- 19.01.2023, 13:06:34
- /
- OTS0115
„Alices Buch – Wie die Nazis das Kochbuch meiner Großmutter raubten“: ORF-„dokFilm“-Premiere zum Holocaust-Gedenktag
Bewegendes Schicksal einer jüdischen Wiener Bestseller-Autorin – am 22. Jänner um 23.05 Uhr in ORF 2
Utl.: Bewegendes Schicksal einer jüdischen Wiener Bestseller-Autorin
– am 22. Jänner um 23.05 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum
Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27.
Jänner) präsentiert ORF 2 am Sonntag, dem 22. Jänner 2023, im
„dokFilm“ um 23.05 Uhr die TV-Premiere der Produktion „Alices Buch –
Wie die Nazis das Kochbuch meiner Großmutter raubten“. Darin erzählt
Filmemacherin Andrea Oster die Geschichte von Alice Urbach, einer in
den 1930er Jahren erfolgreichen Wiener Konditorin und
Bestseller-Autorin mit eigener Kochschule, die unter dem NS-Regime
die Rechte an ihrem Kochbuch verlor. Nach dem „Anschluss“ Österreichs
an Hitler-Deutschland 1938 emigrierte Urbach nach England, wo sie
sich in den Kriegsjahren um jüdische Flüchtlingskinder kümmerte.
Erschütternd und bewegend wird das Schicksal einer Frau geschildert,
die mit ihrer Leidenschaft für das Kochen die Schrecken des Zweiten
Weltkriegs überlebte und schließlich in den USA einen Neuanfang
wagte. Die lebenslangen Versuche, zu ihrem Recht zu kommen, blieben
erfolglos. Ihre Enkelin, die Historikerin Karina Urbach, beleuchtet
ein bisher unbekanntes Kapitel in der Geschichte der Nazi-Verbrechen
gegen jüdische Sachbuchautorinnen und -autoren sowie deren Bücher.
Anschließend zeigt ORF III Mick Jacksons Spielfilm „Verleugnung“
(0.05 Uhr): die hochkarätig besetzte Verfilmung des dramatischen
Verleumdungsprozesses, den Holocaustleugner David Irving im Jahr 1996
gegen die US-amerikanische Professorin Deborah Lipstadt führte. Mit
u. a. Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz (alias Lipstadt), Tom
Wilkinson (Lipstadts Anwalt) und Timothy Spall (Irving).
Mehr zum Inhalt von „Alices Buch – Wie die Nazis das Kochbuch meiner
Großmutter raubten“:
Der Film der u. a. auf historische Themen spezialisierten Regisseurin
Andreas Oster erzählt die bewegende Geschichte der jüdischen Köchin
Alice Urbach aus Wien, die unter Hitlers Regime die Rechte an ihrem
Kochbuch-Bestseller verlor, sowie ihrer Enkelin, die dieses bisher
unbekannte Nazi-Verbrechen aufdeckt und um eine Neuauflage des Buchs
kämpft. Die Historikerin Dr. Karina Urbach, Autorin des bekannten
Buchs „Hitlers heimliche Helfer“, begibt sich auf die Spuren ihrer
Familiengeschichte, und stößt auf ein bislang unbekanntes
NS-Verbrechen: Deutsche Verlage publizierten Werke jüdischer
Sachbuchautoren unter falschen Namen, darunter den Kochbuch-Besteller
von Urbachs Großmutter – ein Unrecht, das bis heute weiter wirksam
ist.
Alice Urbach war in den 1930er Jahren eine erfolgreiche Konditorin in
Wien, mit einem Bestseller und einer eigenen Kochschule. Doch nach
dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland
1938 musste sie wie so viele andere Jüdinnen und Juden fliehen. Alice
entkommt nach England und verbringt die Kriegsjahre damit, sich um
jüdische Flüchtlingskinder in einem Heim im Lake District zu kümmern.
Als sie Ende der 1940er Jahre in das großteils zerstörte Wien
zurückkehrt, entdeckt sie, dass ihr Buch „So kocht man in Wien!“
unter dem Namen Rudolf Roesch veröffentlicht wird. Aber hat dieser
überhaupt existiert? Als er damit konfrontiert wird, weigert sich der
Verleger, ihr die Rechte zurückzugeben. Alice Urbach gibt die
Hoffnung auf und wandert in die Vereinigten Staaten aus, um dort
einen Neuanfang zu wagen. In San Francisco eröffnet sie eine Wiener
Konditoreischule und tritt schließlich im amerikanischen Fernsehen
auf. Ihr Traum, ihr Kochbuch unter ihrem eigenen Namen auf Englisch
zu veröffentlichen, blieb bis zu ihrem Tod 1983 unerfüllt.
Nun, 40 Jahre später, macht sich Historikerin Karina Urbach – die
Enkelin von Alice – auf, die Geschichte über das gestohlene Kochbuch
aufzudecken. Ihre Recherchen führen sie von Cambridge über Wien und
München bis in den britischen Lake District. In Archiven findet sie
Briefe und andere Dokumente, die längst verloren geglaubt waren.
Alice Urbachs deutscher Verleger hatte eine Entschädigung stets
hartnäckig abgelehnt – bis zum Oktober 2020, als die Veröffentlichung
des Buches ihrer Enkelin dem Fall neue Aufmerksamkeit verschaffte.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF






