• 07.03.2023, 10:00:07
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Grüne Wien/Pühringer, Spielmann zum Internationalen Frauentag: Für eine gerechte Arbeitsverteilung zwischen Frauen und Männern

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordern die Grünen Wien eine Arbeitsmarktpolitik ein, mit der die ungleiche Verteilung von Arbeit zwischen Frauen und Männern auf allen Ebenen in Angriff genommen wird.
„Es ist höchste Zeit, für eine gerechte Verteilung von Arbeit zwischen Frauen und Männern zu sorgen. Frauen arbeiten immer noch überwiegend in Teilzeit. Um das zu ändern, brauchen wir neben leistbarer und flächendeckender Kinderbetreuung“, sagt Judith Pühringer, Parteivorsitzende der Grünen Wien.
„Wir machen uns für eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit und Erwerbsarbeit zwischen Frauen und Männern stark – und da wäre die Einführung der 35-Stundenwoche ein großer Hebel“, so Pühringer.

Darüber hinaus fordert Pühringer passgenaue Maßnahmen seitens AMS, die sich besser an den Lebensrealitäten von Frauen orientieren. „Es geht vor allem um würdevolle und existenzsichernde Jobs an den Übergängen und Umstiegen: von Karenz in den Arbeitsmarkt, von einem Job in den neuen, von einer Ausbildung in eine neue Tätigkeit, von Erwerbsarbeit in Pension“, sagt Pühringer. Dafür würde es maßgeschneiderter Angebote benötigen, mit denen Frauen wirksam begleitet werden können. 

Adäquate Stadtplanung notwendig 

Auch abseits des Arbeitsmarktes ist aufrichtige Frauenpolitik gefragt. „Mehr als die Hälfte der in Wien lebenden Menschen sind Frauen. Die Stadt Wien muss dieser Tatsache in ihrer Stadtplanung gerecht werden“, sagt Viktoria Spielmann, Frauensprecherin der Grünen Wien. Wien sei eine Stadt, die vor allem von Männern für Männer geplant sei. Das zeige sich bei der Planung von Straßen, die nach wie vor alles dem Autoverkehr unterordnet. „Das ist nicht nur klimaschädlich und vorgestrig, sondern geht auch an den Lebensrealitäten der mehrheitlich weiblichen Bevölkerung vorbei“, so Spielmann.

Der Gleichstellungsmonitor aus dem Jahr 2021 zeigt, dass in Wien nur 9,5% der Straßen nach Frauen benannt sind. „Das sind 1.541 Kilometer Straßen mit männlichen Namen. Dem gegenüber stehen lediglich 109 Kilometer, die nach Frauen benannt sind – das ist sinnbildlich für die Diskriminierung von Frauen in der Vergangenheit und in der Gegenwart“, so Spielmann. „Es geht darum, dass Frauen und ihre herausragenden Leistungen sichtbarer gemacht werden und sie damit stärker ins Bewusstsein der Wiener Bevölkerung gerückt werden können.“

Die Grünen Frauen Wien veröffentlichen daher heute auf ihrer Website 24 Frauenportraits von Wienerinnen, die außergewöhnliche gesellschaftliche Beiträge geleistet haben: https://frauen.wien.gruene.at/news/news/frauenportraits-zum-frauentag-2023/.
Weiters hat die von der Stadt Wien 2022 durchgeführte Frauenbefragung deutlich gezeigt, dass es hinsichtlich weiblicher Bedürfnisse in der Stadtentwicklung noch viel Luft nach oben gibt: Frauen wollen bessere Infrastruktur für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und öffentliche Verkehrsmittel. Sie wünschen sich eine Reduktion des Autoverkehrs und mehr Platz für Grünflächen und leistbare Freizeitangebote. 

Geschlechter- und Klimagerechtigkeit

„Daher profitieren Frauen besonders, wenn die Interessen von Fußgänger:innen berücksichtigt werden. Nur ein Drittel der Autos in Wien sind auf Frauen zugelassen. Die Stadtplanung muss sich endlich ändern, nicht nur aus Sicht der Klimagerechtigkeit, sondern auch in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit,” so Spielmann.
Die Grünen Wien setzen sich daher weiterhin für eine gendersensible Verkehrs- und Stadtplanung ein. Es braucht mehr Platz für Grünflächen, Radfahrer:innen und Fußgänger:innen und den weiteren Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere in den Wiener Flächenbezirken. Außerdem fordert Spielmann ein Bekenntnis der Stadt Wien ein, sämtliche Flächen in den nächsten Jahren nach Frauen zu benennen, und zwar nicht nur am Stadtrand, sondern mitten in der Stadt. „Die Stadt Wien muss sich verstärkt für Neu- und Umbenennungen der Straßen nach Frauen einsetzen, denn Sichtbarkeit schafft Bewusstsein“, so Spielmann.

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