- 19.01.2023, 12:33:09
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Freiwillige Feuerwehren waren 2022 65.000 Mal im Einsatz
LH Mikl-Leitner, LH-Stv. Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner zogen Einsatzbilanz: Energiekostenzuschuss für Feuerwehren kommt
Utl.: LH Mikl-Leitner, LH-Stv. Pernkopf und
Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner zogen Einsatzbilanz:
Energiekostenzuschuss für Feuerwehren kommt =
St. Pölten (OTS/NLK) - Die Jahresbilanz für das Jahr 2022 der
Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich zogen heute, Donnerstag,
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner bei einer
Pressekonferenz bei der Betriebsfeuerwehr im Landhaus St. Pölten.
Die Landeshauptfrau erinnerte zu Beginn der Pressekonferenz unter
anderem an die Großeinsätze an den Truppenübungsplätzen Allentsteig
und Großmittel, das Zugunglück in Münchendorf oder viele
Unwetter-Einsätze. „Die Vielfalt der Einsätze ist unglaublich groß“,
sagte Mikl-Leitner und ergänzte: „Wir brauchen die Feuerwehr nicht
nur bei uns in Niederösterreich, sondern sie leisten auch immer
wieder Hilfe international.“ Die niederösterreichischen Feuerwehren
haben unter anderem in Frankreich mitgewirkt, aber auch der
ukrainischen Bevölkerung mit Hilfslieferungen geholfen.
„Die Freiwillige Feuerwehr war 2022 65.000 Mal im Einsatz und konnte
dabei 3.560 Menschenleben retten. Alle acht Minuten rückt die
Freiwillige Feuerwehr zu einem Einsatz aus. Das ringt uns Respekt,
Wertschätzung und Demut ab, wo man wirklich nur den Hut ziehen und
ein ganz großes und herzliches Danke sagen kann“, so die
Landeshauptfrau und sagte weiters: „Gerade die Feuerwehr ist es, die
im Rahmen der Sicherheitsfamilie Niederösterreich eine ganz tragende
Säule ist in den Gemeinden, Bezirken und im gesamten Land.“ Gerade in
den herausfordernden Zeiten brauche die Feuerwehr Unterstützung,
Mikl-Leitner führte dazu unter anderem die Erhöhung der
Landesförderung für den Ankauf von Einsatzfahrzeugen um zehn Prozent
sowie das „Erfolgsprojekt Mehrwertsteuer-Rückerstattung“ an. Darüber
hinaus stellte sie einen Teuerungsausgleich in Aussicht: „Auch die
Freiwillige Feuerwehr ist von höheren Strom- und Heizkosten
betroffen. Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner hat mir vor wenigen
Tagen berichtet, und wir haben sofort mit dem Bund Kontakt
aufgenommen. Heute kann ich sagen: Es wird eine Unterstützung durch
den Bund geben, aktuell finden bereits die Detailverhandlungen statt“
gab die Landeshauptfrau die Entwicklungen bekannt.
Besonders freue sie, dass immer mehr Frauen der Feuerwehr beitreten:
„2022 war ein Rekord: 1.189 Frauen sind beigetreten. Somit können wir
sagen, dass das Jahr 2022 gut zu Ende gegangen ist. Die Feuerwehr
zählt 99.344 Mitglieder – eine Zahl, die bestätigt, dass die
Feuerwehr attraktiv ist, wozu ich der gesamten Freiwilligen Feuerwehr
nur gratulieren kann.“
„Um die Sicherheit der Kameraden zu gewährleisten, brauchen wir drei
Dinge: die beste Ausrüstung, modernste Gerätschaften und eine
Ausbildung auf dem neuesten Stand“, sagte LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf. Die Anzahl der Hitzetage steige, damit auch die Anzahl der
Waldbrände. Daher wird auch die Spezialisierung der Feuerwehren immer
größer“, unterstrich er und meinte: „Einerseits wurde der
Sonderdienst Waldbrand vor einigen Jahren ins Leben gerufen und eine
Ausstattung mit Spezialgeräten angeschafft.“ Auch aus dem Waldbrand
in Hirschwang seien Lehren gezogen worden und schon 18
Waldbrandspezialfahrzeuge um 3,7 Millionen Euro in den Dienst
gestellt worden. In den nächsten Monaten werden zusätzliche acht
Waldbrandlöschfahrzeuge, acht Pick-Ups und 56 Container um weitere
4,3 Millionen Euro angeschafft. „Wir schaffen also insgesamt 34
Waldbrand-Spezialfahrzeuge um 8 Millionen Euro an. Zusätzlich machen
wir über die Forstabteilungen 212 Waldfachpläne, damit bei
Waldbränden sofort klar ist, wo und wie vorgerückt werden kann, wo
Wasserentnahmestellen und Hubschrauberlandeplätze sind“, so Pernkopf.
Ein weiteres Thema sei die Blackout-Vorsorge, wenngleich der
LH-Stellvertreter akut nicht von einem derartigen Szenario ausgehe.
Deswegen werden 460 Feuerwehrhäuser zu Sicherheitsinseln. Zudem habe
man Großaggregate und Notstromaggregate zur mobilen Vorsorge
angeschafft.
„Die beste Ausbildung auf der Höhe der Zeit. Auch hier sind die
Feuerwehren an der Spitze dabei mit unserem Feuerwehr- und
Sicherheitszentrum in Tulln. Alleine im Jahr 2022 hat es 473
Ausbildungsmodule gegeben und 10.000 Kameradinnen und Kameraden sind
entsprechend geschult worden. Das ist eine gewaltige Zahl“, freute
sich Pernkopf.
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner führte aus, dass es
„für uns ein schwieriges Jahr war, wieder die Leute aus der Pandemie
zurückzuführen in den Einsatzdienst.“ Großes Thema sei laut dem
Kommandanten die Ausbildung, wobei man hier neben der Ausbildung in
Tulln und den dezentralen Ausbildungsmöglichkeiten in den Bezirken
auch auf modernes Lernen von zu Hause durch e-Learning-Module setze.
„Große Sorgen“ mache er sich im Hinblick auf die Teuerung: „Wir haben
Teuerungen bei den Fahrzeugen mit bis zu 25 Prozent. Und natürlich
fürchten wir die derzeitigen Prognosen mit der Verdreifachung der
Energiekosten. Hier haben wir Handlungsbedarf, und ich bedanke mich
bei Landeshauptfrau Mikl-Leitner und Stellvertreter Pernkopf, die
sich hier für uns eingesetzt haben und heute verkündet haben, dass es
eine Unterstützung geben wird.“ Darüber hinaus werde man auch bei der
Waldbrandausrüstung investieren und auch auf der Wasserstraße „Donau“
werde es Investitionen brauchen.
2022 rückten die Feuerwehren zu rund 65.000 Einsätzen aus, es mussten
6.995 Brände bekämpft, 3.560 Menschen nach Unfällen gerettet und 1.35
Tiere aus Zwangslagen befreit werden. Insgesamt wurden die
FF-Mitglieder im Vorjahr zu 39.999 technischen Einsätzen alarmiert.
Das Spektrum reichte von ausgeflossenen Schadstoffen über
Verkehrsunfälle, Baumbrüche, Unwetter oder auch Wasserversorgungen in
trockenen Regionen.
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