Commission und Land Vorarlberg.

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