- 05.12.2022, 13:35:41
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- OTS0133
Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrer:innenmangels
Offener Brief an den Bildungsminister
Der aktuelle und auch für die nahe Zukunft prognostizierte Lehrer:innenmangel führt zu erschwerten Arbeitsbedingungen für Lehrer:innen, gefährdet die Schulqualität und damit die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen!
Unzumutbare Arbeitsbedingungen und eine stark verbesserungswürdige Ausbildung von Lehrer:innen sind Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung. Nur dann, wenn Sie für Veränderungen in den genannten Bereichen sorgen, kann der Beruf „Lehrer:in“ wieder attraktiv werden, dem Lehrer:innenmangel entgegengewirkt und ein Kollaps des Schulsystems verhindert werden! Dabei ist darauf zu achten, dass eine qualitätsvolle und gleichwertige Ausbildung der Lehrer:innen aller Schultypen garantiert ist, es attraktive Arbeitszeitmodelle und kompetitive Einstiegsgehälter gibt. Der Lehrer:innenmangel in den MINT-Fächern hat auch damit zu tun.
1. Änderung der Ausbildung, z. B.:
- berufsbegleitendes Studieren mit Rechtsanspruch auf Teilzeit und Bildungskarenz
- Inklusionsmodule bereits im ersten Studienabschnitt (Bachelor)
- Entrümpelung der Lehrpläne
2. Quereinsteiger:innen
- angemessene Anerkennung von fachspezifischen Vordienstzeiten; auch rückwirkend für ältere Verträge
- unbürokratische Anerkennung von gleichwertigen pädagogischen internationalen Ausbildungen
- Transparenz der Anforderungen zur Erlangung eines abschlagsfreien Vertrages
- Bezahlte Ausbildung für Lehrer:innen (Analogie zu Polizei, Pflegepersonal); Beginn des ordentlichen Dienstverhältnisses bereits mit Beginn der Einführungslehrveranstaltungen für Neulehrer:innen
3. Entlastung und Wertschätzung der Lehrer:innen
- Deutliche Verbesserung der Fortbildung
- Bereitstellung von ausreichendem Supportpersonal (Beratungslehrer:innen, Psychagog:innen, Schulsozialarbeiter:innen etc.)
- Ausstattung mit zeitgemäßen Arbeitsmitteln & -plätzen (dzt. steht durchschnittlich 1 Laptop für 10 Lehrer:innen zur Verfügung!)
- Reduktion und/oder Auslagerung der überbordenden administrativen Tätigkeiten
- Angemessene monetäre Abgeltung von Zusatzleistungen (z. B. Kustodiate)
- Altersteilzeit für Vertragsbedienstete
- Verringerung der Klassenschülerhöchstzahlen
- Rechtzeitige Information über geplante Vorhaben von Seiten des Ministeriums
Gerne stehen wir, Lehrer:innen aller Schultypen österreichweit, für weiteren inhaltlichen Austausch zur Verfügung.
Langfassung: https://archiv.oeli-ug.at/Lehrer_innenmangel.pdf
Rückfragen & Kontakt
Die Vorsitzenden der Österreichischen Lehrer*innen-Initiative (ÖLI-UG):
Claudia Astner, astner@oeli-ug.at, 0650 2468105;
Hannes Grünbichler, gruenbichler@oeli-ug.at, 0650 9254988
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