- 25.05.2023, 11:07:10
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„trend“: Billa-Chef Marcel Haraszti wirft Regierung Rufschädigung und „Schattenboxen“ vor
Wien (OTS) - Nach dem Lebensmittelgipfel der Bundesregierung platzt
nun Billa-Chef Marcel Haraszti der Kragen. Im am Freitag
erscheinenden Wirtschaftsmagazin „trend“ übt der CEO des
Rewe-International-Konzerns (Billa, Billa- Plus, Bipa, Penny, Adeg)
harte Kritik an der Vorgehensweise der Bundesregierung. Die hatte den
Lebensmittelhandel als einen der Preistreiber in eine Reihe mit den
Energieunternehmen gestellt. Haraszti: „Wir sind sehr ernüchtert,
dass so ein politischer Populismus in Österreich möglich ist. Er ist
rufschädigend und inhaltlich schlicht falsch. Wir sind weder
raffgierig noch Abzocker, im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) arbeiten
wir mit Margen von 0,5 bis 2 Prozent – man muss im Handel zwischen
Umsatz und Gewinn unterscheiden.“ Die angedachte Transparenzmaßnahme,
ähnlich wie in Frankreich Einkaufspreise zu veröffentlichen, hält er
für „Schattenboxen, eine aktionistische Maßnahme, die genau nichts
bringen wird“. Den Vorwurf eines besonderen Oligopols im
Lebensmittelhandel wiederum bezeichnet er als „Unsinn“. Schweiz oder
Norwegen, Finnland, Belgien, Schweden oder Dänemark sind bezüglich
der Konzentration im LEH durchaus mit Österreich vergleichbar.
Haraszti verweist in dem Gespräch mit dem „trend“ auf den hohen
Anteil heimischer Lebensmittel im Sortiment und warnt vor mehr
Importware: „Bemerkenswert finde ich, wie Landwirtschaftsfunktionäre
die Supermärkte wegen mangelndem Wettbewerb kritisieren. Wir können
gerne noch mehr Preiswettbewerb machen, aber das ginge nur mit
ausländischen Produkten. Das will niemand und wir als Billa schon gar
nicht.“
Grundsätzlich sei der Preisunterschied zu Deutschland durch die
Rahmenbedingungen fixiert: „Deutschland etwa hat nur sieben Prozent
Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Österreich zehn. Der
Aktionsanteil liegt in Deutschland bei 10 bis 15 Prozent, in
Österreich durchschnittlich bei 30 bis 40 Prozent. Wir haben eine
viel ländlichere Filialstruktur als in Deutschland, wo es mehr
Ballungszentren gibt. Unsere Lohnkosten sind hier bei einem
flächendeckenden Kollektivvertrag viel höher. In Deutschland gilt
gerade einmal für ein Viertel der Mitarbeiter im Handel ein
freiwilliger Tarifvertrag.“
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