• 09.01.2023, 12:38:53
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LH Mikl-Leitner, LR Teschl-Hofmeister, Städtebund-Vorsitzender und Gemeindebund-Präsident zum Ausbau der Kinderbetreuung in NÖ

„Wir wollen Niederösterreich zu Familienösterreich machen“

Utl.: „Wir wollen Niederösterreich zu Familienösterreich machen“ =

St. Pölten (OTS/NLK) - Details zur Umsetzung der blau-gelben
Kinderbetreuungs-Offensive präsentierten heute, Montag,
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin Christiane
Teschl-Hofmeister, Städtebund NÖ Vorsitzender Bürgermeister Matthias
Stadler und NÖ Gemeindebund Präsident Bürgermeister Johannes Pressl
bei einer Pressekonferenz im Landhaus.

„Wir in Niederösterreich haben uns ein hohes Ziel gesteckt. Wir
wollen Niederösterreich zu Kinderösterreich machen, mehr noch, wir
wollen Niederösterreich zu Familienösterreich machen. Deshalb werden
wir in enger Partnerschaft zwischen dem Land, Städten und Gemeinden
die Kinderbetreuung bei uns in Niederösterreich auf die nächste Stufe
heben“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ergänzte:
„Weil wir wissen, dass gerade das Thema Kinderbetreuung zu den
wichtigsten Anliegen der Familien zählt, weil vor allem
professionelle Betreuung und Entlastung der Eltern notwendig ist,
damit sie ihrer Arbeit nachgehen können.“ Deshalb werde man die
Kleinkindbetreuung zwischen null und zwei Jahren und auch in den
Kindergärten massiv ausbauen. „Somit schaffen wir es, dass die Eltern
ein wohnortnahes, flächendeckendes Kinderbetreuungsangebot vorfinden
werden“, unterstrich Mikl-Leitner.

Bereits jetzt besuchen 98,3 Prozent der Kinder im Alter zwischen drei
und sechs Jahren eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung in
Niederösterreich, damit habe man die höchste Betreuungsdichte in ganz
Österreich. Auch bei den Null- bis Zwei-Jährigen werden bereits jetzt
viele Kinder betreut. In den letzten Jahren seien dafür über 200
Kleinkindgruppen geschaffen worden, in denen über 3.000 kleinste
Kinder betreut werden können. „In Summe betreuen wir erstmalig über
70.000 Kinder in institutionellen Einrichtungen, um die Eltern zu
entlasten, um Familie und Beruf leichter vereinbaren zu können“,
unterstrich die Landeshauptfrau.

„Wir wollen also den Eltern eine Wahlfreiheit und zusätzliche
Betreuungsmöglichkeiten anbieten. In welcher Intensität und ob sie
dieses Angebot nutzen, liegt in der Entscheidung der Familien. Wir
sind hier nicht Vormund, sondern Partner unserer Familien“, führte
Mikl-Leitner weiter aus. Genau dafür gebe es die „blau-gelbe
Betreuungsoffensive“, die in der Landesregierung 2022 einstimmig
beschlossen wurde und „wo wir vor allem im Landtag all die
notwendigen Beschlüsse geschaffen haben. Beschlüsse, die wirklich von
der Breite der Parteien mitgetragen worden ist, nämlich von ÖVP, SPÖ,
Grüne und Neos“, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner. Jetzt gehe es um
die rasche Umsetzung, wofür Land, Städte und Gemeinden in den
kommenden fünf Jahren bis zu 750 Millionen Euro in die Hand nehmen.
„400 Millionen kommen seitens des Landes, 350 Millionen stemmen
Gemeinden und Städte. Gut investiertes Geld, um unsere Familien zu
unterstützen. Diese 750 Millionen Euro braucht es zum einen für die
personellen Ressourcen und zum zweiten für die Infrastruktur“,
unterstrich sie.

