• 30.11.2022, 13:48:06
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  • OTS0192

Österreichischer Gemeindebund feierte im Palais Niederösterreich sein 75-jähriges Jubiläum

LH Mikl-Leitner: Gemeinden geben in einer herausfordernden Zeit Halt, Orientierung und Vertrauen

Utl.: LH Mikl-Leitner: Gemeinden geben in einer herausfordernden
Zeit Halt, Orientierung und Vertrauen =

St. Pölten (OTS/NLK) - Am 16. November 1947 und damit vor 75 Jahren
wurde der Österreichische Gemeindebund als Interessensvertretung der
Gemeinden und Städte gegründet. Was als Sprachrohr der kleinen
Landgemeinden begonnen hat, hat sich über die Jahrzehnte zur
schlagkräftigen und durchsetzungsstarken Organisation entwickelt, der
heute 2.082 der 2.093 Gemeinden und Städte in Österreich angehören.
Heute, Mittwoch, wurde das 75-jährige Jubiläum des Gemeindebundes mit
einem Festakt im Palais Niederösterreich gebührend gefeiert.
Zahlreiche Persönlichkeiten aus Bund, Ländern und Gemeinden waren
dazu in die Wiener Herrengasse gekommen.

Die Gemeinden seien „der Ort, an dem unser Tun und Handeln am meisten
spürbar wird“, und das gebe gerade jetzt in dieser herausfordernden
Zeit Halt, Orientierung und Vertrauen, betonte Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner im Zuge des Festaktes. „Es braucht das
Miteinander von Bund, Ländern und Gemeinden“, hielt sie fest: „Dieses
Miteinander hat in den vergangenen 75 Jahren sehr gut funktioniert,
und wir brauchen dieses Miteinander auch im Blick nach vorne.“

„Wir leben in den herausfordernsten Zeiten unserer Generation“,
meinte die Landeshauptfrau weiters: „Bund, Länder und Gemeinden haben
die gemeinsame Verantwortung, die Menschen gut durch die Krise zu
führen.“ Dazu müsse man auf der einen Seite „mutig entscheiden und
rasch handeln“, wie das etwa mit den Unterstützungen zur Abfederung
der Teuerung geschehen sei, so Mikl-Leitner, die hier auch auf die
Bedeutung eines „Energieschutzschirms für Wirtschaft und Arbeit“
hinwies. Andererseits gehe es in dieser Situation aber auch um
„Investitionen in die Zukunft“, sprach sie etwa Themen wie
Energieunabhängigkeit, Kinderbetreuung, Mobilität und Digitalisierung
an.

„Im Rückblick der letzten 75 Jahre, vom Wiederaufbau über das
Wirtschaftswunder, bis hin zur Finanzkrise, Covid-Pandemie und
Energiekrise, waren die Kommunen immer die Konstante im Leben der
Menschen“, betonte Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl in seiner
Rede. Aber auch im Blick nach vorne brauche es die Gemeinden, zeigte
er sich überzeugt: „Die Zukunft ist kommunal. Die Gemeinden werden
weiterhin an Bedeutung gewinnen, das direkte Lebensumfeld der
Menschen wird wichtiger denn je.“

Unter den vielen Gratulantinnen und Gratulanten zum 75-jährigen
Jubiläum des Gemeindebundes befanden sich u. a. auch
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, die Bundesminister Gerhard
Karner, Magnus Brunner und Norbert Totschnig, die beiden
Landeshauptmänner a. D. Erwin Pröll und Michael Häupl sowie der
amtierende Wiener Bürgermeister und Präsident des Städtebundes
Michael Ludwig.

Gerhard Karner, Innenminister und auch Minister für Gemeinden,
bedankte sich bei den Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern
u. a. auch für ihre Leistungen im Zusammenhang mit der Hilfe für jene
Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind: „Im
Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden ist hier viel
gelungen.“ Finanzminister Magnus Brunner berichtete von den
konstruktiven Gesprächen zu den Unterstützungsmaßnahmen: „Der Staat
muss helfen, so gut er kann, um die Teuerung abzufedern, wir müssen
gemeinsam Lösungen finden, und das haben wir auch gemacht.“ Die
Geschichte des Gemeindebundes sei auch wesentlich von
Verantwortungsträgern aus der Land- und Forstwirtschaft geprägt
worden, blickte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zurück. In
den vergangenen Jahren sei gerade für den ländlichen Raum sehr viel
erreicht worden, nannte er etwa die Regionalförderung oder die
Leader-Programme als Beispiele.

„Die Bedeutung der Gemeinden ist groß“, zeigte sich auch Festredner
Sobotka überzeugt: „Die Gemeinde ist vertraut, lesbar, begreifbar und
verstehbar.“ Im Blick zurück in die Geschichte hätten sich die
Gemeinden immer wieder als „wesentliche Grundlage der demokratischen
Staatsform“ erwiesen. In der heutigen Zeit mit all ihren
Herausforderungen sei vor allem auch die Partizipation in der
Gemeinde wesentlich, verwies er auf Eigenverantwortung,
Leistungsbereitschaft und Vereinswesen, bis hin zum Instrument der
Volksabstimmung.

Die derzeitige „Vielfalt der Herausforderungen“ erfordere die
Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften Bund, Länder und Gemeinden,
sagte Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll: „Die Herausforderungen der
heutigen Zeit sind international, national und regional.“ In so einer
Zeit stünden die Gemeinden „für das, worauf es ankommt“, meinte er:
„Gegenseitiger Respekt, Dialogfähigkeit und Kompromissfähigkeit.“

„Wir stehen vor vielen Herausforderungen“, sagte auch der ehemalige
Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Daher sei es „wichtig, dass man
die Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften wirklich auch lebt“,
meinte er: „Das erwarten sich auch die Menschen.“

Auch der amtierende Wiener Bürgermeister Michael Ludwig gratulierte
dem Gemeindebund zum Jubiläum und bedankte sich für das gute
Einvernehmen von Gemeindebund und Städtebund. Nur so könne man
„gemeinsam Herausforderungen meistern“ und den Menschen Vertrauen
vermitteln, sagte er im Zuge des Festaktes.
Die musikalische Umrahmung und Gestaltung erfolgte durch die
Militärmusik Niederösterreich, die die Ehren- und Festgäste vor dem
Festakt mit einem „Marsch für Gemeinden und Städte“ begrüßte.

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