- 23.02.2023, 13:05:51
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„dokFilm“-Premiere „Das Fieber“ am 26. Februar: Katharina Weingartners politischer Thriller über den Kampf gegen Malaria
Um 23.05 Uhr in ORF 2
Utl.: Um 23.05 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Laut UNICEF stirbt in Afrika mittlerweile alle 30
Sekunden ein Kind an den Folgen einer Malariainfektion. Der vielfach
preisgekrönte österreichische Dokumentarfilm „Das Fieber“ von
Katharina Weingartner – zu sehen am Sonntag, dem 26. Februar, im
„dokFilm“ um 23.05 Uhr in ORF 2 – geht der Frage nach, ob die
Ausbreitung nicht mit der leicht zugänglichen und kostengünstigen
Heilpflanze Artemisia in den Griff zu bekommen wäre. Das Kraut soll
über alle Eigenschaften verfügen, die entsprechenden Erregerstoffe
aus dem menschlichen Körper zu spülen. Die Filmemacherin vertritt die
These, dass der Grund, warum Artemisia kaum zum Einsatz kommt,
angeblich politisches Lobbying westlicher Pharmakonzerne sei. Sie
interpretiert den Kampf gegen Malaria in Ostafrika als Fallstudie
kolonialer Unterwerfung, Profitstrebens und mutiger Selbstbestimmung.
Mehr zum Inhalt:
Aus Angst um den Absatz ihrer Malariamedikamente sollen westliche
Pharmakonzerne Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
ausüben, das Heilkraut Artemisia zu verbieten. Die Organisation
scheint sich zu beugen und an einer regionalen Lösung wenig
interessiert zu sein. Viele afrikanische Länder trauen sich angeblich
auch nicht, sich der WHO zu widersetzen, weshalb Artemisia nicht
verbreitet werden und zum Einsatz kommen kann. Ein Großteil der am
schlimmsten betroffenen Bevölkerung kann sich die Medikamente der
Pharmariesen aber kaum oder gar nicht leisten. Schlimmer noch: Der
Erreger wird zusehends resistent gegen die gängigsten Präparate, auch
wenn Unsummen in dessen wissenschaftliche Erforschung gesteckt
werden. Schon ein Medikament, mit dem man die Brutstätten der
Malariaträger sauber halten könnte, würde Abhilfe schaffen. Bislang
ist es auch hier offensichtlich nicht gestattet, dafür lokale
Produktionsstätten im Land zu errichten.
„Mit ihrer Position dürfte die Regisseurin deshalb heftige
Diskussionen auslösen“, urteilte ein Kritiker zum Kinostart. Und
weiter: „Der Film ist unübersehbar von Zorn über Missstände geprägt
und argumentiert einseitig. Er stellt fast ausschließlich
selbstbewusste Afrikanerinnen und Afrikaner in den Vordergrund. Damit
will er die gängigen Sehgewohnheiten im globalen Norden durchbrechen
und vermeiden, die Malaria-Kranken in Afrika zu Opfern zu
stilisieren.“ Denn „Das Fieber“ widersetzt sich diesem ewigen Blick
auf das afrikanische „Leid“. Szenen an Malaria erkrankter Menschen
sind rar. Zu Wort kommen ein Insektenforscher, eine Heilpraktikerin
und ein Pharmakologe: Sie legen im Film ihre Überzeugung dar, wie
dringend es wäre, das Malariaproblem selbst in die Hand nehmen und
über die Malariamedikation bestimmen zu dürfen.
Der Filmkritiker Bert Rebhandl schreibt über den Film: „Katharina
Weingartner schildert diese Zusammenhänge strikt aus der Perspektive
der lokalen Bevölkerung. Obwohl sie selbst aus Europa stammt, und ihr
Film eine Koproduktion dreier deutschsprachiger Länder ist, gelingt
es ihr, vollkommen auf die geläufigen Muster zu verzichten: Sie
gehört nicht zu dem großen Feld westlicher ,Expertise‘, für die
Afrika ein Fall ist, der mit Hilfe der Rationalitäten, Technologien
und Strategien ,behandelt‘ werden soll, in denen sich die kolonialen
Machtverhältnisse von früher wiederholen und bestätigen.“
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