- 09.04.2023, 14:16:23
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Bischöfe: Ostern ist "doppelter Weckruf für uns alle"
Österreichische Bischöfe verweisen in Predigten am Ostersonntag auf die verwandelnde Kraft des Osterglaubens
Utl.: Österreichische Bischöfe verweisen in Predigten am
Ostersonntag auf die verwandelnde Kraft des Osterglaubens =
Feldkirch/Graz/Linz/Eisenstadt (KAP) - Die Botschaft von der
Auferstehung Jesu, die Christen zu Ostern feiern, ist ein "doppelter
Weckruf für uns alle" - ein Weckruf nämlich hinein in Hoffnung und
Zuversicht für den je eigenen Lebensweg und ein Weckruf zu einem
neuen Miteinander, zu Wertschätzung und Solidarität untereinander.
Darauf haben die österreichischen Bischöfe in ihren Predigten am
Ostersonntag hingewiesen. "Dieser österliche Weckruf betrifft nicht
nur uns persönlich, sondern auch das Miteinander und das
Zusammenleben. Wer geweckt wird, muss - früher oder später -
aufstehen. Auferstehung hat auch etwas mit Aufstehen, mit Aufstand zu
tun. Ostern ist ein Aufstand für das Leben und zugleich ein Protest
gegen Leid und Tod", betonte etwa der Feldkircher Bischof Benno Elbs
in seiner Predigt im Feldkircher Dom.
Einen Weckruf zum Wandel im persönlichen Leben ebenso wie in der
Kirche und in der Gesellschaft stellt der Osterglaube laut Bischof
Ägidius Zsifkovics dar. "Unsere Gesellschaft braucht
Menschen-Christen mit Osteraugen und Osterbeinen, die mit Freude und
Herzblut Jesu Botschaft in der Welt bezeugen", betonte der
Eisenstädter Bischof am Sonntagmorgen im Eisenstädter Dom. "Die
Pandemie, der Ukrainekrieg und anderes mehr haben uns überrascht,
verwundet, gespalten, gerade jetzt braucht unsere Gesellschaft den
Zusammenhalt, die Solidarität." In der Kirche gelte es darüber
hinaus, Richtungskämpfe im Geist der Synodalität zu lösen, mahnte
Zsifkovics.
Das Wort vom "österlichen Weckruf" fiel auch in der Predigt des
Linzer Bischofs Manfred Scheuer beim traditionellen
Ostersonntags-Gottesdienst im Linzer Dom. Gerufen werde der Mensch
etwa zu einem Mehr an Solidarität und Aufmerksamkeit für die
Befindlichkeiten des Anderen. "Gerade junge Menschen brauchen
Lebensmut und Lebensfreude, Selbstwissen, Selbstachtung und
Selbstvertrauen." Ein österlicher Weckruf bedeute hier, dem Nächsten
als Freund beizustehen. Auch ein ganz normaler Besuch oder gar ein
Brief könne als ein solches österliches Zeichen der Wertschätzung
gelten, führte Scheuer aus. Insofern ereigne sich Auferstehung
oftmals verdeckt "mitten im Alltag, wenn anonyme Formen des Todes
überwunden werden".
Ein ganzes Kaleidoskop an Krisenphänomenen, die Menschen heute
belasten, zeigte der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl auf. "Krieg
und Terror und die damit verbundenen menschlichen Tragödien - auch
von Flüchtenden - lähmen viele in der Perspektive auf Hoffnung. (...)
Armut, Teuerung und die damit zusammenhängenden Fragen lassen viele
wie im Tod erstarren oder in Anklage versinken. (...) Krisen am
Arbeitsmarkt (...) und, und, und - All das lässt viele weltweit
fragend zurück. Gibt es Licht am Ende des vermeintlichen Tunnels?"
Auch innerkirchlich gebe es viel Zerrüttung, Austritte,
Richtungsstreit. Auferstehung bedeute angesichts dieser multiplen
Krisen vor allem, "das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen" und
sich aktiv einzubringen, "damit das Zueinander möglich wird", so
Bischof Krautwaschl.
Den mit dem Osterglauben verbundenen Friedensauftrag haben Erzbischof
Franz Lackner und Kardinal Christoph Schönborn in ihren Predigten am
Ostersonntag betont. "Als Auferstehungschristen haben wir den Auftrag
in der Welt da zu sein, Zeuge zu sein, und uns nicht damit
abzufinden, wenn wenige hundert Kilometer von uns ein furchtbarer
Angriffskrieg im Gange ist", sagte Erzbischof Lackner beim
Gottesdienste im Salzburger Dom. Wie die Frauen damals am Kreuz Jesu
ausharrten, so sei es der Auftrag der Christen, "auf den heutigen
Hügeln der Nöte auszuharren - bittend und helfend da zu sein und
Frieden zu stiften". Dies sei "unser Glaube, unsere Hoffnung, unsere
Mission", so Lackner.
Auf den lebensverändernden Kern der Botschaft von der Auferstehung
verwies indes Kardinal Schönborn in seiner Predigt im Wiener
Stephansdom. Paulus könne nur deshalb so energisch sagen "Wenn
Christus nicht auferweckt ist, ist euer Glaube sinnlos" (1 Kor
15,13-14), weil er eben dies erlebt hat: die verändernde Kraft der
Erfahrung des Auferstandenen. Diese Erfahrung habe das Leben und
Verhalten der Apostel grundlegend umgekrempelt: "Sie waren
niedergeschlagen, ängstlich - und jetzt werden sie mutig, gehen
hinaus, trauen sich von dem zu erzählen, was sie erlebt haben."
((forts. mgl.)) HKL
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