• 22.03.2023, 10:58:58
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„Jeder Zentimeter zählt“: „Am Schauplatz“-Reportage über den drohenden Tod des Neusiedler Sees

Am 23. März um 21.05 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 23. März um 21.05 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Dass der Neusiedler See austrocknen könnte, war bislang
eine Sorge für die Zukunft. Doch wenn sich über die warmen Monate
kein Niederschlagswunder ereignet, dann könnte der See, wie wir ihn
kennen, im Herbst nur mehr eine schöne Erinnerung sein. Noch nie seit
Beginn der zeitgenössischen Messreihe war der Wasserpegel so
gefährlich niedrig wie zur Stunde. Für jene, die vom See leben, ihn
lieben oder ihm helfen wollen, hat ein Wettlauf gegen die Zeit
begonnen. Es ist nicht nur ein großer Faktor, der Klimawandel, der
das Gewässer bedroht. Es sind auch viele kleine Probleme, die
angepackt werden können, um dem See zu helfen, denn: Jeder Zentimeter
zählt! Alfred Schwarzenberger zeigt in seiner „Am
Schauplatz“-Reportage „Jeder Zentimeter zählt – der drohende Tod des
Neusiedler Sees“ am Donnerstag, dem 23. März 2023, um 21.05 Uhr in
ORF 2 Menschen, die tief mit dem See verbunden sind und noch etwas
bewegen wollen, bevor die Verdunstungsphase beginnt.

Der Nebel hängt tief über dem Schilfgürtel des Neusiedler Sees. Im
Licht eines frühen Herbstmorgens fährt Alfred Schwarzenberger mit
seinem Kamerateam und Berufsfischer Helmut Schwarz zu jenem Platz, an
dem er im Frühjahr noch Fische gefangen hat. Der Pegel sei so
niedrig, dass die Reuse aus dem Wasser stehen würde und somit
gefangene Fische verenden, sagt Herr Schwarz. Er zweifelt an seiner
Zukunft: „Ob ich im nächsten Jahr noch Fischer bin, das werden wir
erst sehen.“

Zu 90 Prozent speist sich der Neusiedler See aus Regenfällen, doch
die sind in den vergangenen zwölf Monaten zu gering ausgefallen. Vor
einem Szenario wie an der Langen Lacke, einst ein Vogelparadies, das
nun seit Jahren de facto trocken liegt, will Nationalparkdirektor
Johannes Ehrenfeldner keine Angst haben. Angst sei ein schlechter
Berater, sagt er, man müsse aber mit aller Kraft versuchen, den See
mit Wasser zu versorgen und dabei mit Bedacht vorgehen. Seit
mittlerweile Jahren wird kontrovers über eine mögliche Zuleitung von
Wasser aus einem nahegelegenen Donau-Altarm in Ungarn diskutiert. Die
Chefin des ungarischen Nationalparkzentrums zweifelt an dieser
Lösung, vergleichsweise klares Flusswasser zuzuleiten. Fertö, so der
ungarische Name des Neusiedler Sees, bedeute auf Deutsch mooriges,
schlammiges Wasser. Und genau das solle der See auch sein, sagt sie.

Wenn der See über den Sommer hinweg weniger Wasser verliert, dann
wäre das gut für seine Bilanz. Auf Basis dieser Überlegung hat der
Podersdorfer Herbert Siegmund recherchiert und unzählige Studien
durchgearbeitet. Er kommt gemeinsam mit dem erfahren Schilfschneider
Erwin Sumalowitsch zum Schluss, dass der wuchernde Schilfgürtel zehn
Zentimeter Pegel pro Sommer wegtrinkt. Es wäre wichtig hier
einzugreifen, sagen die beiden. Doch dem stehen Umweltschutzgesetze
entgegen.

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