• 05.04.2023, 09:50:49
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„Am Rennbahnweg“: „Am Schauplatz“-Reportage über das komplexe Zusammenleben in einer Großsiedlung am Rande Wiens

Am 6. April um 21.05 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 6. April um 21.05 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - 8.000 Menschen und nur eine Adresse: Rennbahnweg 27.
Hier, in Wien Donaustadt, steht der größte zusammenhängende
Plattenbau der Stadt. Bestückt mit 57 Wohntürmen, die bis zu 16
Stockwerke in den Himmel ragen. Viele hier leben von einem geringen
Einkommen, und so mancher hat auch eine schwierige Lebensgeschichte.
Wohl auch deswegen gilt der Rennbahnweg nicht gerade als die beste
Adresse der Stadt. „Am Schauplatz“-Reporter Ed Moschitz taucht am
Donnerstag, dem 6. April 2023, um 21.05 Uhr in ORF 2 in die
Lebenswelten der Menschen „Am Rennbahnweg“ ein und ergründet die
Ursachen für ihr oft schwieriges und ungewöhnliches Leben.

Gottfried Fabits, 74, gehörte 1976 zu den ersten Mietern hier. Heute
ist er die gute Seele der Anlage. Seit 23 Jahren säubert er die
Grünflächen: „Jeden Morgen, bei jeder Witterung.“ Nicht einen Cent
bekommt der Mindestrentner, wenn er Müll aufklaubt und „bis zu 50
Einkaufswagerl“ einsammelt. Er lenkt sich damit vom täglichen
Überlebenskampf ab. 150 Euro bleiben ihm monatlich nur fürs Essen.
Auf seinem Balkon im achten Stock gibt es daher selbst gezogenes
Gemüse und Kräuter. „Ich mag den Rennbahnweg“, sagt er stolz. Nur
seine verstorbene Frau, eine Beamtin, die hätte sich Zeit ihres
Lebens für diese Wohnadresse geniert. Dabei hatte die Stadt Wien
beste Absichten, als man die Anlage Mitte der 1970er Jahre auf den
ehemaligen Trabrenn-Gründen errichtete: „Modernes und gesundes Wohnen
macht Menschen glücklich“, war die Devise. Das sollte mit einer
autofreien Siedlung, mit 2.424 hellen Wohnungen ausgestattet mit
Fernwärme gelingen.

Stefan Zampa, 33, ist hier aufgewachsen und ins Drogenmilieu
abgerutscht. Seine Mutter, eine Alleinerzieherin, war mit der
Situation überfordert. Stefan fühlte sich eingesperrt, rebellierte
und wurde wegen Beschaffungskriminalität verurteilt und inhaftiert.
Heute ist der angehende Sozialpädagoge froh, dass er das alles hinter
sich hat. Als „Esperancer“ macht er hier mit Freund Mikael, 20, der
sich „Onetakemc“ nennt, Musik, um Jugendliche mit Problemen „auf
bessere Gedanken“ zu bringen.

Gerhard Pawlata ist 1979 zum Rennbahnweg gezogen. „Nicht freiwillig“,
wie er sagt. Eine andere Wohnung habe man ihm nicht gegeben. Damals,
als er noch mit einem Kleintransporter durch ganz Europa fuhr. Doch
dann wurde ihm wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen.
Weil er auch handfest mit einem Polizisten zusammenkrachte, folgten
saftige Geldstrafen. Die Strafzahlungen könne er sich aber mit der
Mindestpension von 643 Euro nicht leisten. Daher muss der 66-Jährige
immer noch – regelmäßig für mehrere Wochen – „sitzen gehen“.

Inge Thier, 69, und ihr Mann Wolfgang, 68, haben sich am Rennbahnweg
verliebt. Im Lift. „Uiuiui hat es gemacht“, erzählt er. So sehr, dass
er sich von seiner damaligen Frau gleich scheiden ließ. Das war vor
45 Jahren. Bis heute verbringen die Thiers jede Minute gemeinsam.
Egal ob Schnäppchenjagd beim Penny-Markt, kochen oder spazieren
gehen. „Wir sind so deppert, dass wir sogar händchenhaltend schlafen
gehen.“

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