- 02.06.2023, 10:24:07
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- OTS0061
ÖAMTC fordert Beibehaltung der erhöhten Pendlerentlastung
Erhöhte Pauschale und Pendlereuro drohen auszulaufen, Entlastung würde halbiert werden
Utl.: Erhöhte Pauschale und Pendlereuro drohen auszulaufen,
Entlastung würde halbiert werden =
Wien (OTS) - Zur Abgeltung der erhöhten Treibstoffkosten, wie es im
Gesetzestext heißt, gilt bis Ende Juni eine erhöhte Entlastung für
Pendler:innen. In den vergangenen vier Jahren – also gegenüber der
Zeit vor Corona – wurde die Nutzung eines privaten Pkw, gemessen am
offiziellen Pkw-Index der Statistik Austria, um mehr als ein Viertel
teurer. "Wenn die Bundesregierung die Teuerungsmaßnahme tatsächlich
auslaufen lässt, halbiert sich die Entlastung für Pendler:innen und
das trotz anhaltend hoher Kosten," erläutert Martin Grasslober von
der ÖAMTC Verkehrswirtschaft die Konsequenzen.
Pendlerentlastung derzeit ohnehin nur bei wenigen Cent je
Kilometer
Wie wichtig die Beibehaltung der Maßnahme ist, zeigt auch ein
praktisches Beispiel für eine Arbeitnehmer:in mit mittlerem Einkommen
und einem Arbeitsweg von 15 km in eine Richtung, den sie an
durchschnittlich 18 Tagen im Monat zurücklegt: Fährt die
Arbeitnehmer:in mit dem Auto – weil keine adäquaten öffentlichen
Verkehrsmittel zur Verfügung stehen – dann beträgt die Entlastung
durch die große Pendlerpauschale aktuell rund 24 Euro pro Monat. Ab
Juli sind es nur mehr rund 12 Euro. Wie gering die Entlastung durch
Pendlerpauschale und Pendlereuro in Wahrheit ist, zeigt die
Entlastung pro gefahrenem Kilometer: Für die beispielhafte
Arbeitnehmer:in wären es aktuell 4,4 Cent, ab Juli nur rund 2,2 Cent
je Kilometer.
Die Vorschläge des Mobilitätsclubs für eine Reform der
Pendlerpauschale liegen auf dem Tisch. "Wir brauchen dringend eine
einkommensunabhängige und kilometergenaue Abrechnung", stellt der
ÖAMTC-Experte klar. Für eine weitere Entlastung sowohl der Umwelt als
auch der Geldbörse würde eine Erhöhung des Pkw-Besetzungsgrades
sorgen. Hier braucht es allerdings deutlich stärkere Anreize, wie
Grasslober ausführt: "Wir sind für die Schaffung von steuerlichen
Anreizen, beispielsweise für Arbeitgeber:innen, die
Fahrgemeinschaften unter ihren Mitarbeiter:innen finanziell
unterstützen. Dafür sollten umgehend gesetzliche Rahmenbedingungen
geschaffen werden."
Amtliches Kilometergeld zuletzt 2008 angepasst – Club fordert
umgehende Erhöhung
Österreichische Haushalte haben nach wie vor mit hohen Belastungen zu
kämpfen. Ein Ende des enormen finanziellen Drucks auf Menschen, die
auf ihr Auto angewiesen sind, ist nicht in Sicht. "Es führt daher
kein Weg an einer Anpassung des Kilometergeldes und einer Reform der
Pendlerpauschale vorbei", erklärt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte
Martin Grasslober. "Das amtliche Kilometergeld wurde z. B. zuletzt
2008 angepasst. Seither ist – wie Zahlen der Statistik Austria zeigen
– Autofahren um rund 34 Prozent teurer geworden. Wir fordern daher
eine Erhöhung des Kilometergeldes von 42 auf 60 Cent."
Generell spricht sich der Mobilitätsclub darüber hinaus für eine
gesetzlich verankerte, regelmäßige Valorisierung des Kilometergeldes
aus. "Als Gegenargument ist häufig zu hören, ein höheres
Kilometergeld wäre ein Anreiz, Dienstfahrten vorrangig mit dem Pkw zu
erledigen. Das ist nicht nachvollziehbar, den Arbeitnehmer:innen
suchen sich in der Regel ja nicht aus, welches Verkehrsmittel sie für
Dienstreisen nutzen", stellt Grasslober klar. "Tatsächlich ist es
umgekehrt: Ein niedriger Kilometergeld-Satz ist ein Anreiz für
Unternehmen, von ihren Mitarbeiter:innen zu fordern, dass sie
Dienstfahrten mit dem privaten Pkw erledigen."
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