• 26.04.2023, 10:57:11
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Ö1, ORF 2 und ORF III zu 75 Jahre Israel: „Land der Gegensätze, Land der Hoffnung?“

Wien (OTS) - Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums der Staatsgründung
stehen fünf Ö1-Sendungen ab 29. April im Zeichen Israels. ORF III
sendet einen dreiteiligen Schwerpunktabend am 13. Mai und in ORF 2
berichtet das „WELTjournal“ am 17. Mai.

„‚Jerida‘ - das bedeutet Auswanderung. Junge Israelis in Wien.“
lautet der Titel der Ö1-„Hörbilder“ am Samstag, den 29. April ab 9.05
Uhr. Das Feature geht der Frage nach, was junge Israelis in ein Land
zieht, das ihre Vorfahren vertrieben und ermordet hat. Zu Wort kommt
auch die Migrationsforscherin Dani Kranz von der Ben Gurion
Universität, die sich wissenschaftlich mit der Abwanderung junger
Israelis nach Deutschland und Österreich beschäftigt.

„Ich weiß seit langem, dass ich in zwei Welten lebe“ – der
Historiker, Journalist und Autor Tom Segev ist zu Gast bei Renata
Schmidtkunz in „Im Gespräch“ am Donnerstag, den 4. Mai ab 21.00 Uhr
in Ö1. „Zwei Welten“ - damit meint Tom Segev sein Leben zwischen
Israel und Deutschland. Als Journalist ordnet er Vorgänge in Israel
und Deutschland seit über 50 Jahren ein. Als Autor von Büchern wie
„Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der
Erinnerung“ sowie seinen Biografien über Simon Wiesenthal und David
Ben Gurion erlangte der Historiker internationale Bekanntheit. Im
Herbst 2022 hat er in seinem Memoiren-Buch „Jerusalem Ecke Berlin“
seine Lebensgeschichte verarbeitet. Segev spricht über persönliche
Erinnerungen aus seinen zwei Welten, warum er in Bezug auf eine
Friedenslösung im Nahen Osten nur wenig Optimismus verspürt und was
ihm dennoch Zuversicht gibt.

„Ivrit: Von der Sakral- zur Amtssprache“ ist Thema der
„Dimensionen“ am Mittwoch, den 10. Mai ab 19.05 Uhr in Ö1.
Amtssprache in dem erst 75 Jahre alten Staat Israel ist Ivrit, das
Modernhebräische. Eliezer Ben-Jehuda, Journalist und Autor,
veröffentlichte ab 1910 das erste modernhebräische Wörterbuch und
schuf so eine neue Muttersprache aus Begriffen, die seit ca. 200 n.
Chr. praktisch nur mehr im Torastudium verwendet worden waren. Ivrit
ist der bisher einzige gelungene Versuch, eine Sakralsprache wieder
zu beleben und zu einer modernen Standardsprache zu machen. Seit 70
Jahren ist die Akademie für die Hebräische Sprache in Jerusalem für
die Erschaffung neuer hebräischer Wörter zuständig, um mit der sich
schnell ändernden Lebenswelt in Israel Schritt zu halten.

Das Ö1-„Journal Panorama“ (18.25 Uhr) bringt am Donnerstag, den
11. Mai die Reportage „75 Jahre Israel: Land der Gegensätze, Land der
Hoffnung?“ von ORF-Korrespondent Tim Cupal.

Unter dem Titel „Dasein wird in seiner Abwesenheit erfasst“ liest
Miguel Herz-Kestranek in „Du holde Kunst“ am Sonntag, den 28. Mai ab
8.15 Uhr in Ö1 Aphorismen von Elazar Benyoëtz aus dessen im Vorjahr
erschienenen Band „Himmelsstrich und Bodensatz“. Der hebräische
Dichter Benyoëtz gilt als Erneuerer der deutschsprachigen Aphoristik,
dessen Sprachbegriff sich an Karl Kraus und der Sprache der Bibel
orientiert.

„WELTjournal“ in ORF 2

75 Jahre nach Staatsgründung blickt Israel auf eine wechselvolle
Geschichte zurück: Entbehrungen, Kriege, das Scheitern bei der Suche
nach einer Lösung mit den Palästinensern – aber auch wirtschaftlicher
und gesellschaftlicher Aufschwung und die politische und militärische
Vorherrschaft in der Region. Doch rund um den Jahrestag sind viele
Hoffnungen enttäuscht. Israel ist eine gespaltene Gesellschaft und
ist weiter auf der Suche nach seiner Identität – irgendwo zwischen
liberaler Demokratie und autoritärem jüdisch-religiösem Staat.
Pünktlich zum 75. Jahrestag der Staatsgründung durchlebt das Land die
schwersten innenpolitischen Zerwürfnisse seiner kurzen Geschichte.
Für die Palästinenser scheint der Traum vom eigenen Staat in dem von
Israel seit 1967 besetzten Westjordanland und in Gaza ausgeträumt.
ORF-Korrespondent Tim Cupal fragt am Mittwoch, den 17. Mai um 22.30
Uhr in ORF 2 für das „WELTjournal“ nach, was aus den Hoffnungen der
Staatsgründer von einst geworden ist – bei jüdischen
Holocaust-Überlebenden, die den Staat mit aufgebaut haben; bei jungen
Israelis, die darüber nachdenken, diesen Staat wieder zu verlassen;
bei nationalreligiösen jüdischen Siedlern, bei israelischen Arabern
und Palästinensern im Westjordanland, bei jüdischen Israelis,
religiös und weltlich, und bei Menschen, die seit Jahresanfang Woche
für Woche auf die Straße gehen, um – wie sie selbst sagen – die
Demokratie in Israel zu retten.

„Israel – Geburt eines umkämpften Landes“ in ORF III

ORF III widmet sich dem Jubiläum am Samstag, den 13. Mai in einem
dreiteiligen Schwerpunktabend. Zum Auftakt rekapituliert der
Doku-Zweiteiler „Israel – Geburt eines umkämpften Landes“ die ersten
zwei Jahrzehnte des jüdischen Staates, von 1945 bis zum
Sechstagekrieg. Der erste Film mit dem Untertitel „Ein Staat
entsteht“ (20.15 Uhr) widmet sich der Periode vom Ende des Zweiten
Weltkriegs über das UNO-Votum des Teilungsplanes im Jahr 1947 bis hin
zur Unabhängigkeitserklärung Israels im Jahr 1948. Teil zwei „Israel
– Geburt eines umkämpften Landes: Von Krieg zu Krieg“ (21.15 Uhr)
deckt die Jahre 1948 bis 1967 ab – zwei Jahrzehnte, die geprägt waren
von Kriegen: dem Arabisch-Israelischen Krieg 1948, der Suez-Krise
1956 und schließlich dem Sechstagekrieg 1967.

Die anschließende Dokumentation „Odyssee eines Flüchtlingsschiffs
– Die Exodus“ (22.15 Uhr) beschließt den Abend: 4.500 jüdische
Holocaust-Überlebende haben sich im Sommer 1947 mit einem Schiff, der
„Exodus“, nach Palästina aufgemacht. Doch noch hatten die Briten die
Mandatsmacht in Palästina und versuchten, die jüdische Immigration zu
begrenzen. Sie veranlassten die Stürmung des Schiffes und ließen die
Passagiere zurück nach Deutschland bringen – ausgerechnet in das
Lager vor Lübeck, das mit seinen Wachtürmen an ein KZ erinnerte.

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