- 27.02.2023, 10:57:20
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„Borneo – Grünes Juwel am Äquator“: „Universum“ porträtiert einen der artenreichsten Lebensräume der Erde
Am 28. Februar um 20.15 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 28. Februar um 20.15 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Im Herzen des Malaiischen Archipels liegt die
drittgrößte Insel der Welt – Borneo. Dieses südostasiatische
Grünjuwel im Pazifischen Ozean zählt zu den artenreichsten
Lebensräumen der Erde, wie die „Universum“-Dokumentation „Borneo –
Grünes Juwel am Äquator“ von Will Ridgeon (ORF-Bearbeitung: Doris
Hochmayr) am Dienstag, dem 28. Februar 2023, um 20.15 Uhr in ORF 2
zeigt. Mehr als 60.000 Tier- und Pflanzenarten leben in den dichten
Dschungeln und Moorwäldern, die zu den ältesten des Planeten zählen.
Hier turnen Borneo-Orang-Utans im grünen Blättergewirr und
Malaienbären wieseln in Sekundenschnelle bis in die Baumkronen.
Winzige Laubfrösche machen hohle Baumstämme zur Konzerthalle und
Wollfledermäuse schlafen in fleischfressenden Kannenpflanzen. Borneo
ist ein einzigartiger Ort mit unzähligen endemischen Geschöpfen, die
allerdings stark gefährdet sind. Denn große Palmöl-Plantagen
verdrängen zunehmend die altehrwürdigen Wälder. Und im Korallenriff
vor der Küste strandet immer mehr Plastikmüll.
Bunte Korallenriffe vor der Küste, üppige Mangroven, uralte
Regenwälder und rund 4.000 Meter hohes Gebirge – Borneos
landschaftliche Erscheinung klingt nicht nur außergewöhnlich
vielfältig, sie ist es auch. Die Insel entspricht in ihrer Ausdehnung
etwa der neunfachen Fläche Österreichs und beherbergt einige der
ältesten Urwälder des Planeten. Als der Meeresspiegel am Ende der
letzten Eiszeit anstieg, trennte er Borneo vom heute thailändischen
und malaiischen Festland ab. Entlang der Küste der neu entstandenen
Insel siedelten sich Korallenarten an, die eine Fülle weiterer
Meeresbewohner anzogen. Die Artenvielfalt unter Wasser kam auch einem
Volk zugute – den Bajau Laut. Einst durchkreuzten sie als
Meeresnomaden in ihren Hausbooten den Malaiischen Archipel. Heute
sind sie an den Küsten sesshaft geworden. Die geschickten
Unterwasserjäger sind aufgrund physischer Anpassungen hervorragende
Taucher.
Die Küstengebiete Borneos sind bestimmt von weitläufigen Mangroven-
und Sumpfwäldern mit schier unzähligen Flussläufen. Hier leben die
auf der Insel endemischen Nasenaffen. Da sie sich überwiegend von
nährstoffarmen Blättern ernähren, sind die orange-braunen Affen mit
den charakteristischen überdimensionalen Rüsselnasen permanent auf
der Suche nach frischen Pflanzentrieben. Häufig müssen sie dabei auch
Flüsse durchqueren – eine gefährliche Angelegenheit, denn im trüben
Wasser lauern die größten Krokodile des Planeten:
Salzwasserkrokodile.
Landeinwärts erheben sich die mächtigen Baumkronen der Regenwälder.
Hier jagt seit Jahrtausenden das Volk der Penan. Um im Dschungel
lautlos kommunizieren zu können, haben die Penan eine spezielle
Zeichensprache namens Oroo entwickelt. Beute gibt es genug. Denn die
Dschungelgebiete sind Heimat für eine ganze Reihe an
außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenarten. Der rund 60 Zentimeter
große Malaienbär etwa schläft in Astgabeln in zehn Metern Höhe. Kein
anderer Bär kann so rasch so weit hinauf klettern wie er. Eine etwa
einen Zentimeter kleine Laubfroschart nutzt Baumhöhlen als
Schallverstärker. Die Männchen versetzen die Baumriesen mit ihren
Rufen in Schwingung, damit sie von den Weibchen im überfüllten
Regenwald gehört werden können. Genau das Gegenteil haben die scheuen
Borneo-Orang-Utans im Sinn, die auf der Insel endemisch sind. Die
seltenen Primaten nutzen nicht nur mehr als 500 Pflanzenarten als
Futterquelle, sondern wissen sogar über die Heilkraft so mancher
Gewächse Bescheid. Doch die Zahl dieser intelligenten Tiere schwindet
durch Bejagung und Verlust von Lebensraum von Jahr zu Jahr.
Im Herzen Borneos erstreckt sich Richtung Norden ein 800 Kilometer
langes Gebirge. Die höchste Erhebung ist der 4.095 Meter hohe
Kinabalu. An seinen Hängen wuchern Bergwälder mit mehr als 750
Orchideenarten. Der Artenreichtum an fleischfressenden Pflanzenarten
ist hier ungewöhnlich hoch. Einige haben besondere Symbiosen
entwickelt: Die Hemsleyana-Kannenpflanze etwa reflektiert die
Ultraschalllaute einer kleinen heimischen Wollfledermaus. So kann das
Fledertier die Pflanze im Dickicht finden. Die Wollfledermaus schläft
tagsüber gut geschützt vor Parasiten und Fressfeinden im Inneren der
Kannenpflanze. Die Pflanze wiederum profitiert von der partiellen
Anwesenheit der nachtaktiven Fledermaus, da diese ihre
nährstoffreichen Exkremente hinterlässt.
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