- 02.04.2023, 13:26:42
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Papst feiert Palmsonntagsmesse wie geplant
Franziskus predigt im Sitzen und segnet nach Angelus-Gebet im offenen Papamobil die Gläubigen auf Petersplatz und in angrenzender Via della Conciliazione
Utl.: Franziskus predigt im Sitzen und segnet nach Angelus-Gebet im
offenen Papamobil die Gläubigen auf Petersplatz und in
angrenzender Via della Conciliazione =
Vatikanstadt (KAP) - Papst Franziskus hat den feierlichen
Gottesdienst zu Palmsonntag auf dem Petersplatz wie geplant gefeiert.
Wie seit dem vergangenen Sommer üblich leitete der Papst den Ritus im
Sitzen, während ein Kardinal am Altar stehend die Eucharistie
feierte. Der argentinische Kurienkardinal Leonardo Sandri (79)
übernahm diese Rolle. Mehr als 50.000 Menschen auf dem Petersplatz
nahmen an dem Gottesdienst teil. Erst am Tag zuvor war der Papst nach
einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt in den Vatikan zurückgekehrt.
Seine Predigt verlas Franziskus sitzend mit zunächst schwacher, dann
aber zunehmend fester Stimme. Er predigte über den letzten Ausruf
Jesu am Kreuz, der im Matthäusevangelium mit den Worten überliefert
ist: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Der Papst führte aus, dass diese dramatische Erfahrung des
Verlassenseins bis heute viele Menschen betreffe. "Es gibt ganze
Völker, die ausgebeutet und sich selbst überlassen werden; es gibt
arme Menschen, die an den Kreuzungen unserer Straßen leben und deren
Blicken wir nicht zu begegnen wagen; Migranten, die keine Personen
mehr sind, sondern Nummern; abgewiesene Gefangene, Menschen, die als
Probleme katalogisiert werden."
Abweichend vom Manuskript erinnerte Franziskus auch an einen
deutschen Obdachlosen, der vor einigen Wochen in den Kolonnaden des
Petersplatzes einsam und verlassen gestorben war. Über sich selbst
sagte der Papst: "Auch ich brauche die Zärtlichkeit Jesu, dass er
sich mir zuwendet, und deshalb suche ich ihn in den Verlassenen und
den Einsamen."
Beim Angelusgebet im Anschluss an den Gottesdienst war die Stimme des
Papstes wieder schwach und heiser. Franziskus erinnerte bei dieser
Gelegenheit erneut an das Leiden des ukrainischen Volkes im Krieg und
rief zum Gebet für den Frieden auf.
Nach dem Schlusssegen ließ sich der Papst im Rollstuhl zu den auf ihn
wartenden Kardinälen fahren und schüttelte vielen von ihnen die Hand.
Mit dem deutschen Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller wechselte er
einige Worte. Anschließend fuhr er im offenen Papamobil winkend und
segnend durch die jubelnde Menschenmenge auf dem Petersplatz.
Überraschend ließ er sich dann auch noch auf die von Touristen und
Pilgern überfüllte Via della Conciliazione fahren, wo ihm Tausende
zuwinkten, während er im Schritttempo an ihnen vorbeifuhr, bevor er
in den Vatikan zurückkehrte.
((ende)) PWU
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