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Oö. Volksblatt: "Expertensicht" (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 3. März 2023
Es ist zwar beruhigend, dass das Thema „Straßennamen“ in Linz so rasch abgehakt werden konnte. Aber die Straßennamen zeigen auch, dass das mit den Experten nicht ganz so einfach ist. Denn zeitgleich haben Linz und Salzburg die Namen durchforstet. Natürlich war der Auftrag nicht identisch, aber trotzdem sind die Ergebnisse der Historiker zum Teil unerklärlich divergierend. Zwar ist die Schnittmenge klein, nur sieben überprüfte Persönlichkeiten haben in Linz und Salzburg eine Straße, aber bei zwei davon – statistisch wären das fast 30 Prozent – geht die Einschätzung auseinander: Während die Linzer Historiker dem roten Säulenheiligen Karl Renner einen Unbedenklichkeitsschein ausstellen, ist es für die Salzburger Experten zumindest angebracht, mit einer Zusatztafel auf seine „NS-Belastung“ hinzuweisen. Und auch bei Herbert von Karajan sind die Salzburger strenger und raten, eine Umbenennung in Erwägung zu ziehen. Aber selbst die „Übereinstimmungen“ sind schwierig zu beurteilen: Mit nur einer Stimme ersparten die Salzburger Historiker dem gebürtigen Linzer Otto Pflanzl, der in Salzburg als Dichter Karriere machte, eine Umbenennungsdebatte, in Linz schaffte er es offensichtlich einstimmig in die Kategorie 2. Vielleicht sollten wir in „langweiligeren“ Zeiten erneut darüber debattieren.
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