Die Landeshauptfrau gehe davon aus, dass man bis zu 600 zusätzliche
Gruppen brauchen werde, somit seien 600 zusätzliche
Elementarpädagoginnen und Pädagogen nötig. Bereits jetzt baue man vor
und nehme zusätzliches Personal auf. Parallel dazu setze das Land
Maßnahmen, um das Arbeitsumfeld der Elementarpädagogen zu verbessern,
wie Gruppengrößen verkleinern oder Verbesserungen beim Einstieg in
den Landesdienst. Weiters könne man bereits im letzten
Ausbildungsjahr Jobzusagen machen und angehenden Pädagoginnen und
Pädagogen bezahlte Praktika anbieten. Darüber hinaus informiere man
direkt an den Schulen mit Werbe- und Infomaterial. Neben den 600
Elementarpädagogen brauche es zusätzlich bis zu 1.750 Betreuerinnen
und Betreuer in Kindergärten und Kleinkindbetreuungseinrichtungen.
Der zweite Investitionsbereich betreffe die zukunftsfitte
Infrastruktur, wofür man entsprechende Investitionsanreize schaffe.
„Wurden bisher pro Gruppe 27 Prozent gefördert, sind es jetzt 48
Prozent“, informierte die Landeshauptfrau.

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sagte: „Wir haben nicht
jetzt erst begonnen, uns um die Betreuung der Kinder in
Niederösterreich intensiv zu kümmern. Das Thema Vereinbarkeit von
Familie und Beruf ist schon seit vielen Jahren ein Thema auf unserer
Agenda. Jetzt kommen wir zum Höhepunkt dieser langjährigen
Entwicklung, dem blau-gelben Betreuungspaket.“ Jetzt könne man mit
der Umsetzung dieses Projektes beginnen. Die Landesrätin meinte im
Hinblick auf die Betreuerinnen und Betreuer, dass „sie ein ganz
wesentlicher Bestandteil dieser Initiative sind. Wir brauchen noch
mehr Betreuerinnen als Pädagoginnen. Wir haben zahlreiche Schrauben
gefunden, an denen wir drehen können, um auch da genügend Personal
zur Verfügung stellen zu können. Wir haben die Ausbildung zur
Kinderbetreuerin von einem Jahr auf zwei Jahre gestreckt. Und wir
haben uns auch darum bemüht, einige Unterrichtsgegenstände im
Online-Format anzubieten.“

In Summe sei es aber, so Teschl-Hofmeister, „nicht nur ein Paket für
die Familien, sondern auch ein Paket für den Standort, die Wirtschaft
und im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Auch die vielkritisierte
Karenzlücke wird mit diesem Kinderbetreuungspaket definitiv
geschlossen.“ Weiters werde eine flächendeckende, wohnortnahe
Nachmittagsbetreuung angeboten und die Schließtage in den
Sommerferien werden von drei Wochen auf eine verkürzt. „Wir haben uns
akribisch vorbereitet und machen das auch weiter bis zur definitiven
Umsetzung des Projekts. In allen sechs Bildungsregionen des Landes
werden wir Pilotkindergärten haben, die schon ab Herbst 2023 mit
Zweijährigen in den Kindergartengruppen beginnen werden“, sagte sie.

„Investitionen in die Bildung und in die Kinderbetreuung: Die
Gemeinden und Städte sind hier immer verlässlicher Partner. Und wir
waren immer bereit, unseren Teil zu bezahlen. Das aus Überzeugung“,
sagte Städtebund NÖ Vorsitzender Matthias Stadler und meinte:
„Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir das mit den Zweijährigen
und der Kleinstkinderbetreuung schaffen werden.“ Viele Städte haben
laut ihm bereits damit gerechnet, deshalb sei man darauf vorbereitet.
„Wir brauchen sozusagen teilweise nur die Pläne aus den Schubladen
nehmen und die Projekte auf Schiene bringen“, unterstrich er. Gerade
in den Städten verspüre der Bürgermeister „seit etlichen Jahren
enormen Druck, dass die Kinderbetreuung nach unten gesenkt wird, dass
es zusätzliche Nachmittagsbetreuung gibt und dass die Schließtage in
den Ferien möglichst gering sind. Deshalb war es ganz klar, dass die
Städte dieses Projekt unterstützen beziehungsweise auch gefordert
haben, dass es kommt.“

Gemeindebund Präsident Johannes Pressl ergänzte: „Wir sind uns in den
Gemeinden bewusst gewesen, dass es notwendig ist, die Kinderbetreuung
weiter auszubauen. Wir haben uns deswegen im letzten Jahr ganz
intensiv zusammenverhandelt. Es sind die finanziellen
Rahmenbedingungen geschaffen worden für die Investitionen, aber auch
die personellen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, damit wir die
entsprechende Personalkapazität in den Gemeinden schaffen können.“
Man habe bereits im Herbst alle Gemeinden darüber informiert und
Details diskutiert. Jetzt gehe es darum, den tatsächlichen Bedarf in
den Gemeinden festzustellen.

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