• 17.05.2023, 07:56:22
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17. Europäischer Dorferneuerungspreis im Hofheimer Land in Bayern verliehen

LH Mikl-Leitner: Brücken bauen in der heutigen Zeit immer wichtiger

Utl.: LH Mikl-Leitner: Brücken bauen in der heutigen Zeit immer
wichtiger =

St.Pölten (OTS) - Rund 600 Menschen aus ganz Europa, unter ihnen
zahlreiche ranghohe Politikerinnen, Politiker sowie Vertreterinnen
und Vertreter aus Gesellschaft und Wirtschaft der verschiedenen
Länder wohnten der stimmungsvollen Preisverleihung des 17.
Europäischen Dorferneuerungspreises bei. Die Verleihung fand im
unterfränkischen Hofheim, Teil der gleichnamigen Gemeinde-Allianz
Hofheimer Land, statt, die den vorigen Wettbewerb für sich
entscheiden konnte. Diesmal gewinnt die burgenländische Gemeinde
Stadtschlaining den Europäischen Dorferneuerungspreis, der von der
Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung 2022 unter dem
Motto „Brücken bauen“ ausgelobt und durchgeführt wurde. Das Motto
trug der Tatsache Rechnung, dass der Umgang mit den großen
Herausforderungen unserer Zeit, seien es Klimawandel,
Ressourcenknappheit oder digitale Transformation, um nur wenige
Beispiele zu nennen, enormes Konfliktpotenzial besitzt und
Gemeinschaften zu spalten droht. „Brücken zu bauen wird in dieser
Zeit, in der die Gräben in der Gesellschaft wie auch in der Politik
immer weiter auseinanderklaffen, stets wichtiger“, erklärte
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in ihrer
Funktion als Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und
Dorferneuerung mittels Videobotschaft im Rahmen des Festaktes.

Der sächsische Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt,
der auch als stv. Vorsitzender die ARGE vor Ort repräsentierte,
zeigte sich im Rahmen eines Talks davon überzeugt, dass die
ländlichen Räume gerade im Wechselspiel mit den Städten die
Zukunftsräume schlechthin darstellen. Es sei vorrangige Aufgabe der
Politik, zukunftsfähige Entwicklung zu ermöglichen – nicht durch
Verordnungen von oben, sondern durch möglichst flexible und
unbürokratische Unterstützung, die finanzielle Zuwendungen genauso
umfasse wie das Zurverfügungstellen von fachlicher Expertise. Auch
der Präsident der gastgebenden Gemeinde-Allianz Wolfgang Borst sprach
insbesondere die Chancen für die ländlichen Gemeinden an, die durch
die Digitalisierung, aber etwa auch durch die Energiewende, für
Dörfer und kleine Städte entstünden. Selbstläufer sei eine
prosperierende Entwicklung dennoch nicht, sondern bedürfe einer
ehrlichen Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen des
eigenen Raumes und darauf aufbauend mit kontinuierlicher Arbeit zur
Umsetzung von Zukunftsvisionen. Die Vorsitzende der Wettbewerbsjury
Nadja Häupl, Städtebau-Professorin an der Uni Anhalt in Dessau,
betonte darüber hinaus auch die Notwendigkeit bürgerschaftlichen
Engagements bei der Entwicklung des eigenen Lebensraumes, das bis
dahin reichen könne, dass Einwohnende finanzielle Risiken persönlich
mittragen, wie dies in mehreren Teilnehmerorten des Europäischen
Dorferneuerungspreises 2022 der Fall sei.

Die siegreiche Gemeinde Stadtschlaining konnte dank eines konsequent
umgesetzten, umfassenden Erneuerungsprozesses, der sich in einer
Vielzahl großer und kleinerer Projekte von höchster Qualität
manifestiert hat, den massiven Strukturwandel, der durch die
Schließung des prägenden Bergbaues schlagend wurde, konstruktiv
gestalten und dadurch neue Perspektiven schaffen.
Alleinstellungs-merkmal und herausragende Charakteristik ist der
Umgang mit dem Thema des friedlichen und wertschätzenden
Miteinanders, das sich – inspiriert durch das als „Friedensburg“
international bekannte Seminar- und Studienzentrum – wie ein roter
Faden durchzieht und die Schaffung von sozialen und soziokulturellen
Einrichtungen genauso prägt wie die Auseinandersetzung mit Wohnraum
sowie die zahlreichen Projekte in den Bereichen Wirtschaft,
Landwirtschaft, Tourismus, Kunst und Kultur,
Vergangenheitsbewältigung, Mobilität und Ressourcenschonung. Im
Zentrum aller Projekte und Maßnahmen steht stets der Versuch,
möglichst allen Einwohnenden, unabhängig von ihrem Alter, ihrem
Geschlecht, ihrer Herkunft und ihren Ansichten, gerecht zu werden und
ihnen eine gemeinsame Zukunft in einem lebenswerten Umfeld zu
ermöglichen – eine Vision, die Stadtrat Werner Glösl sowie der
Intendant des Festivals KLANGfrühling Stadtschlaining, Gerhard
Krammer, im Rahmen der Preisverleihung beeindruckend untermauerten.

Der Festakt mit der Übergabe der Preise an 21 Teilnehmende aus ebenso
vielen Regionen und zwölf Staaten war in einen dreitägigen Event
eingebettet, bei dem sich sowohl die Gastgeber als auch die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentierten, im Rahmen von
Fachvorträgen und Exkursionen jede Menge Informationen, Know-how und
Erfahrungen geteilt und auf vielfache Weise regions- und
grenzüberschreitende Kontakte aufgebaut und Netzwerke geknüpft
wurden. Ergänzend zu den zahlreichen Programmpunkten, die Information
und Weiterbildung boten, gab es an den drei Tagen auch ein buntes
kulturelles und kulinarisches Programm, das von Gastgebern und Gästen
gemeinsam gestaltet wurde.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis wurde 1990
von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit dem
Ziel, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Europas Zusammenwachsen zu
begünstigen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen
Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst zu machen, ins Leben
gerufen. Er wird im 2-Jahresrhythmus veranstaltet und bittet
besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungs- und
Erneuerungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen „vor den Vorhang“.

Weitere Informationen: Europäische ARGE Landentwicklung und
Dorferneuerung, Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer, E-Mail:
[email protected]

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