- 09.02.2023, 10:00:05
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trend: Medikamentenlieferungen an Apotheken in Gefahr
Weil der Pharma-Großhandel kaum noch die Kosten deckt, warnt Marktführer Herba Chemosan vor reduzierten Lieferungen an Apotheken. Medikamentenmangel könnte sich weiter verschärfen.
Utl.: Weil der Pharma-Großhandel kaum noch die Kosten deckt, warnt
Marktführer Herba Chemosan vor reduzierten Lieferungen an
Apotheken. Medikamentenmangel könnte sich weiter verschärfen. =
Wien (OTS) - Die Vorstände des Pharma-Logistikers Herba Chemosan
schlagen Alarm. Durch das staatlich festgelegte Preissystem und die
gleichzeitige Erhöhung von Energie-, Treibstoff- und Personalkosten
ist ein großer Teil der Arzneimittellieferungen an die Apotheken „bei
weitem nicht mehr kostendeckend“, wie CEO Andreas Windischbauer im
Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin trend sagt. Und er präzisiert:
„Wenn sich an unserer Spanne, die 2004 per Verordnung festgelegt
wurde, nichts ändert, kann die perverse Situation eintreten, dass ein
Medikament physisch zwar vorhanden wäre, aber niemand mehr bringt es
irgendwo hin.“
Außerdem weist Windischbauer im trend darauf hin, dass durch den
ohnehin schon bestehenden Medikamentenmangel auch noch der Aufwand
bei Herba Chemosan – führender Großhändler mit 45 Prozent Marktanteil
– für Kontingentierung und Bedarfsmanagement stark gestiegen sei.
Finanzvorstand Maximilian Künsberg rechnet vor, dass der Preis für
die meisten Medikamente in Österreich unter sechs Euro liegt: „Also
unter der Rezeptgebühr, entsprechend niedrig ist unsere Vergütung.
Für eine Packung bekommen wir weniger, als ein ganz normaler Brief
kostet.“ Und weil das langfristige Preisband, das zwischen
Pharmakonzernen und Ministerium festgelegt wird, kontinuierlich
sinkende Preise vorsieht, werde auch für die Auslieferung immer
weniger bezahlt.
Windischbauer gegenüber trend: „Die nächste Preissenkungswelle kommt
im September 2023. Bis dahin brauchen wir eine Lösung. Sonst werden
die sehr günstigen Arzneimittel nicht mehr wie gewohnt in Apotheken
verfügbar sein. Es muss etwas passieren, oder wir müssen bei unserem
Geschäftsmodell reagieren.“
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