• 02.12.2022, 06:00:03
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Weltbodentag: Greenpeace warnt vor unwiederbringlicher Zerstörung unserer Lebensgrundlage

Mehr Tempo und endlich echte Maßnahmen zum Schutz des Bodens dringend erforderlich

Utl.: Mehr Tempo und endlich echte Maßnahmen zum Schutz des Bodens
dringend erforderlich =

Wien (OTS) - Am kommenden Montag, den 05. Dezember ist
Internationaler Tag des Bodens. Anlässlich dazu fordert Greenpeace
die Bundesregierung und Bundesländer auf, den Bodenverbrauch massiv
zu senken. Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm
verpflichtet, den Bodenverbrauch bis 2030 auf maximal 2,5 Hektar pro
Tag zu senken. Derzeit liegt der Verbrauch bei 11,5 Hektar pro Tag,
pro Jahr sind das 4200 Hektar. Das entspricht der Größe von
Eisenstadt. Damit verfehlt die Bundesregierung ihr selbst gestecktes
Ziel bis jetzt meilenweit. Greenpeace fordert, dass der
Bodenverbrauch bereits 2025 auf 2,5 und bis 2030 auf maximal einen
Hektar pro Tag gesenkt wird.

“Gesunde Böden sind unsere Lebensgrundlage. Mit dem derzeitigen
Verbrauch spielen wir auf Risiko: Damit setzen wir die heimische
Artenvielfalt, unsere Ernährungssicherheit und unsere Lebensqualität
aufs Spiel”, sagt Ursula Bittner, Artenschutz-Expertin bei Greenpeace
in Österreich. “Mit unserem Bodenverbrauch sind wir Europas trauriger
Spitzenreiter. Kein anderes europäisches Land verliert täglich solch
eine Masse an wertvollem Boden. Das sollte uns zu denken geben”, so
Bittner weiter. Als größter CO2-Speicher ist ein gesunder Boden für
den Kampf gegen die Arten- und Klimakrise unverzichtbar.
Bodenversiegelung durch Straßen, Parkplätze, Wohn- und
Industriebauten zerstören wertvolle Ökosysteme unwiederbringlich.
“Österreich hat das dichteste und längste Straßennetz in Europa - pro
Kopf verfügen wir über 15 Meter lange Straßen. Was es braucht ist ein
sofortiger Stopp von großen unökologischen Bauprojekten'', so
Bittner.

Auch die konventionelle Landwirtschaft gefährdet den Zustand unserer
Böden. Die Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln zerstören
Bodenorganismen wie Tiere, Bakterien und Pilze, die den Boden
fruchtbar halten. Der Einsatz schwerer Maschinen und die intensive
Nutzung setzen die Böden zusätzlich unter Druck und sorgen für
massive Verdichtung. Verdichtete Äcker und Böden können schlechter
Wasser aufnehmen, haben ein erhöhtes Erosionspotential und werden im
schlimmsten Fall unfruchtbar. Durch die Zerstörung der Böden geht
wertvoller Humus verloren. Das ist fatal: Die Neubildung von nur
einem Zentimeter Humus dauert 100-200 Jahre.

Um die Artenkrise eindämmen zu können, fordert Greenpeace die
Bundesregierung dazu auf, die eigene Bodenstrategie entschieden
nachzuschärfen. Gemeinsam mit den Bundesländern, die für die
Gesetzgebung in der Raumordnung verantwortlich sind, müssen endlich
verbindliche Maßnahmen beschlossen und rasch umgesetzt werden. “Das
Ziel muss sein, ab 2030 nicht mehr als einen Hektar Boden pro Tag zu
verbrauchen. 2025 muss der Verbrauch bereits auf maximal 2,5 Hektar
pro Tag gesenkt werden. Schließlich geht es um den Erhalt unserer
Lebensgrundlage. Dafür müssen Bund und Länder endlich an einem Strang
ziehen”, fordert Bittner.

In wenigen Tagen startet die Weltnaturkonferenz (COP15) in Montreal.
Hier werden Staats- und Regierungsvertreter:innen verhandeln, wie die
massive Artenkrise eingedämmt werden kann. Dafür spielt der Erhalt
und Schutz gesunder Böden eine wichtige Rolle. Umweltministerin
Leonore Gewessler ist gefordert, sich entschieden für ein
ambitioniertes internationales Artenschutz-Abkommen einzusetzen, das
konkrete Maßnahmen für einen globalen Bodenschutz enthält.

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